ErklärtWas man über die Hitze wissen mussWie viele Hitzetage erleben wir eigentlich pro Jahr? Wie sehen die Prognosen für diesen Sommer aus? Und was ist eine Hitzeglocke? Zahlen und Fakten zur Hitze in der Schweiz.NZZ-Redaktion20.06.2026, 05.30 Uhr4 LeseminutenErfrischung ist an heissen Tagen ein Muss. Zum Beispiel im See.Gian Ehrenzeller / KeystoneWelche Temperaturrekorde gibt es – und was sind die Prognosen für den Sommer 2026?Im Sommer häufen sich die Meldungen von Wetterdiensten zu Hitzewellen und Temperaturrekorden. Die bislang höchste Temperatur in Europa haben Wetterdienste laut dem Bundesamt für Meteorologie am 11. August 2021 in Syrakus, auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien, gemessen: 48,8 Grad Celsius.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.In der Schweiz liegt der derzeitige Hitzerekord etwas weiter zurück. Im Jahr 2003 war es in Grono, im Kanton Graubünden, 41,5 Grad heiss. Laut dem Bundesamt für Meteorologie war in der Schweiz das Jahr 2022 bislang das wärmste seit Messbeginn im Jahr 1864. Diese Angabe bezieht sich auf die jeweilige Jahresmitteltemperatur. Weltweit war das Jahr 2023 das wärmste bislang.Diesen Sommer dürfte es laut Prognosen europäischer Wetterdienste in Teilen Europas im Juli durchschnittlich bis zu 2 Grad wärmer sein als in den vergangenen Jahrzehnten. Die Angabe bezieht sich auf den Durchschnittswert der Jahre 1993 bis 2016.Wie viele Hitzetage gibt es in der Schweiz im Durchschnitt?Einen Hitzetag erleben wir dann, wenn eine Höchsttemperatur von 30 Grad Celsius oder mehr gemessen wird. Zahlen zeigen, dass die Zahl der Hitzetage seit Jahrzehnten steigt. Ein Ausreisser ist der Sommer 2003, als es in Westeuropa wochenlang aussergewöhnlich heiss war.Die «Klimaszenarien CH 2025» zeigen im Detail, auf welche Veränderungen sich die Schweiz einstellen muss. Die Szenarien hat der Wetterdienst Meteo Schweiz mit verschiedenen Partnern, darunter die ETH Zürich, im Auftrag des Bundesrats erarbeitet. Das Szenario zeigt auch, dass die Belastung durch Hitze im Sommer in den nächsten Jahrzehnten zunehmen wird, insbesondere in den Städten.Im Jahr 2025 zählten die Wetterdienste in der Stadt Zürich (Fluntern) insgesamt 14 Hitzetage. In Lugano waren es 31. Die Stadt Zürich etwa rechnet damit, dass sich die Zahl der Hitzetage in der Stadt bis 2060 verdoppelt.Wo ist es im Sommer besonders heiss?Städtische Gegenden heizen sich stärker auf als ländliche Gegenden – und kühlen in der Nacht langsamer ab. Das hat mit der hohen Dichte an Materialien wie Beton, Zement und Metall zu tun. Diese heizen sich an Sommertagen auf, und die Oberflächen strahlen diese Wärme auch in der Nacht noch aus. Hohe Gebäude bremsen ausserdem Wind ab und verhindern, dass kühlere Luft die städtischen Gebiete in der Nacht abkühlt. In Sommernächten kann es in den Städten bis zu sieben Grad wärmer werden als auf dem Land. Man spricht von Hitzeinseln.Was ist eine Hitzeglocke?Grosse, stillstehende Hochdruckgebiete mit hohen Lufttemperaturen werden von Meteorologen als Hitzeglocke bezeichnet. Solche Glocken halten heisse Luft wie unter einem Deckel in einer Region gefangen. Die Luft sinkt ab und erwärmt sich durch die Kompression zusätzlich. Eine solche Glocke kann Tage oder gar Wochen über einer Region liegen.Wie reagiert der Körper auf Hitze?Wie ein Mensch auf hohe Temperaturen reagiert, ist sehr individuell. Es hängt zum Beispiel davon ab, ob jemand in einem kühlen Gebäude arbeitet oder an der prallen Sonne. Ältere Menschen oder solche mit Erkrankungen reagieren besonders empfindlich auf höhere Temperaturen. Besonders gefährlich für den Körper sind heisse Tage mit hoher Luftfeuchtigkeit. Oder warme Nächte, in denen sich der Körper nicht erholen kann.Mehr dazu:Was macht die Hitze mit den Gewässern?Gewässer geraten bei hohen Temperaturen unter Stress. Im Sommer 2025 waren die Gewässer bereits Ende Juni ungewöhnlich warm. Am 29. Juni lag die Temperatur am Südufer des Zürichsees bei 26,3 Grad. Und auch im Bodensee, im Genfersee oder im Thunersee erreichte die Wassertemperatur bis zu 25 Grad. Und auch die Flüsse waren vergangenes Jahr ungewöhnlich warm.Für Fische wie die Forelle, die sich im kalten Wasser wohlfühlt, kann warmes Wasser zu Stress oder gar zum Tod führen. Denn bei hohen Wassertemperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt im Trinkwasser. Im heissen und trockenen Sommer 2022 trat in der Schweiz ein historisches Fischsterben auf.Im Sommer kühlen Klimaanlagen die heissen Innenräume – welchen Einfluss haben die Maschinen selbst auf das Klima?Klimaanlagen werden auch in der Schweiz immer beliebter. Doch die Geräte brauchen sehr viel Strom. Die weltweite Energienachfrage wuchs 2024 um 2,2 Prozent – insbesondere die Nachfrage nach Strom ist stark gestiegen. Daten zeigen, dass dies neben anderen Faktoren auch mit einem höheren Bedarf an Klimaanlagen zusammenhängt. Insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern.Das Problem ist: Erneuerbare Energien decken zwar einen grossen Teil des steigenden Energiebedarfs, aber nicht alles. Auch fossile Brennstoffe werden mehr nachgefragt. Das Verbrennen von Öl, Gas und Kohle, treibt wiederum den Klimawandel an.Mehr dazu:Wie heiss war der Sommer 2025 in der Schweiz?Der Sommer 2025 zählt in der Schweiz zu den sieben wärmsten seit Messbeginn, wie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie im Bulletin für den gesamten Sommer schreibt. Im Juni 2025 war der Monatsmittelwert fast 4 Grad über dem 30-jährigen Mittel; damit war er der zweitwärmste Juni seit 1864. Höchsttemperaturen wurden vergangenes Jahr mit bis zu 37 Grad in Genf und 36 Grad in Biasca im Tessin gemessen. Im August regnete es ausserdem weniger als im Mittel über die Referenzperiode 1991 bis 2020. Zudem zählt der August 2025 zu den acht wärmsten seit Messbeginn.Passend zum Artikel
Sommer 2026: Zahlen und Fakten zur Hitze in der Schweiz
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