Bund einigt sich mit Eigentümerfamilien auf KNDS-EinstiegEinem Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS vor der Sommerpause steht offenbar nichts mehr im ⁠Wege. Die Bundesregierung und die deutschen Eigentümerfamilien, die bisher 50 Prozent an KNDS halten, haben sich einem Insider zufolge auf einen Einstieg des Bundes mit 40 Prozent geeinigt. Der deutsch-französische Hersteller der Panzer „Leopard 2“ und „Leclerc“ werde dabei mit rund 15 bis 18 Milliarden Euro bewertet, ‌sagte eine mit dem Vorgängen vertraute Person am Sonntagabend der Nachrichtenagentur Reuters. Der genaue Preis – rechnerisch sechs bis sieben Milliarden Euro – werde sich danach bemessen, wie sich die KNDS-Aktie nach dem Börsengang in Frankfurt und Paris entwickele.Ein Sprecher der Familien und das Bundeswirtschaftsministerium wollten ‌sich nicht zu den Informationen äußern, KNDS ‌war für eine Stellungnahmen zunächst nicht zu erreichen. Die Agentur Bloomberg hatte zuerst über die Einigung berichtet.Die offizielle Ankündigung („Intention to Float“) der milliardenschweren Emission sei nun in der ersten Wochenhälfte zu erwarten, sagte der Insider. Eine andere mit den Vorgängen vertraute Person sagte, der Haushaltsausschuss des Bundestags treffe sich am Mittwoch ​zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause. KNDS hatte sich ⁠offiziell nur auf einen Börsengang in diesem Jahr festgelegt, Vorstandschef Jean-Paul Alary hatte aber zuletzt auf der Rüstungsmesse Eurosatory klargemacht, dass er die erste Gelegenheit für die ​drei bis vier Milliarden Euro schwere Emission nutzen wolle.Die Einigung auf einen Einstieg der Bundesregierung war die letzte Hürde vor dem Börsengang. Sie will damit bei KNDS auch nach ⁠dem Börsengang ‌ein Gleichgewicht der Kräfte mit Frankreich sicherstellen, das bisher 50 Prozent der Anteile hält. Nach dem Börsengang wäre ein Einstieg mit mehr als 30 Prozent nicht mehr möglich, weil der Bund dann ein Übernahmeangebot für den ganzen Konzern vorlegen müsste. Beim Börsengang sollen jeweils zehn Prozent der Anteile aus ⁠dem Besitz der ⁠Familien und Frankreichs verkauft werden. Als letzter Termin für das Börsendebüt gilt der 13. Juli, der Tag vor dem französischen Nationalfeiertag, der ⁠in Frankreich die Sommerpause an den ​Kapitalmärkten einläutet.KNDS ⁠war vor elf Jahren aus der Fusion der ​deutschen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mit der staatlichen französischen Nexter entstanden. Während KMW im Familienbesitz war, war ‌Nexter stets staatlich. Die ehemaligen KMW-Eigentümer hatten im Vorfeld des Börsengangs signalisiert, sie wollten aussteigen und an den Bund verkaufen. Die Verhandlungen konnten aber erst ​im Mai beginnen, weil sich die Regierung lange uneins war, ob ​sie sich nicht mit 25 oder 30 Prozent begnügen solle.