ErklärtWie viele Hitzetage erleben wir eigentlich pro Jahr? Wie sehen die Prognosen für diesen Sommer aus? Und was ist eine Hitzeglocke? Die wichtigsten Fragen und Antworten24.06.2026, 12.04 Uhr4 LeseminutenImagoWelche Temperaturrekorde gibt es – und welches sind die Prognosen für den Sommer 2026?Im Sommer häufen sich die Meldungen von Wetterdiensten zu Hitzewellen und Temperaturrekorden. Die bislang höchste Temperatur in Europa haben Wetterdienste laut dem Bundesamt für Meteorologie am 11. August 2021 in Syrakus, auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien, gemessen: 48,8 Grad Celsius.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.In Deutschland wurde der derzeitige Hitzerekord im Jahr 2019 gemessen. Am 25. Juli 2019 massen die Wetterstationen Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen jeweils 41,2 Grad.Diesen Sommer dürfte es laut Prognosen europäischer Wetterdienste in Teilen Europas im Juli durchschnittlich bis zu 2 Grad wärmer sein als in den vergangenen Jahrzehnten. Die Angabe bezieht sich auf den Durchschnittswert der Jahre 1993 bis 2016.Wie viele Hitzetage gibt es in Deutschland im Durchschnitt?Einen Hitzetag erleben wir dann, wenn eine Höchsttemperatur von 30 Grad Celsius oder mehr gemessen wird. Zahlen zeigen, dass die Zahl der Hitzetage seit Jahrzehnten steigt. So auch in Deutschland: Im jüngsten Zehnjahresmittel lag die Zahl der Tage mit mehr als 30 Grad laut dem Deutschen Wetterdienst bei knapp 13 pro Jahr. Das Rekordjahr mit insgesamt 20,4 Hitzetagen war 2018. Im Jahr 2025 zählte der Deutsche Wetterdienst 11,1 Hitzetage in Deutschland.Wo ist es im Sommer besonders heiss?Städtische Gegenden heizen sich stärker auf als ländliche – und kühlen in der Nacht langsam ab. Das hat mit der hohen Dichte an Materialien wie Beton, Zement und Metall zu tun. Diese heizen sich an Sommertagen auf, und die Oberflächen strahlen diese Wärme auch in der Nacht noch aus. Hohe Gebäude bremsen ausserdem Wind ab und verhindern, dass kühlere Luft die städtischen Gebiete in der Nacht abkühlt. In Sommernächten kann es in den Städten bis zu sieben Grad wärmer werden als auf dem Land. Man spricht von Hitzeinseln.Was ist eine Hitzeglocke?Grosse, stillstehende Hochdruckgebiete werden von Meteorologen als Hitzeglocke bezeichnet. Solche Glocken halten heisse Luft wie unter einem Deckel in einer Region gefangen. Die Luft sinkt ab und erwärmt sich durch die Kompression zusätzlich. Eine solche Glocke kann Tage oder gar Wochen über einer Region liegen.Wie reagiert der Körper auf Hitze?Wie ein Mensch auf hohe Temperaturen reagiert, ist sehr individuell. Es hängt zum Beispiel davon ab, ob jemand in einem kühlen Gebäude arbeitet oder an der prallen Sonne. Ältere Menschen oder solche mit Erkrankungen reagieren besonders empfindlich auf höhere Temperaturen. Besonders gefährlich für den Körper sind heisse Tage mit hoher Luftfeuchtigkeit.Mehr dazu:Was macht die Hitze mit den Gewässern?Gewässer geraten bei hohen Temperaturen unter Stress. Im Sommer 2025 waren die Gewässer bereits Ende Juni ungewöhnlich warm. Am 29. Juni lag die Temperatur am Südufer des Zürichsees bei 26,3 Grad. Und auch im Bodensee, im Genfersee oder im Thunersee erreichte die Wassertemperatur bis zu 25 Grad. Und auch die Flüsse waren vergangenes Jahr ungewöhnlich warm.Für Fische wie die Forelle, die sich im kalten Wasser wohlfühlt, kann warmes Wasser zu Stress oder gar zum Tod führen. Denn bei hohen Wassertemperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt im Trinkwasser. Im heissen und trockenen Sommer 2022 trat in der Schweiz ein historisches Fischsterben auf.Im Sommer kühlen Klimaanlagen die heissen Innenräume – welchen Einfluss haben die Maschinen selbst auf das Klima?Klimaanlagen werden auch in Deutschland immer beliebter. Doch die Geräte brauchen sehr viel Strom. Die weltweite Energienachfrage wuchs 2024 um 2,2 Prozent – insbesondere die Nachfrage nach Strom ist stark gestiegen. Daten zeigen, dass dies neben anderen Faktoren auch mit einem höheren Bedarf an Klimaanlagen zusammenhängt, insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern.Das Problem ist: Erneuerbare Energien decken zwar einen grossen Teil des steigenden Energiebedarfs, aber nicht alles. Auch fossile Brennstoffe werden mehr nachgefragt. Das Verbrennen von Öl, Gas und Kohle treibt wiederum den Klimawandel an.Mehr dazu:Wie heiss war der Sommer 2025 in Deutschland?In Deutschland war das Frühjahr 2025 eines der trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Mai fiel fast ein Drittel weniger Regen als im Mittel der Periode 1991 bis 2020. Auch viele Hitzetage machten den Menschen zu schaffen. Die Mitteltemperatur des Sommers lag laut dem Deutschen Wetterdienst (DW) bei 18,3 Grad Celsius. Im Vergleich zum Durchschnitt des Zeitraums zwischen 1991 und 2020 war der Sommer 2025 damit 0,7 Grad wärmer.Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass im vergangenen Jahr zirka 2500 Menschen in Deutschland hitzebedingt verstarben. Damit sind einerseits Personen gemeint, die wegen eines Hitzschlags ums Leben kamen. Andererseits auch jene Personen, bei denen eine Kombination aus Vorerkrankungen und Belastung durch Hitze zum Tod führte.Passend zum Artikel
Zahlen und Fakten zur Hitze in Deutschland
Wie viele Hitzetage erleben wir eigentlich pro Jahr? Wie sehen die Prognosen für diesen Sommer aus? Und was ist eine Hitzeglocke? Die wichtigsten Fragen und Antworten











