Die »Jüdische Allgemeine« hat zwei Meinungsbeiträge des ehemaligen Herausgebers und Chefredakteurs des »Tagesspiegel«, Stephan-Andreas Casdorff gelöscht. Eine Prüfung habe nahegelegt, dass die Texte von Künstlicher Intelligenz geschrieben wurden, heißt es in einer Meldung in eigener Sache auf der Website der »Jüdischen Allgemeinen«. Künftig wolle man sich strengere Regeln im Umgang mit KI geben, kündigt Chefredakteur Philipp Peyman Engel an. Fortan sollen etwa Leitartikel und Kommentare geprüft werden, ob sie KI-generiert sind.Der Prüfung durch die »Jüdische Allgemeine« war eine Entscheidung des »Tagesspiegel« vorangegangen: Die Chefredaktion forderte den frühere Herausgeber Casdorff auf, nicht mehr für den »Tagesspiegel« zu schreiben. Er habe Meinungstexte durch eine KI verfassen lassen. Casdorff selbst bat um Entschuldigung in der Mitteilung des »Tagesspiegel« : »Für die Texte habe ich KI genutzt. Das hätte ich kenntlich machen müssen und sie deswegen nicht publizieren dürfen.« Der 67-jährige Casdorff fing 1999 beim »Tagesspiegel« an, von 2004 bis 2018 war er gemeinsam mit Lorenz Maroldt Chefredakteur. Danach war er Herausgeber, seit 2025 ist er Editor-at-Large.Die »Jüdische Allgemeine« schreibt, sie habe Casdorff bislang nicht erreicht. Casdorff habe zwischen Januar 2024 und Mai 2026 vier Texte in der »Jüdischen Allgemeinen« veröffentlicht. Bei einer Prüfung mit dem KI-Detektor Pangram seien zwei Texte unauffällig gewesen. Zwei Beiträge seien jedoch »sehr wahrscheinlich mit einer KI verfasst worden«: »Merz und Wadephul riskieren Deutschlands Glaubwürdigkeit« vom 22. März 2026 und »Warum werden Israels Fehler laut, der mörderische Judenhass seiner Feinde aber allzu oft nur sehr leise benannt?« vom 26. Mai 2026.
Stephan-Andreas Casdorff: »Jüdische Allgemeine« entfernt wegen KI-Verdacht zwei Kommentare von Ex-»Tagesspiegel«-Chefredakteur
Der frühere »Tagesspiegel«-Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff soll auch zwei Gastkommentare von einer KI generiert haben lassen. Zwei Beiträge in der »Jüdische Allgemeinen« stehen unter Verdacht, der Chefredakteur kündigt strengere Regeln an.










