Der neue Kampfjet spaltet ein Tal, in dem das Misstrauen gegenüber Bern tief sitzt.22.06.2026, 05.30 Uhr10 Leseminuten«Achtung», sagen Barbara Blatter-Michel und ihr Vater Peter Michel. Jetzt kämen sie dann gleich, die F/A-18-Kampfjets. Es klingt nicht wie eine Information, eher wie eine Warnung. Denn gleich wird es laut werden. Sehr laut. Die beiden kennen das. Ihr Bauernhof grenzt an den Militärflugplatz Meiringen, von ihrem Gartensitzplatz bis zur Startpiste sind es 270 Meter. Als die zwei Jets kurz nacheinander abheben, halten sich Vater und Tochter die Ohren zu. Der Krach verunmöglicht jede Unterhaltung.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Man sagt, Lärmempfinden sei subjektiv. So nah an der Startpiste der F/A-18 erübrigen sich jedoch Differenzierungen. Eine belebte Strasse bringt es auf 80 Dezibel. Bei 120 Dezibel liegt die Schmerzgrenze des menschlichen Ohrs. Der Jet kratzt an dieser Marke. Der Lärm beim Start: etwa 114 Dezibel, sagt Peter Michel. Auf der Wiese gleich neben der Piste sprinten Kühe in den Stall.Peter Michel ist die lauteste Stimme gegen den Kampfjetlärm im Haslital und präsidiert die Interessengemeinschaft für weniger Fluglärm (IGF) in der Alpenregion mit rund 300 Mitgliedern. Das erklärte Ziel: das neue amerikanische Kampfflugzeug F-35 in Meiringen zu verhindern. Dieses soll ab 2030 hier stationiert sein und noch lauter sein als ein F/A-18.Die IGF ist nicht einfach eine Ansammlung von Menschen, die laut und plump ihren Ärger in die Welt posaunen. Sie wollen Fakten schaffen. Peter Michel und seine Frau haben allein 65 000 Franken aus dem privaten Vermögen in professionelle Messstationen und deren Auswertung investiert. Michel, 67 Jahre alt, ist eigentlich längst pensioniert. Den Hof hat er an die Tochter weitergegeben. Doch Zeit für den Ruhestand hat er nicht. Sein Lebenswerk, das spürt man, hat sich verschoben. Aus einem Bauern ist ein Behördenbekämpfer geworden.«Aufgeben kommt nicht infrage»: Peter Michel und seine Tochter Barbara Blatter-Michel.Die Familie, die nicht gegen die Armee istWenn Michel argumentiert, braucht er kaum politische Kampfbegriffe, er spricht lieber über Dezibelangaben. Wenn er seine Kritik formuliert, zeigt er auf Dokumente des Bundes, die er fein säuberlich in Ordnern abgelegt hat. Seine Messungen, sagt Michel, würden auch von den Lärmexperten des Bundes als professionell eingestuft. Im April 2025 reisten Mitglieder des «Noise Control»-Teams der staatlichen Prüfanstalt Empa auf den Hof, um Michels Daten zu verifizieren. Das Fazit hat Michel schwarz auf weiss: Seine Messungen weisen eine «hohe Übereinstimmung» mit jenen des Bundes auf, wie es im Bericht heisst. Der Rentner misst so präzise wie der Staat. Michel lächelt kurz. Für wirkliche Genugtuung reicht dieser kleine Erfolg aber nicht aus.Sie seien keine Armeegegner, stellt Barbara Blatter-Michel klar. Die Wohnung auf ihrem Bauernhof ist an einen VBS-Mitarbeiter untervermietet, der die Zimmer dann Touristen anbietet. Man lebt ganz gut miteinander. Die SVP ist die stärkste Kraft in den umliegenden Gemeinden. Doch ausgerechnet hier verliert die Armee an Rückhalt. Bei der Kampfjet-Abstimmung im Jahr 2020 schrumpfte das Ja in Meiringen auf hauchdünne 50,6 Prozent. Im Nachbardorf Brienz waren es gar nur noch 38,4 Prozent. Für ein ländlich-konservatives Gebiet: miserable Werte.