PfadnavigationHomePolitikAuslandKorruptionsvorwürfeFrau von Premier Sánchez muss Pass abgeben und darf Spanien nicht verlassenStand: 18:03 UhrLesedauer: 3 MinutenPedro Sánchez und seine Frau Begoña GómezQuelle: CRISTINA QUICLER/AFPDie Frau von Spaniens Premier Pedro Sánchez steht unter Korruptionsverdacht. Sie darf Spanien nicht mehr verlassen. Es ist nicht der erste Skandal im Umfeld des Sozialisten.Die Frau des linken spanischen Regierungschefs Pedro Sánchez muss wegen Vorwürfen der Korruption, illegaler Einflussnahme und Veruntreuung auf die Anklagebank. Diese Entscheidung teilte der in dem Fall seit zwei Jahren ermittelnde Richter Juan Carlos Peinado mit. Zudem wirft er María Begoña Gómez Fernández Verstöße gegen Markenrechte vor.Gómez, die ihren Mann sonst bei offiziellen Besuchen im Ausland immer wieder begleitet hat, muss sich alle zwei Wochen bei der Justiz melden, ihren Reisepass abgeben und darf das Land nicht mehr verlassen. Eine Anfrage ließ die Justiz zunächst unbeantwortet.Gómez werden Unterschlagung, Einflussnahme, Korruption und Veruntreuung zur Last gelegt. Konkret soll eigens für sie ein Lehrstuhl an der Universität Complutense in Madrid eingerichtet worden sein, der ihr zur „privaten beruflichen Weiterentwicklung“ gedient habe. Gómez und Sánchez weisen die Vorwürfe zurück. Die Regierung und die sozialistische PSOE-Partei warfen dem Richter erneut vor, sein Vorgehen sei „politisch motiviert“ und von „Besessenheit“ geprägt, wie RTVE berichtete. Die Staatsanwaltschaft hatte im Laufe der 2024 begonnenen Ermittlungen wiederholt die Einstellung wegen mangelnder Beweise beantragt. Doch den Richter hatte das nicht angefochten.Lesen Sie auchZugleich verblüffte Peinado mit Äußerungen, man müsse schon bis zu den Zeiten des spanischen Königs Fernando VII. (1784–1833) zurückgehen, um einen ähnlichen Korruptionsskandal zu finden. Die Einziehung des Reisepasses hatte er zuvor mit dem Argument für nicht notwendig erklärt, dass die Frau des Regierungschefs in Spanien einen viel höheren Lebensstandard als die Durchschnittsbürger genieße und sich deshalb kaum ins Ausland absetzen werde. Nachdem er diese Entscheidung nun revidiert hatte, betonte er, die staatlichen Leibwächter von Fernández könnten ihr zur Flucht verhelfen.Korruptionsermittlungen belasten Arbeit von Pedro SánchezDie linke Minderheitsregierung von Sánchez steht schon seit geraumer Zeit wegen Korruptionsermittlungen unter Druck. So begann Ende Mai ein Prozess gegen Sánchez‘ Bruder David, der ebenfalls von einer für ihn maßgeschneiderten Stelle profitiert haben soll. Lesen Sie auchIm Prozess gegen Ex-Verkehrsminister José Luis Ábalos – lange Zeit die rechte Hand von Sánchez – wird bald das Urteil erwartet. Er soll während der Corona-Pandemie Schmiergeld für die Vergabe millionenschwerer öffentlicher Aufträge bei der Beschaffung von Atemschutzmasken kassiert haben.Lesen Sie auchHinzu kommt eine Affäre um die frühere sozialistische Parteiaktivistin Leire Díez. Ihr wird vorgeworfen, Teil eines Netzwerks gewesen zu sein, das Ermittlungen der Justiz gegen die PSOE und die sozialistische Regierung torpedieren sollte.Auch gegen den früheren Regierungs- und Parteichef José Luis Rodríguez Zapatero, der von 2004 bis 2011 Ministerpräsident war und der eine Galionsfigur der Linken in Spanien ist, wird unter anderem wegen illegaler Einflussnahme und Vorteilsnahme ermittelt. Er soll sich während der Corona-Pandemie für staatliche Hilfen an eine Fluglinie eingesetzt und im Gegenzug Bestechungsgelder angenommen haben.dpa/sebe
Spanien: Frau von Premier Sánchez muss Pass abgeben und darf Land nicht verlassen - WELT
Die Frau von Spaniens Premier Pedro Sánchez steht unter Korruptionsverdacht. Sie darf Spanien nicht mehr verlassen. Es ist nicht der erste Skandal im Umfeld des Sozialisten.











