In der Causa Alexander Egger will einfach keine Ruhe einkehren: Wie bereits vergangene Woche bekannt wurde, hat er mit den Entscheidungen, dass die Schottenhamel-Festhalle und das Paulaner-Festzelt zumindest in diesem Jahr ganz normal aufgebaut werden dürfen und die Schützenlisl in den Händen des neuen Wirte-Trios Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel bleibt, gleich zwei Niederlagen einstecken müssen. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist er, ebenfalls bereits vergangenen Mittwoch, allerdings auch noch aus der Arbeitsgemeinschaft der kleinen Wiesnzelte ausgeschieden. Über seinen Rausschmiss, auch wenn AG-Sprecher Otto Lindinger ihn selbst nicht so nennen will, haben die übrigen 20 Wirte einstimmig entschieden.Und ob nun als Reaktion auf die jüngsten Ereignisse oder nicht – Egger selbst ist an diesem Montag mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand der Dehoga-Kreisstelle München ausgeschieden, in dem er bis zuletzt der Stellvertreter von Christian Schottenhamel gewesen war. Außerdem hat Egger, ebenfalls an diesem Montag, per Mail sein Amt im Vorstand der Tourismus Initiative München (TIM) niedergelegt. Im Fall von TIM soll Eggers Mail laut Geschäftsführer Michael Höflich eine Mail des Vorstands an die Stadt und die Vereinsmitglieder vorausgegangen sein, indem der Vorstand sich von dem Vorgehen Eggers distanziert hatte.Sowohl Höflich als auch Schottenhamel von Dehoga geben auf Nachfrage an, dass man Egger zuvor in mehreren Gesprächen nahegelegt habe, seine Ämter zumindest vorübergehend ruhen zu lassen – was Egger allerdings bis zuletzt abgelehnt haben soll.Vor allem Schottenhamel, der ja von dem Vorgehen Eggers als Wiesnwirt direkt betroffen ist, ist nun froh über Eggers Entscheidung, er nennt sie „konstruktiv und sinnvoll“. Dass diese auf den gleichen Tag wie die Jahreshauptversammlung der Dehoga Bayern fällt, für die sich der Wirt der Münchner Stubn noch angekündigt hatte, mag Zufall sein, für Schottenhamel kommt sie gerade noch „rechtzeitig“: So kriege man endlich ein wenig „Spannung“ aus der ganzen Sache raus, sagt er am Telefon. Immerhin trete die Dehoga nicht für „Partikularinteressen“ einzelner ein, sondern für eine ganze Branche.Streit um Oktoberfest-Monopol:Der Mythos der Münchner Brauereien gerät ins WankenSeit Generationen beherrschen dieselben Biermarken das Bild vom Oktoberfest. Was das tatsächlich mit Tradition zu tun hat, wer am Monopol kratzt – und wer davon profitieren könnte.Ähnlich sieht es auch Otto Lindinger, Sprecher der kleinen Wiesnzelte: Egger habe „viel verbrannte Erde“ hinterlassen durch sein Handeln, das stoße auch in den Reihen der kleinen Wiesnwirte „sauer auf“. Deshalb sei er zum aktuellen Zeitpunkt in den Reihen der AG „nicht mehr erwünscht“.Lindinger betont allerdings auch: Man sei nicht im Streit auseinandergegangen, und er habe Egger auch angeboten, ihm die Entscheidung bei einem persönlichen Treffen noch einmal zu erklären. Egger selbst äußert sich zu den Vorgängen nicht, auf Lindingers Mail hat er diesem zufolge bislang ebenfalls nicht geantwortet. Der hat dafür jedoch Verständnis: Egger habe wohl gerade andere Sorgen.Was bei der turnusmäßigen Sitzung der AG übrigens noch bekannt gegeben wurde: Lorenz Stiftl, der noch mit gegen den Ausschluss von Egger gestimmt hat, wird fortan nicht mehr Teil der Arbeitsgemeinschaft der kleinen Wiesnzelte sein, sondern in die Vereinigung der Wiesnwirte wechseln (Stiftl übernimmt in diesem Jahr das von der Paulaner-Brauerei vergebene große Zelt). Für ihn werden ab der nächsten Sitzung Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel für das Volkssängerzelt auf der Oidn Wiesn Teil der Arbeitsgemeinschaft der kleinen Wiesnzelte sein.