Ein Endlager kommt erst im nächsten Jahrhundert. So lange wird der Atommüll also auch in Gorleben bleiben. Der Betreiber plant trotzdem nur für 20 Jahre.

D ie Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle dauert länger als ursprünglich geplant. Viel länger. Statt wie im noch geltenden Standortauswahlgesetz vorgesehen im Jahr 2031, wird erst in mehreren Jahrzehnten ein Standort gefunden und benannt sein. Bis das Endlager gebaut und befüllt ist, wird weitere Zeit ins Land gehen. Viel Zeit. Ex­per­t:in­nen rechnen mit einem Betriebsbeginn erst im nächsten Jahrhundert.

Das hat erhebliche Folgen für die Zwischenlagerung des hochradioaktiven Schrotts. Die 16 Zwischenlager in Deutschland – 14 davon stehen an den Standorten stillgelegter Atomkraftwerke, dazu kommen die zentralen Lager in Gorleben und im westfälischen Ahaus – wurden seinerzeit nur für eine Betriebsdauer von 40 Jahren genehmigt.

Als Erstes läuft im Jahr 2034 die Genehmigung für das Zwischenlager in Gorleben aus. Dort stehen 113 Castorbehälter. Sie wurden zwischen 1995 und 2011 in insgesamt 13 Transporten, geschützt von Zehntausenden Po­li­zis­t:in­nen und begleitet von Protesten Zehntausender Demonstrant:innen, ins Wendland gekarrt.