Hey Stefan,

du hast einen Text in der Berliner Zeitung gelesen. Vermutlich. Zumindest teilweise. Na gut, sagen wir: Du hast ihn dir angesehen, bis dein innerer Skandal-Detektor „Bingo!” gerufen hat. Und dann hast du mit dem Schwung eines alternden weißen Mannes, der genau weiß, wo die nächste Pointe wirkt, alles Übrige beiseitegeschoben wie ein ungezogenes Kind die Erbsen an den Tellerrand.

Das Ergebnis ist beeindruckend. Du hast einen Text von rund 2.000 Wörtern auf einen einzigen Absatz eingedampft und aus diesem wiederum die Botschaft destilliert: „Die Juden sind an allem schuld.“ Geschrieben hat das bei uns niemand. Aber du hast es gelesen, als ob Opa Niggemeier sein mutmaßliches NSDAP-Parteibuch Anfang Mai 1945 nie hätte verbrennen müssen.

Entweder war das ein Akt ideologischer Befreiung im Hause Niggemeier, oder es war einfach nur eine Spielart kreativer Textrezeption. Wenn du in der Textinterpretation noch etwas mehr Eigenleistung zeigst, musst du dich demnächst selbst der KI-Nutzung verdächtigen.

Die wundersame Textreduktion nach Niggemeier