Der algerische Fußballverband hat nach der nicht gegebenen Roten Karte gegen Lionel Messi Beschwerde bei der FIFA „wegen unfairer Schiedsrichterentscheidungen“ eingereicht. Das teilte eine Quelle des Verbandes am Freitag der Nachrichtenagentur AFP mit. Beim 3:0 des Titelverteidigers zum WM-Auftakt hatte der argentinische Superstar in der 31. Minute Algeriens Kapitän Aissa Mandi mit offener Sohle an der Wade erwischt, durfte aber weiterspielen.Zum Zeitpunkt des Fouls hatte Messi seine Mannschaft schon in Führung geschossen. Im weiteren Verlauf der Begegnung zog er mit seinen zwei weiteren Treffern in der Liste der Rekordtorjäger bei Weltmeisterschaften mit Miroslav Klose gleich (je 16 Tore).„Die Beschwerde betrifft in erster Linie Messis Tackling, das nach allgemeiner Meinung eine Rote Karte verdient hätte. Außerdem gab es zwei Vorfälle mit Ellbogenstößen. Beide hätten einen Platzverweis gerechtfertigt“, sagte die Quelle des Verbandes. „Wir sagen nicht, dass die argentinische Mannschaft nicht stark war, aber wir können angesichts von Ungerechtigkeiten nicht schweigen. Es gab drei Vorfälle, die glasklar waren, und der VAR hat nicht eingegriffen.“Für ihn sei es „eine Rote Karte“, hatte auch der Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich nach dem Spiel bei MagentaTV gesagt: „Wir haben diverse Beispiele aus der Bundesliga, wo das mit Rot bestraft wurde. Er wollte das nicht, ohne Frage, aber das ist kein Grund, keine Rote Karte zu geben.“Für Algerien geht es im Kampf um den Einzug in die K.-o.-Runde in der Nacht zu Dienstag (5.00 Uhr MESZ) gegen Jordanien weiter. Zuvor treffen am Montagabend (19.00 Uhr MESZ) Argentinien und Österreich aufeinander. (sid)Alle Mann an Bord, nur ein paar Minuten Verspätung: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat mit dem Abflug in Richtung Toronto die zweite WM-Aufgabe in Angriff genommen. Bundestrainer Julian Nagelsmann stieg nach dem Mittagessen als Erster in den FIFA-Charterflieger, der um 15.05 Uhr Ortszeit den kleinen Smith Reynolds Airport verließ und die rund 1200 Kilometer lange Strecke nach Norden in Angriff nahm.Am Zaun standen etwa 20 Schaulustige, die aus kurzer Distanz beobachteten, wie die DFB-Mannschaft erst zur Passkontrolle und dann zum Abtasten auf dem Rollfeld gebeten wurde. Zuvor hatten alle 26 Kaderspieler in Winston-Salem die letzte Trainingseinheit vor der Abreise zum Duell mit dem dreimaligen Afrikameister Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire) am Samstag (22.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) absolviert.In Toronto wird die DFB-Elf im Delta Hotel logieren. Das nahe BMO Field ist die kleinste der 16 WM-Arenen. 17.000 zusätzliche Sitze wurden hinter den Toren für das Turnier eingebaut, die Kapazität liegt nun bei rund 45.000 Zuschauern. Der deutsche Fanblock ist am Samstag mit 2500 Fans ausverkauft.Mit einem weiteren Sieg nach dem 7:1 zum Auftakt gegen Curaçao stünde der viermalige Weltmeister vorzeitig in der K.-o.