Zumindest in diesem Teil der USA haben sie von Anfang an den Eindruck zu zerstreuen versucht, Gäste von der Elfenbeinküste seien nicht willkommen. Als die Westafrikaner ihr Teamquartier in Wilmington in Delaware, dem zweitkleinsten US-Bundesstaat in der Nähe von Philadelphia bezogen, gab es beim Empfang viele warme Worte, die im Gegensatz zur rigorosen Einreisepolitik der US-Regierung standen. Vor allem Tim McDermott, Präsident des MLS-Klubs Philadelphia Union, würdigte in seiner Rede den „bedeutenden Moment“ für die lokale Region. Und gleich hinter den US-Boys würde man nun bei der WM dem ivorischen Team die Daumen drücken.Hat vielleicht ein bisschen geholfen, dass zum Auftakt der Erfolg gegen Ecuador (1:0) im Lincoln Financial Field glückte, obwohl fast 60.000 Südamerikaner in der Spielstätte des NFL-Giganten Philadelphia Eagles für Heimspielatmosphäre sorgten. Deutschlands Gruppengegner konterte mit einem demonstrativen Schulterschluss: Bemerkenswert der Kreis, der abseits der Kameras im Spielertunnel zur Halbzeit zustande kam. Einige Besucher des Vip-Bereiches konnten aufgrund der baulichen Gegebenheiten sogar zuhören, wie Abwehrmann Emmanuel Agbadou (Besiktas Istanbul) seine Mitspieler auf die zweite Halbzeit einschwörte: „Wir hauen die jetzt weg. Wir können und wollen hier was reißen. Es wird unsere WM.“Schlagartig hat sich die Ausgangslage für das Gruppenspiel gegen Deutschland in Toronto (Sonnabend, 22 Uhr MESZ) geändert. „Wir werden mit einer anderen Strategie gegen Deutschland spielen“, hat der aus seiner Zeit beim Hamburger SV und Borussia Dortmund noch gut bekannte Assistenztrainer Guy Demel der „Bild“-Zeitung gesagt. Sie haben nun gar nichts mehr zu verlieren. 26 Spieler, die allesamt das erste Mal ein solches Turnier bestreiten, wie Cheftrainer Emersé Fae bei fast jedem Pressetermin betont, sollen mutig bleiben. Denn Demel findet: „Wir haben gezeigt, dass man in Afrika auch Fußball spielen kann. Ich habe aus Deutschland gehört, wir könnten das nicht so gut.“
Elfenbeinküste: Westafrikaner fordern Deutschland mit neuem Selbstvertrauen heraus
Die Elfenbeinküste geht nach dem Auftaktsieg gegen Ecuador mit breiter Brust ins WM-Duell mit Deutschland. Die „Elefanten“ träumen davon, ein starkes Zeichen für den afrikanischen Fußball zu setzen.
Elfenbeinküste besiegt Ecuador 1-0 im WM-Auftakt und tritt Deutschland in der Gruppenphase mit neuem Selbstvertrauen entgegen – unterstützt von 26 jungen, in diesem Turnier unerfahrenen Spielern. Der Sieg signalisiert, dass afrikanischer Fußball europäischen Topteams ebenbürtig ist, und gibt einem wirtschaftlich bedrängten Land nationale Hoffnung.