«Natürlich darf ein Flugplatz etwas lärmen», sagt Barbara Blatter-Michel. Aber es sei einfach zu viel. Schon heute. «Die Kühe leiden darunter, wir leiden darunter.» Das Leben einer Landwirtin und ihrer Kühe finde schliesslich mehrheitlich draussen statt. Noch tiefer, als sich der Lärm buchstäblich in die Körper frisst, sitzt der Frust über das Verhalten des Verteidigungsdepartementes (VBS). Die Familie fühlt sich hintergangen. Zwanzig Jahre lang habe das VBS Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten worden seien.Als die Armee 2006 den F/A-18 einführte, hiess es etwa, Starts mit lautem Nachbrenner blieben die Ausnahme. Kurze Zeit später zeigte sich die Realität: In den meisten Fällen geht es nicht ohne den Nachbrenner. Die Jets brauchen den zusätzlichen Schub, um überhaupt rechtzeitig über die steilen Felswände des Tals zu steigen. Zudem flogen die F/A-18 zwei Jahrzehnte lang ohne rechtsgültigen Sachplan – dieser regelt den Betrieb und die Nutzung des Flugplatzes, damit er bestmöglich mit der zivilen Umgebung abgestimmt ist. Das VBS schreibt auf Anfrage, dass es ein «Objektblatt» aus dem Jahr 2001 zum Betrieb der F/A-18 in Meiringen gebe. Darin stehe auch, dass man die Lärmgrenzwerte nicht einhalten könne. «Damit wurden die wesentlichen Rahmenbedingungen festgelegt», schreibt das Departement. Mit der Einführung des F-35 würden zudem «aktuelle Grundlagen» geschaffen.Plakat gegen den F-35 an einer Scheune der Familie Michel.«Die Kühe leiden darunter, wir leiden darunter»: Barbara Blatter-Michel.Der Lokalpolitiker, der den Wohlstand bedroht siehtDie alten Geschichten um Verfehlungen des VBS kann Ulrich «Jelli» Kohler nicht mehr hören. «Jetzt ist der Sachplan ja hier», kontert er. Kohler sitzt im Restaurant Fliegertreff, am Rande des Militärflugplatzes. Und schimpft über den Widerstand, den er nicht verstehen kann. Kohler arbeitet seit 25 Jahren auf dem Flugplatz, ist Fachberufsunteroffizier, SVP-Lokalpolitiker und Präsident des Vereins «Pro Flugplatz Meiringen». Die Gegner würden übertreiben, spielten mit Emotionen. Es sei noch nie eine Kuh krank geworden wegen eines Kampfflugzeugs. Und er dreht den Vorwurf um: Nicht die Jets spalteten das Tal, sondern die Lärmgegner. Denen gehe es nicht nur um den F-35, sondern um ein Ende der Kampfjets im Tal überhaupt. «Ohne Jets kein Flugplatz», so warnt Kohler, «keine Arbeitsplätze, keine Wertschöpfung.» Er rechnet vor: Ein Wiederholungskurs der Armee und zwei Rekrutenschulen brächten der lokalen Wirtschaft im Haslital pro Jahr eine Million Franken. Deswegen, sagt Kohler, gebe es in Meiringen überhaupt noch mehrere Metzgereien. Kohler denkt in grossen Linien. Über seine eigene Region sagt er: «Uns geht es bombastisch.»Mit dem F-35 ab dem Jahr 2030 soll es noch prächtiger werden. Dieser würde noch mehr Armeeangehörige, noch mehr Arbeitsplätze, vielleicht auch noch mehr Touristen bringen. Es passt, dass in diesem Moment zwei Niederländer ins Restaurant kommen und sich nach den F/A-18-Landungen erkundigen. Kohler macht immer denselben Witz: Er dürfe ihnen das aus Sicherheitsgründen eigentlich nicht sagen, aber sie sollten doch mal auf die Terrasse gehen – und zehn Minuten warten. Kohler ist zufrieden. Er hat seinen Job gut gemacht und verbucht den Besuch der Touristen