-Runde. Allerdings: Zwei Erfolge zum Auftakt gelangen zuletzt bei der Heim-WM 2006 – 4:2 gegen Costa Rica und 1:0 gegen Polen. (sid)Ben MenglerBrasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat mit einem scherzhaften Kommentar über Fußballstar Neymar für Aufmerksamkeit gesorgt. „Neymar ist der erste Spieler der Welt, der in die Nationalmannschaft berufen wird, um im Homeoffice zu arbeiten“, witzelte der Staatschef am Freitag bei einer Veranstaltung in einem Krankenhaus in Belo Horizonte über den derzeit verletzten Offensivspieler, der bei der Weltmeisterschaft noch nicht zum Einsatz gekommen ist. Neymar (34), der wegen einer Wadenverletzung pausiert, verpasst auch das Spiel gegen Haiti am Samstag (2.30 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) in Philadelphia. „Neymar? Er spielt ja nicht einmal!“, sagte Lula, als ein Junge den Namen des Angreifers erwähnte.Der Rekordtorschütze der Selecao (79 Treffer) hatte beim enttäuschenden 1:1 zum Auftakt gegen Marokko ebenfalls gefehlt und das Spiel nur von der Bank aus verfolgt. Am Mittwoch hatte er zumindest das Aufwärmprogramm wieder zusammen mit seinen Teamkollegen auf dem Platz absolviert. Danach trainierte er wieder etwas abseits der Mannschaft.Bereits zuvor hatte Lula augenzwinkernd erklärt, den argentinischen Superstar Lionel Messi „rekrutieren“ zu wollen, um die Offensive Brasiliens zu verstärken. (sid)Mit einer unverhohlenen Rücktrittsaufforderung an Portugals Superstar Cristiano Ronaldo hat die Freundin seines Teamkollegen Joao Neves in den sozialen Medien eine Menge Beleidigungen und Beschimpfungen ausgelöst. Der ewige Streit zwischen Ronaldo-Unterstützern und Ronaldo-Kritikern droht damit auch das portugiesische Team bei der Fußball-WM zu erreichen.Unter einem Foto mit ihrem Lebensgefährten, das die Schauspielerin Madalena Aragao bei Instagram gepostet hat, kommentierte ein Ronaldo-Anhänger nach dem schwachen 1:1 der Portugiesen im ersten WM-Spiel gegen die Demokratische Republik Kongo: „Dein Freund ist ein Idiot. Sag ihm, er soll den Ball zu meinem GOAT (dem Größten aller Zeiten) passen.“Neves’ Lebensgefährtin antwortete daraufhin: „Sag deinem GOAT, er soll in Rente gehen. Er ist sehr eigensinnig!“ Seitdem wird die 20 Jahre alte Aragao in der Kommentarspalte ihres Instagram-Accounts teils massiv von Ronaldo-Anhängern beleidigt.Die Unruhe bei den Portugiesen ist nach dem WM-Fehlstart ohnehin groß. Der 41 Jahre alte Ronaldo ist in der Nationalmannschaft weiterhin gesetzt. Seit dem schwachen WM-Auftakt wird in Medien und in sozialen Netzwerken wieder besonders viel darüber diskutiert, ob der Superstar des Teams nicht zu alt für hohe Ansprüche sei und ob Portugals Trainer Roberto Martinez ihn nicht durch einen anderen Stürmer ersetzen sollte.Bislang wurde Ronaldo von seinen Teamkollegen immer öffentlich verteidigt. Dass die Freundin eines wichtigen Mitspielers nun davon abweicht, hat zumindest Konfliktpotenzial für den WM-Mitfavoriten. (dpa)Für ihre Aufräumaktion im WM-Stadion bekommen Japans Fans ausgerechnet in der Heimat Gegenwind. Nachdem Anhänger im Anschluss an das Spiel gegen die Niederlande (2:2) ihren Müll in Plastiktüten eingesammelt hatten, entzündete sich in Japan eine Debatte über die Aufteilung der Hausarbeit. Das berichtet der britische Sender BBC.Auslöser waren Fotos, auf denen Fans mit Müllsäcken die Tribünen durchkämmten. Einige Nutzerinnen und Nutzer sozialer Medien sahen darin laut BBC eine Doppelmoral: Männer, die in der Öffentlichkeit aufräumen, zu Hause die Last aber ihren