Der Börsengang von KNDS nimmt Gestalt an. Der deutsch-französische Panzerbauer präzisierte am Mittwochmorgen wichtige Details, auch wenn er den genauen Zeitplan noch offen ließ; anvisiert wird dem Vernehmen nach ein Börsengang im Juli. Demnach ist eine Doppelnotierung an zwei Handelsplätzen geplant, der Euronext Paris und der Frankfurter Wertpapierbörse. Ein Verkauf von Aktien an die breite Öffentlichkeit ist nicht geplant. Laut Konzern dürfte der Börsengang vielmehr aus Privatplatzierungen bei institutionellen Anlegern bestehen.Zum Verkauf stehen den Plänen zufolge bis zu 20 Prozent des Grundkapitals an KNDS, einer Holding mit Sitz in Amsterdam. Sie ist 2015 gegründet worden nach der Fusion des Münchner Familienunternehmens Krauss-Maffei Wegmann mit dem französischen Staatsbetrieb Nexter. Die übrigen 80 Prozent an KNDS sollen je zur Hälfte der deutsche und der französische Staat halten. Letzterer hält schon bislang 50 Prozent der Anteile, der Bund will Anteile der deutschen Wegmann-Familienholding kaufen. Über eine Einigung mit der Familie hatte die Bundesregierung am Montag berichtet.Bundesregierung soll mehr als Emissionspreis zahlenDer deutsche Staatseinstieg soll über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgewickelt werden. Nun muss noch der Haushaltsausschuss des Bundestags dem Vorhaben zustimmen. Das soll diese Woche erfolgen. Dabei geht es um keine kleinen Beträge: Auch wenn es zuletzt eine Preiskorrektur von Rüstungsaktien gegeben hat, wird der Unternehmenswert immer noch auf mindestens 15 Milliarden Euro geschätzt. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge will die Bundesregierung für ihr Aktienpaket zudem mehr zahlen als den Emissionspreis beim Börsengang.„Der geplante Börsengang ist ein logischer nächster Schritt für KNDS“, wurde der KNDS-Vorstandsvorsitzende Jean-Paul Alary am Mittwoch in einer Pressemitteilung zitiert. Das Vorhaben werde die „strategische Agilität“ erhöhen und weitere Investitionen in Kapazitäten, Innovation und Technologien der nächsten Generation unterstützen. Den geplanten Einstieg des deutschen Staates begrüßte er. Die neue Aktionärsstruktur werde KNDS „dabei unterstützen, seine nächste Wachstumsphase voranzutreiben“. Kernprodukte von KNDS sind der Kampfpanzer Leopard 2, der Transportpanzer Boxer, der Schützenpanzer Puma sowie Artilleriesysteme.
KNDS geht an die Frankfurter und Pariser Börse
Der Börsengang von KNDS nimmt Gestalt an. Die breite Öffentlichkeit soll allerdings nicht zum Zuge kommen.