gleich noch als Gratiswerbung. Flugzeuge seien vielleicht laut, aber viele hätten trotzdem Freude an ihnen.Kohler ist überzeugt: Die Lärmgegner seien eine Minderheit. Doch sie spielten sich als Sprachrohr der Region auf. Sein Verein habe 1600 Mitglieder, achtzig Prozent seien aus der Region, verkündet er stolz.Wer hat recht? Eindeutig ist das nicht. Klar ist nur, dass der Graben im Haslital real ist. Und dieser lässt sich bereits an den Fassaden ablesen. An diversen Häusern und Scheunen hängen Schilder mit der Aufschrift: «Kein F-35». Kohler plant eine Gegenkampagne. Demnächst will er das Tal mit eigenen Plakaten bestücken. Darauf soll stehen: «Welcome F-35». Er schmunzelt: «Das wird lustig.»Die kleinen Gehässigkeiten gehören im Haslital mittlerweile dazu. Beide Seiten werfen sich gegenseitig eine «Salamitaktik» vor. Angstszenario wird mit Angstszenario gekontert. Wer den Kurs des Bundes stützt, fürchtet den wirtschaftlichen Niedergang der Region. Das Militär ist ein wichtiger Arbeitgeber. Auf der anderen Seite steht die IGF, repräsentiert an vorderster Front von der Familie Michel. Sie sorgt sich, dass sie so lange aufgerieben wird, bis ein Leben hier nicht mehr möglich, der Bauernhof nicht mehr führbar ist. «Ich habe sechs Kinder, dreizehn Grosskinder», sagt Peter Michel – um ihre Zukunft gehe es ihm.Die schlechten Gefühle der Michels kommen nicht von ungefähr. Sie wurden quasi vererbt. Ihre Geschichte mit dem Militärflugplatz – oder vielleicht präziser: mit den Behörden in Bern – reicht weit zurück und ist nicht erst seit dem ersten Start des F/A-18 eine komplizierte. Peter Michel erzählt vom «Grosi» seiner Frau, das ebenfalls schon Schlimmes erlebt habe. In den 1950er Jahren habe das Militärdepartement ohne Absprache etwa die Piste verlängert – dafür musste ein Stall weichen. Die Grossmutter habe danach «zeitlebens ‹geschumpfen›», sei daran zerbrochen. Ihr Ehemann sei früh verstorben – weil er, so die Überlieferung, den Druck der Obrigkeit nicht mehr ausgehalten habe. Das sind happige Vorwürfe, die nicht zu belegen sind. Aber die Erzählung sitzt tief im Bewusstsein der Familie, hat sich über Generationen hinweg verfestigt.Für Peter Michel setzt sich diese Familiengeschichte in der Gegenwart fort. Als Beleg nennt er einen Vorfall von Ende April. Damals hätte in Meiringen etwas stattfinden sollen, das im Amtsdeutsch «Wahrnehmungsvergleich» heisst: Ein italienischer F-35 hätte einfliegen sollen, um einen direkten Lärmvergleich mit dem F/A-18 zu demonstrieren. Doch der Test wurde kurzfristig abgesagt. Die Italiener hätten keinen Jet zur Verfügung gehabt, erklärte das VBS. Wann der Termin nachgeholt wird, ist offen, man sei hier auf die Unterstützung der Italiener angewiesen. Sobald ein neuer Termin feststehe, werde man diesen «umgehend kommunizieren», schreibt ein Sprecher. Michel glaubt allerdings nicht an einen Zufall. Aus seiner Erfahrung wisse er: «Der Italiener kommt immer. Der ist ein Dienstleister.» Für den Lärmgegner ist die Sache klar: Bern will verhindern, dass er mit seinen Messstationen belegen kann, dass das neue Flugzeug nochmals deutlich lauter dröhnt.Plakate des Vereins «Pro Flugplatz Meiringen».Kühe der Familie Michel neben dem Militärflugplatz Meiringen.Das VBS, das messen will – weil die Bürger messenBeim VBS gibt man sich