Ehefrauen überlassen. Viral ging ein Bild, das einen Mann beim Müllsammeln im Stadion zeigt – und denselben Mann zu Hause auf dem Sofa am Handy, während seine Frau abwäscht.Nach Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2021 verbringen japanische Frauen täglich ein Vielfaches der Zeit mit unbezahlter Arbeit im Haushalt wie die Männer. Unter den hoch entwickelten Ländern zählen japanische Männer damit zu denen mit dem geringsten Anteil an dieser Arbeit.Nicht alle teilen die Kritik. „Was ist daran peinlich?“, zitierte die BBC einen X-Nutzer. „Das ist viel besser als Berichte, in denen es heißt: ‚Japaner lassen im Ausland ihren Müll liegen.‘“Schon bei Japans WM-Premiere 1998 in Frankreich und bei allen Turnier-Teilnahmen danach war es zu solchen Szenen gekommen. Diese Verhaltensweise würden Japaner schon in der Schulzeit lernen, hatte der Politik- und Geschichtsprofessor Koichi Nakano nach dem Spiel gegen die Niederlande der Nachrichtenagentur AP gesagt. (dpa)Ruhe bitte, die Uni geht vor: Das türkische Innenministerium hat für Samstag landesweit Großbildübertragungen des richtungsweisenden WM-Duells gegen Paraguay unter freiem Himmel untersagt. Hintergrund ist die zeitgleich stattfindende landesweite Hochschulzugangsprüfung YKS.Lärm und mögliche Verkehrsprobleme sollen minimiert werden, um die Kandidaten nicht zu beeinträchtigen. Die Gouverneure der Provinzen wurden daher angewiesen, keine Leinwände für die Partie am Samstagmorgen (6:00 Uhr in der Türkei) zu genehmigen.Mehrere Kommunen hatten im Vorfeld geplant, das Spiel auf großen Leinwänden zu zeigen. Nach der ministeriellen Direktive wurden diese Vorhaben jedoch wieder abgesagt. Die Behörden verwiesen darauf, dass insbesondere die frühe Anstoßzeit ein erhöhtes Risiko für Störungen durch Menschenansammlungen berge. Die am Samstagmorgen beginnende YKS zählt zu den wichtigsten Prüfungen des Landes und wird jährlich von Hunderttausenden absolviert.Die Auftaktpleite gegen Australien (0:2) hatten in der Türkei vielerorts große Menschenmengen auf öffentlichen Plätzen, in Parks und sogar in einem antiken Amphitheater in der Provinz Antalya verfolgt. Nach der Niederlage steht die Auswahl bereits unter Druck, will sie in einer Gruppe mit Gastgeber USA noch die K.-o.-Runde erreichen. (sid)Florian ErbeDas Foul am Kanadier Ismael Koné beim 6:0-Sieg gegen Qatar hat eine Diskussion über die Schiedsrichterlinie bei der Fußball-WM entfacht. „Man muss den Spielern Grenzen setzen. Es ist nicht immer Absicht. Es ist meistens Fahrlässigkeit. Aber man muss manchmal eben präventiv agieren. Hier waren die FIFA und Pierluigi Collina zu nachsichtig“, sagte Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe der „Bild“ in Richtung des Chefs der Schiedsrichterkommission. Seit Collinas Amtsantritt 2017 habe es bei Weltmeisterschaften nur wenige Rote Karten gegeben, sagte Gräfe und verwies auf einige Platzverweise nach Notbremsen und Handspielen sowie einen nach einer Tätlichkeit, aber keinen für ein brutales oder ernsthaftes Foulspiel. Daraus ergebe sich Handlungsbedarf. Ein großzügigerer Umgang im Sinne des Spielflusses sei grundsätzlich richtig, „aber was sein muss, muss sein“, betonte der 52-Jährige. „Wenn dermaßen gesundheitsgefährdend agiert wird, von hinten auf