PfadnavigationHomePolitikAuslandUkraine-KriegNach Eklat um Weltkriegs-Massaker – Selenskyj sagt Reise nach Polen abStand: 13:44 UhrLesedauer: 2 MinutenWolodymyr Selenskyj, Präsident der UkraineQuelle: Leszek Szymanski/PAP/dpaEigentlich sollte die Konferenz den Wiederaufbau der Ukraine in den Mittelpunkt stellen. Doch der diplomatische Streit zwischen Kiew und Warschau sorgt für Verstimmungen: Präsident Selenskyj reist nicht nach Danzig.Wegen eines historischen Konflikts mit Polen reist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht zur Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine nach Danzig (Gdansk). Wie Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko auf Telegram mitteilte, wird sie die ukrainische Delegation bei dem gemeinsam mit Polen ausgerichteten Treffen am Donnerstag und Freitag anführen. Zu der Konferenz werden zahlreiche internationale Gäste erwartet, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).Polen zählt seit Beginn des russischen Angriffskrieges zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine. Nun wird das Verhältnis der beiden Nachbarländer jedoch von einem Streit über die gemeinsame Geschichte belastet. Lesen Sie auchEklat um Weltkriegs-Massaker und „Helden der UPA“Selenskyj hatte den Streit Ende Mai ausgelöst, als er einer Armee-Einheit den Beinamen „Helden der UPA“ verlieh. Kiew ehrt das Andenken an die Untergrundkämpfer der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA), weil sie nach dem Zweiten Weltkrieg Widerstand gegen die Sowjetherrschaft leisteten. Während des Krieges hatten die Bewaffneten aber Massaker an Zehntausenden Polen und Juden in der heutigen Westukraine verübt. In Warschau löste die Ehrung deshalb scharfe Kritik aus.Der polnische Präsident Karol Nawrocki hatte Selenskyj daraufhin den „Orden des Weißen Adlers“ aberkannt. Kiew reagierte umgehend: Selenskyj und weitere ukrainische Politiker gaben ihrerseits polnische Auszeichnungen zurück. Seither verschärft sich der Ton zwischen beiden Regierungen. Selenskyj hatte die höchste Auszeichnung Polens 2023 von Nawrockis Vorgänger Andrzej Duda verliehen bekommen, um die Freundschaft zwischen Polen und der Ukraine angesichts der russischen Aggression gegen Kiew zu unterstreichen. Lesen Sie auchDer Streit hat allerdings nicht nur außenpolitische Ursachen. Die Wiederaufbaukonferenz wird von der Regierung des liberalen Ministerpräsidenten Donald Tusk organisiert. Der rechtskonservative Präsident Nawrocki nutzt die Debatte über die Ukraine auch für innenpolitische Auseinandersetzungen und greift dabei eine in Teilen der polnischen Bevölkerung zunehmende Ukraine-Müdigkeit auf. Damit verschärft sich zugleich der Machtkampf zwischen Präsident und Regierung.Angesichts der zunehmenden Spannungen mahnten führende Medien beider Länder zur Besonnenheit. „Unsere Politiker sollten Weisheit und Vernunft beweisen und nach einer Einigung und einem Ausweg aus der Krise suchen“, heißt es in einem gemeinsamen Aufruf. Veröffentlicht wurde er in Polen unter anderem von der „Gazeta Wyborcza“ und dem Nachrichtenportal „Onet“, in der Ukraine von der „Ukrajinska Prawda“. Lesen Sie auchDie sogenannten Ukraine Recovery Conferences (URC) finden seit dem ersten Kriegsjahr jährlich an wechselnden Orten statt und bringen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Selenskyj nahm 2022 in Lugano und 2023 in London per Videoschalte teil. Zu den Konferenzen 2024 in Berlin und 2025 in Rom reiste er persönlich an. Seine Absage für Danzig markiert daher einen bemerkenswerten Einschnitt.dpa/jra
Ukraine-Polen Konflikt: Selenskyj sagt Teilnahme an Danziger Konferenz ab - WELT
Eigentlich sollte die Konferenz den Wiederaufbau der Ukraine in den Mittelpunkt stellen. Nun sorgt ein Streit zwischen Kiew und Warschau für Verstimmungen: Präsident Selenskyj reist nicht nach Danzig.