unbeeindruckt. Michels private Daten? Werden nicht einbezogen, wie es auf Anfrage heisst. Die Schutzzonen seien von der Empa längst unabhängig berechnet worden. Das Modell basiere auf «umfangreichen Messungen» in Payerne aus dem Jahr 2019. Beim verschobenen, aber nicht aufgehobenen «Wahrnehmungsvergleich» in Meiringen werde die Empa «einzelne Messungen» vornehmen. Diese dienten allerdings nur dazu, dass «die Messungen Dritter bei Bedarf plausibilisiert werden können». Das VBS lässt also messen, weil die IGF Messungen plant.Die Luftwaffe ihrerseits versteht die Aufregung im Haslital ohnehin nicht: Vor sieben Jahren sei schliesslich schon einmal ein F-35 in Meiringen gestartet und gelandet, schreibt eine Sprecherin. Die Bevölkerung habe sich also ein Bild machen können. Damals wusste allerdings noch niemand, welches Kampfflugzeug dereinst gekauft würde. Der F-35 war eines von vier Flugzeugen, die evaluiert wurden. Der verschobene Hörvergleich sei eine «zusätzliche Massnahme zugunsten der lokalen Bevölkerung», schreibt die Luftwaffe.Für die Armee ist Meiringen ein äusserst wichtiger Standort. Die Lage im Alpenraum ermögliche «ein realistisches Training» im komplexen Gebirgsgelände, schreibt die Luftwaffe. Allerdings ist diese Lage insbesondere der Grund, warum die IGF hier Messungen verlangt. Denn die ursprünglichen Daten stammen aus Payerne – und damit nicht von einem Militärflugplatz in einem Tal. Das bestätigt das VBS. Es sagt aber auch: Die Empa habe mit den gewonnenen Daten ein Quellenmodell erstellt, das «unabhängig von Payerne» sei – und deshalb auf Meiringen übertrag- und anpassbar.Gemäss dem Departement wird der F-35 durchschnittlich drei Dezibel lauter sein als ein F/A-18 beim Start. Auch das bezweifelt Michel. Er besitzt eine Präsentation der Empa vom Januar 2025. Darin sei von rund sechs zusätzlichen Dezibel beim Hof der Michels gleich neben der Piste die Rede.Wie geht der Flugplatzkommandant, Oberst Marc Studer, mit dem Zwist vor Ort um? Er äussert sich dazu im eigenen Armee-«Newsblatt». Für ihn seien Haltungen am schwersten zu verstehen, «bei denen nur jenen Fakten Rechnung getragen wird, die ins eigene Bild passen», lässt er sich zitieren. Er sei überzeugt, dass die Bevölkerung «unter dem Strich» von der Stationierung der F-35 «profitiert». Es stimme zwar, dass der F-35 lauter sei als der F/A-18, aber die jährlichen Jetbewegungen werden um die Hälfte reduziert. Damit nehme die gesamte Lärmbelastung ab.Dieser Optimismus wird im Haslital allerdings nicht grossflächig geteilt. Die Familie Michel sei keine Ausnahme in Meiringen, viele Bürger machten sich grosse Sorgen, sagt der Meiringer Gemeindepräsident Daniel Studer. Dem VBS gelinge es nicht, in dieser sehr wichtigen Thematik «das notwendige Vertrauen» vor Ort herzustellen. Studer, der eher als Mediator fungiert denn als Gemeindepräsident, vermittelt zwischen den Fronten. Gerade deshalb schmerze ihn die Absage des Wahrnehmungsvergleichs. Der Vergleich sei kein bürokratischer Luxus, sondern notwendig, damit jeder Einwohner im eigenen Körper spüren könne, «wie’s duet». Wenn der F-35 nicht wesentlich lauter sei als der F/A-18 und die Lärmbelastung insgesamt gar abnehmen sollte: gut, der beste Fall. Und wenn es doch anders kommt? «Dann», sagt Studer, «müssen wir die Situation neu beurteilen.»Der