Zu einem donnernden Ausbruch der Freude kam es nicht in Philadelphia, als dem Ivorer Amad Diallo in der 90. Minute doch noch der wertvolle Siegtreffer gegen Ecuador gelang. Nur wenige Anhänger aus dem afrikanischen Land hatten kommen können, viele hatten kein Visum erhalten.Aber auch ohne die Anhänger aus dem eigenen Land ist die Elfenbeinküste nach diesem Auftritt endgültig zu einem sehr spannenden WM-Teilnehmer geworden, der im nächsten Spiel am kommenden Samstag auf Deutschland (22 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei MagentaTV) treffen wird. „Wir werden versuchen, die deutsche Mauer zum Einsturz zu bringen“, sagte der ivorische Trainer Emerse Faé voller Selbstvertrauen, und nach den Eindrücken dieses Abends ist gut vorstellbar, dass das gelingt.Denn die vielen jungen Spieler befinden sich in einer Art Schnellkurs für WM-Fußball. Zu Beginn habe die Mannschaft „ein paar Zweifel und auch ein bisschen Angst gehabt, Risiken einzugehen“, erklärte Fae; keiner der 26 ivorischen Profis im Kader hatte bis zu diesem Abend bei einer Weltmeisterschaft gespielt. Aber „mit der Zeit wurden wir immer selbstbewusster und konnten Ecuador weh tun“, führte der Trainer aus. Im Gesamtbild war der Afrikameister von 2024 tatsächlich ein klein wenig besser und hat verdient gewonnen. Die Elfenbeinküste sei „ein Kraftzentrum des Fußballs“, sagte der beeindruckte Andrés Beccacece, der Trainer Ecuadors.Immer wieder DiomandeAllerdings trugen beide Nationen, auf die die deutsche Mannschaft noch in der Gruppenphase treffen wird, zu einem niveauvollen und auch sehr unterhaltsamen Fußballspiel bei. Es gab eine Fülle guter Chancen, Ecuador traf zweimal die Latte, die Elfenbeinküste einmal, nie wurde das Tempo verschleppt.In den meisten Phasen des Spiels agierten beide nach vorne mit diesem Hauptdarsteller auf dem Platz, der den Angehörigen des deutschen Teams nach diesem Abend noch etwas mehr Kopfzerbrechen bereiten muss: Yan Diomande, der mit Blick auf das Duell mit der DFB-Elf sagte: „Wir wollten Geschichte schreiben. Wir sind mit der Einstellung angetreten, alles zu gewinnen.“ Also auch gegen Deutschland.Der Flügelstürmer von RB Leipzig war kaum zu stoppen für die Defensive von Ecuador. Immer wieder spielte er den früheren Leverkusener Piero Hincapie aus, hatte aber nur das Pech, dass im Zentrum niemand seine starke Vorarbeit zu einem Tor vollendete. Was aufmerksame Bundesligabeobachter schon länger wissen, wird nun auch auf der Weltbühne in großer Deutlichkeit erkennbar: Diomande ist ein Supertalent, das nicht einfach nur unbeschwert nach vorne spielt. Er trifft auch die richtigen Entscheidungen, wenn verteidigt werden muss. „Er ist ein Junge, der hart arbeitet, der ein gutes Gespür für die Gruppe hat und er hört gut zu“, sagte Fae. „Es ist leicht, mit jemandem zu arbeiten wie Yan.“Die Scouts der großen Klubs kennen den Leipziger aber ohnehin längst. „Die Leute in Frankreich sagen, er wechselt zu PSG, hier in den USA sagen die Leute, er wechselt nach Liverpool, ich weiß nicht, was passiert“, sagte Fae. Klar sei nur, dass Diomande jetzt erstmal eine WM absolviert. Und dass die Deutschen definitiv in einer sehr herausfordernden Gruppe gelandet sind, auch wenn das 7:1 vom Nachmittag gegen Curaçao womöglich noch einen anderen Eindruck hinterlassen hat.Duell der Newcomer zwischen Deutschland und ElfenbeinküsteAber Ivorer und die Ecuadorianer werden für das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann eine vollkommen andere Herausforderung darstellen. Trotz einer drückend schwülen Hitze und Temperaturen um die 30 Grad spielten beide intensiv und temporeich, so viel Energie müssen die Deutschen erstmal unter Kontrolle bringen. Die Ivorer leisteten sich zudem gerade zu Beginn einige harte Fouls, auch das wird unangenehm. Und nicht zuletzt dürfte es spannend werden, wie Nathaniel Brown, der deutsche Aufsteiger von der linken Abwehrseite, mit Diomande zurechtkommt.Hier werden zwei der spannendsten Newcomer des Turniers aufeinandertreffen: Brown, der nicht nur zum Überraschungsstammspieler im deutschen Team wurde, sondern auch gleich in seiner ersten WM-Partie sein erstes WM-Tor geschossen hat. Und Diomande, der noch nie ein Europapokalspiel absolviert hat und nun vor mehr als 60.000 elektrisierten Ecuadorianern immer einen kühlen Kopf bewahrte und der eine gefährliche Aktion an die nächste reihte. Gegen eine ecuadorianische Mannschaft, die eigentlich für ihre Defensivstärke bekannt ist. Dass die Südamerikaner bei diesem Turnier offenkundig eine andere Strategie verfolgen, ist auch eine Erkenntnis, die im DFB-Lager mit Interesse zur Kenntnis genommen werden wird.Denn im letzten Gruppenspiel wird es auf jeden Fall noch um sehr viel gehen für diese eigentlich sehr hoch eingeschätzten Südamerikaner. Aber zunächst geht es für Deutschland gegen die Ivorer, die in einem Testspiel im März sogar Frankreich besiegten und die noch ein Stück stärker sein könnten als an diesem Abend. Denn die aus der Bundesliga bekannten Innenverteidiger Odilon Kossonou und Evan Ndicka hatten in dieser ersten WM-Partie gefehlt. Kossonou soll an einer Muskelblessur laborieren, die in den kommenden Tagen ausgeheilt sein soll.
Fußball-WM 2026: Elfenbeinküste gegen Ecuador mit Ausrufezeichen an Deutschland
Hingeschaut, liebes DFB-Team! Die beiden deutschen Gruppengegner liefern sich beim 1:0 der Elfenbeinküste gegen Ecuador ein hochklassiges Duell. Beim Spiel der Ivorer gegen Deutschland kommt es zum Duell der Newcomer.