die Wade getreten wird, in den Achillessehnenbereich, auf Kniehöhe oder noch höher, mit den Stollen – dann muss es zum Schutz aller Rote Karten geben“, sagte Gräfe. Qatar-Profi Assim Madibo hatte nach seinem Tritt gegen Koné, der sich dabei vermutlich den Unterschenkel brach, zunächst Gelb gesehen und war erst nach Einschreiten des Videoschiedsrichters mit Rot vom Platz gestellt worden.Für MagentaTV-Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich war die Entscheidung nachvollziehbar: „Ich glaube im Ablauf, auch wie der Schiedsrichter es wahrgenommen hat, ist es eine Gelbe Karte. Es sah so aus. Jetzt ist die Verletzung so schlimm, dass sie sich sicherlich dazu entschieden haben, ihm bei diesem Video Operation Center zu sagen: schlimme Verletzung. Dann hatte der Schiedsrichter eine Rote Karte gezeigt“, betonte Ittrich.Nicht alle Experten sahen den Platzverweis jedoch als zwingend an. „Die Rote Karte können wir nicht ganz nachvollziehen, weil es nach einer sehr unglücklichen Verletzung aussieht, auch wenn sie sehr schwer wiegt. Ich sehe da maximal ein normales Foul, weder Gelb noch Rot“, sagte MagentaTV-Experte Thomas Müller. Auch sein Kollege Mats Hummels sprach von einem „08/15-Foul“, das „sehr unglücklich ausging“. (dpa)Florian ErbeDas WM-Fieber hat in Norwegen sogar das Parlament Stortinget gepackt. Unmittelbar nach den Abstimmungen über so große Themen wie den Inlandsnachrichtendienst oder die Abgeordnetendiäten ergriff Parlamentspräsident Masud Gharahkhani am Donnerstag die Initiative und forderte seine Kolleginnen und Kollegen dazu auf, wie die norwegischen Fans zu „rudern“.„Wir in der Präsidentschaft haben uns überlegt, dass wir einen Gruß an unsere Fußball-Jungs schicken sollten – an die Nationalmannschaft, die wirklich liefert – aus dem Herzen der Demokratie, aus dem Stortinget“, rief er und ergänzte: „Das geht nicht besser als mit einem 'Rudert, rudert!'“ Und so zogen Politiker aller Parteien beim sogenannten „Viking row“ ihre imaginären Riemen mit geschlossenen Fäusten nach hinten.Präsident Gharahkhani, Angehöriger der sozialdemokratischen Arbeiterpartei und in Irans Hauptstadt Teheran geboren, gab auf dem Rednerpult den Takt vor. Als aus seiner Sicht genug gerudert war, schloss er die Aktion mit einem ernsten: „Ruhe im Saal!“ Danach folgten weitere politische Abstimmungen.Gharahkhanis Schlusssatz ("Ro i salen!") zu der aufsehenerregenden Aktion war zugleich ein Wortspiel: „Ro“ (gesprochen: „Ruuh!") bedeutet auf Norwegisch Ruhe – und: rudern. Mit dem Aufruf, sich gemeinsamen in die Riemen zu legen, haben Fans aus dem skandinavischen Land, das erstmals seit 1998 wieder an einer WM teilnimmt, die WM und das Netz erobert. Die Norweger „rudern“ in Stadien, auf Rolltreppen – und auch zuhause: im Parlament. (sid)Moderatorin Florencia Pena hat nach dem Verkünden der Falschmeldung vom Tode des Vaters von Lionel Messi einen Fehler eingeräumt und um Verzeihung gebeten. „Ich entschuldige mich bei der Familie Messi für die schwere Zeit, die sie durchmacht. Es tut mir unendlich leid, dass ich zu diesem Leid beigetragen habe“, schrieb Pena bei Instagram. Sie hatte am Donnerstag in ihrer Livesendung „El show del verano“ beim Streaminganbieter Luzu TV den Tod von Jorge Messi verkündet.Die Familie Messi hatte daraufhin in einem Statement ihre „tiefe Bestürzung über den Mangel an Sensibilität, Respekt und Anstand, mit dem einige Menschen eine strikt private Familienangelegenheit behandeln“ zum Ausdruck gebracht: „Wir bitten um Verantwortung, Besonnenheit und Menschlichkeit. Die Gesundheit eines Menschen und die Ruhe seines Umfelds sollten nicht Gegenstand von Spekulationen oder unverantwortlicher medialer Aufmerksamkeit sein.