Konflikt hat mittlerweile eine Tragweite angenommen, dass er bis ins Bundeshaus nachwirkt. Der Kandertaler SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh sagt, die Region sei grundsätzlich militärfreundlich. Doch das VBS treffe einfach den falschen Ton: «Unsere Leute sprechen anders als die in Bern.» Wandfluh sieht sich als Dolmetscher zwischen zwei Welten. Sein Rezept gegen das Misstrauen: absolute Transparenz. Das VBS müsse selbst messen und die Messdaten veröffentlichen. Das «Gstürm» im Haslital gehe sonst noch über Jahrzehnte weiter. Er warnt: «Es get nüt Verreckters», als im ewigen Streit nebeneinander zu wohnen.Die Spiezer SP-Nationalrätin Ursula Zybach nennt es «frech», wie das VBS mit den Menschen vor Ort umgehe. Zybach fordert ebenfalls Transparenz, Messungen in Meiringen und «ein ehrliches Einbeziehen des Tals». Um den Streit zu schlichten, hat die Nationalrätin ein Treffen organisiert – zwischen der IGF und dem VBS-Chef Martin Pfister. Es sei ein wichtiges, helvetisches Merkmal, dass, wenn es irgendwo brenne, die Bevölkerung von Angesicht zu Angesicht mit der Regierung sprechen könne. Zybach weiss: «Bergler kommen mit vielem klar, aber sie brauchen Ehrlichkeit.»«Uns geht es bombastisch», Ulrich Kohler, Präsident Pro Flugplatz Meiringen.Karin Hofer / NZZDer VBS-Chef, der «wirklich zuhört»Am vergangenen Montag reisten drei Vertreter der IGF in die Bundeshauptstadt und legten Pfister sowie dem Armeechef Benedikt Roos ihre wichtigsten Argumente vor. Michel zeigt sich nach dem Treffen grundsätzlich beeindruckt von seinen Gesprächspartnern: Endlich habe ihnen jemand aus dem VBS «wirklich zugehört» und die IGF nicht als «ein paar Gstörmis» abwimmeln wollen. Der F-35 lasse sich «wohl nicht verhindern», meint er ernüchtert. Doch der VBS-Chef habe versichert, dass Rückmeldungen nach dem Wahrnehmungsvergleich ernst genommen werden würden. Ein Hoffnungsschimmer für die IGF. Sie will sich für weniger Nachbrennerstarts und weniger Flugbewegungen einsetzen. Damit es zumindest ein bisschen öfter ein bisschen leiser wird.Ulrich «Jelli» Kohler blickt gelassen in die Zukunft. Er prognostiziert – unbewusst ironisch – das «grosse Verstummen» der Kritiker, sobald der F-35 in Meiringen landet. Schon 2019 hätten seine Ohren «null Unterschied» zum F/A-18 gehört. Einige Gemeindevertreter hätten gar damals geraunt, das neue Flugzeug sei leiser als ein F/A-18. Trotz aller Zuversicht fordert aber auch sein Verein vom VBS mehr Grosszügigkeit. Geplant ist, dass rund siebzig Häuser Lärmschutzfenster erhalten – Kohler fordert mehr. Es sei schliesslich das grösste Rüstungsgeschäft der Schweizer Geschichte. «Da kommt es nicht auf 10 oder 15 Millionen an, um die Anwohner zu schützen», meint Kohler.Peter Michel besänftigen solche möglichen staatlichen Unterstützungen nicht. Er kämpft weiter. Nicht nur um die Zukunft seiner Heimat, sondern auch gegen ein Gespenst aus der Vergangenheit. «Ich will einfach nicht so werden wie das Grosi meiner Frau», sagt er. Er will sich nicht brechen lassen vom Staat und vom Lärm, so wie die Grossmutter damals in den fünfziger Jahren. Deshalb sammelt er weiter Daten und will notfalls auch vor Gericht ziehen. Für den Rentner steht fest: «Aufgeben kommt nicht infrage.»Startender F/A-18-Kampfjet auf dem Flugplatz Meiringen.Passend zum Artikel