Die Zwischenerhebung über die Resonanz des neuen Wehrdienstes, wie Verteidigungsminister Pistorius sein Konzept nennt, ist ein schönes Beispiel dafür, wie man mit Zahlen Irreführung betreiben kann. Die einen setzen die 300.000 Fragebögen, die je zur Hälfte an junge Männer und Frauen an der Schwelle zum Erwachsensein verschickt worden sind, ins Verhältnis mit 530, die von ihnen bislang rekrutiert worden sind.Das klingt nach lächerlich wenig. Dabei geht es hier um diejenigen, die wenige Monate nach Beginn der Fragebogenaktion und Rücksendung ihrer Antwort bereits für das laufende Jahr „fest eingeplant“ werden konnten. Die also nicht in Ausbildung sind, schon tauglich gemustert wurden und einen Vertrag unterschrieben haben.Das könnten zu diesem Zeitpunkt schlicht kaum mehr sein. Wer Stimmung gegen die Bundeswehr machen will, für den ist diese Zahl aber eine Einladung zum gezielten Missverständnis.Irreführend ist aber auch die Angabe des Ministeriums, jeder fünfte Mann, der geantwortet hat, habe ein Interesse am Wehrdienst oder an einem Dienst als Soldat auf Zeit bekundet. Schaut man genauer hin, sieht man eine Skala von null bis zehn.Null haben 20 Prozent angeklickt und damit bekundet: Bleibt mir weg, ich verweigere. Aber von den übrigen 80 Prozent hat die Hälfte eins bis vier angeklickt. Auf einer Skala bis 10 ist auch das nur ein überschaubares Interesse. Will man alle gewinnen, die nicht verweigern, kommt man an der Pflicht nicht vorbei.
Die Zahlen zum neuen Wehrdienst laden zu Missverständnissen ein
Das Verteidigungsministerium zieht eine erste Bilanz zur Fragebogenaktion, die im neuen Wehrdienstgesetz festgelegt ist. Aber die Zahlen laden zu gezielten Missverständnissen ein.










