RWE-Chef Markus Krebber (53) besorgt sich frische Milliarden, um faktisch die Mehrheit am Stromnetzbetreiber Amprion zu übernehmen. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats habe der Vorstand des Energieriesen dafür eine Eigenkapitalmaßnahme im Umfang von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals beschlossen, teilte RWE am Montag nach Börsenschluss mit.Bislang hat RWE indirekt 20 Prozent an Amprion gehalten. Nun will Krebber zusätzlich auch die indirekte Amprion-Beteiligung von fünf Investoren übernehmen, die diese bislang über die M31 Beteiligungsgesellschaft gehalten haben. Eine entsprechende Einigung liege vor, so RWE. Man werde dann mittelbar 55 Prozent der Amprion-Anteile halten. Der Kaufpreis für die Aufstockung liege bei rund 3,6 Milliarden Euro. Krebber verspricht noch mehr. Für den Ausbau des 11.000 Kilometer langen Netzes von Amprion werde RWE in den nächsten Jahren bis 2031 rund 6,5 Milliarden Euro investieren, vier Milliarden mehr als bisher geplant.Um den Deal zu finanzieren, braucht der CEO allerdings Kapital. Insgesamt wird er darum bis zu 74.384.121 Aktien platzieren. Ein bisschen mehr als die Hälfte davon will RWE aus dem eigenen Bestand verkaufen, umgerechnet etwa 5,1 Prozent des Grundkapitals. Zudem sollen neue Aktien im Umfang von 4,9 Prozent des Grundkapitals ausgegeben werden. Sämtliche Papiere sollen ausschließlich institutionellen Anlegern durch ein beschleunigtes Verfahren angeboten werden.Als Ankerinvestoren haben bereits zwei der weltgrößten Staatsfonds zugesagt, jeweils Anteile im Wert von rund einer Milliarde Euro zu zeichnen. Der eine ist die Qatar Investment Authority (QIA) aus Katar, die auch am Volkswagen-Konzern beteiligt ist und die bereits seit 2022 auch ein Knapp-10-Prozent-Paket an RWE hält. Der andere ist der norwegische Staatsfonds. Die Beteiligung der beiden Ankerinvestoren entspreche etwa einem Viertel des erwarteten Gesamtvolumens der Eigenkapitalmaßnahme, so RWE.
RWE AG will Mehrheit an Amprion – mit Milliarden aus Katar und Norwegen
Der Energiekonzern will die Mehrheit am Stromnetzbetreiber Amprion übernehmen. Für den 3,6-Milliarden-Euro-Deal braucht Konzernchef Markus Krebber frisches Kapital. Und holt es sich unter anderem bei zwei Staatsfonds.