“Der 68 Jahre alte Jorge Messi erhole sich derzeit von einem nicht näher definierten „gesundheitlichen Problem“. Er „steht derzeit unter medizinischer Aufsicht, erholt sich und macht unter den gegebenen Umständen gute Fortschritte“, teilte die Familie mit, ohne Details zur Erkrankung zu nennen.Pena schrieb, dass ihr diese Information vom Produktionsteam genannt wurde. Sie sei davon ausgegangen, dass es entsprechende Recherchen und Überprüfungen gegeben habe. Die an der Falschinformation beteiligten Mitarbeiter wurden mittlerweile entlassen. „Ich habe dem Team vertraut. Trotzdem übernehme ich die Verantwortung für meinen Anteil an dem Fehler und habe mich deshalb entschieden, nicht mehr für Luzu arbeiten“, teilte sie mit: „Ich entschuldige mich nochmals aufrichtig, ich habe mich geirrt.“Messi war nach seinem ersten von drei Treffern für Argentinien beim WM-Spiel gegen Algerien (3:0) kurzzeitig in Tränen ausgebrochen. „Es hatte nichts mit dem Sport zu tun. Ich habe einige schwierige und komplizierte Tage durchgemacht“, sagte der Angreifer von Inter Miami danach über seine emotionale Reaktion. Mit seinem Dreierpack hatte Messi den WM-Torrekord von Miroslav Klose (16) eingestellt. Jorge Messi ist der Berater seines Sohnes und gilt als eine seiner wichtigsten Stützen. (sid)Florian ErbeDer marokkanische Außenverteidiger Achraf Hakimi muss sich in seiner Wahlheimat Frankreich wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Dies gab das Berufungsgericht Versailles am Freitag in einer Erklärung bekannt, Hakimi müsse vor dem Strafgericht des Départements Hauts-de-Seine erscheinen. Einen exakten Termin gibt es noch nicht.Der 27 Jahre alte frühere Profi von Borussia Dortmund, derzeit bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada aktiv, hatte die Vorwürfe stets bestritten. Er sei das Opfer einer Verleumdung. Bei einer Anhörung im Mai hatte er beantragt, dass das Verfahren eingestellt würde.„Die Justiz hat mir in die Augen gesehen und zu mir gesagt: 'Wenn Sie nicht bekannt wären, hätte es nie einen Fall gegeben.' Ich habe mich jahrelang entschieden zu schweigen. Ich dachte, dass es richtig wäre, würdevoll zu bleiben, geduldig zu sein und der Justiz zu vertrauen, damit die richtigen Entscheidungen getroffen werden“, schrieb Hakimi, beim Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain unter Vertrag, bei X: „Heute wird eine Geschichte erzählt, die nicht meine ist, auf Kosten meiner Familie, meines Lebens und vor allem der Wahrheit. Manchmal habe ich das Gefühl, zu einem leichten Ziel geworden zu sein. Ich warte auf diesen Prozess seit dem ersten Tag. Und inzwischen erwarte ich ihn sehnsüchtig. Endlich werde ich sprechen können.“Eine damals 24-Jährige hatte im Februar 2023 bei der Polizei ausgesagt, sie sei von Hakimi vergewaltigt worden. Sie erstattete zunächst keine Anzeige. Hakimis Rechtsbeistand wirft der Frau vor, die Ermittlungen zu behindern und sich medizinischen Untersuchungen verweigert zu haben. (sid)Florian ErbeMark Carney kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Im schwarzen Trikot und mit einem zufriedenen Lächeln stand der Premierminister in der Kabine der kanadischen Nationalmannschaft, auch der Schockmoment um Ismael Koné konnte die Begeisterung des Regierungschefs über die historische Leistung seiner Landsmänner nicht dämpfen. „Ihr habt einen Charakter gezeigt, den die meisten Leute in ihrem Leben nicht erreichen“, rief Carney im Bauch des BC Place von Vancouver den Spielern um Dreierpacker Jonathan David zu: „Ich könnte nicht stolzer sein.“Das 6:0 (3:0) des Ko-Gastgebers über Katar, der erste Sieg bei einer WM-Endrunde im achten Anlauf, die so gut wie sichere Qualifikation für die K.o.-Phase – das war das eine. Das andere aber, das, was sowohl Carney als auch Trainer Jesse Marsch so „stolz“ machte, war die Reaktion der Mannschaft auf die Horror-Verletzung von Koné. „Seit zwei Jahren versuche ich den Leuten klarzumachen, was für einen besonderen Charakter diese Mannschaft hat“, sagte Marsch: „Ich finde, dass heute all das zum Ausdruck gekommen ist.“In der 51. Minute war Koné beim Stand von 3:0 nach einem Foul von Katars Assim Madibo zu Boden gegangen, sein Unterschenkel in einer deutlichen Fehlstellung. Der Schock stand nicht nur dem 24-Jährigen selbst, sondern auch seinen Mitspielern und Gegnern ins Gesicht geschrieben. David verdrückte sogar Tränen, musste getröstet werden. „Es war ein Schock für uns alle“, sagte Alphonso Davies im Anschluss. Ein Schock aber, von dem sich die Kanadier im Anschluss angetrieben von 50.000 Fans recht unbeeindruckt zeigten.Drei weitere Tore ließen „Les Rouges“ noch folgen – gegen Katarer, die nach einer ersten Roten Karte gegen Homam Ahmed (33.) und dem Platzverweis für Madibo nur noch zu neunt waren. Nicht nur in Vancouver feierten die kanadischen Fans danach ausgelassen – angetrieben von der Hoffnung, dass vielleicht doch mehr möglich sein könnte bei dieser Heim-WM. „Man braucht Momente, in denen sich alle daran erinnern, was passiert ist“, sagte Marsch voller Stolz: „Kein Kanadier wird diesen Tag vergessen.“ (sid)Florian ErbeDie neue Liebesbeziehung zwischen Boston und Schottland soll nicht mit der Fußball-WM enden. Die Hauptstadt des US-Bundesstaates Massachusetts, die in den vergangenen Tagen von zehntausenden schottischen Fans in Beschlag genommen wurde, und Glasgow wollen ab dem kommenden Jahr offiziell eine Städtepartnerschaft eingehen.Im April soll die Partnerschaft beim traditionellen Tartan Day in den USA besiegelt werden. Der Tartan Day würdigt die historischen Beiträge und das kulturelle Erbe der schottisch-stämmigen Amerikaner. Die Fans der „Bravehearts“ nennen sich selbst Tartan Army.„Bereits heute werden wir eine Absichtserklärung für eine Städtepartnerschaft unterzeichnen und damit den offiziellen Prozess zwischen unseren beiden Städten anstoßen“, sagte Bostons Bürgermeisterin Michelle Wu. Als die Politikerin das Papier unterschrieb, sangen anwesende schottische Fans in Anlehnung an ihre inoffizielle Fußball-Hymne: „No Wu, no Party“. Schottlands Nationalmannschaftskapitän Andrew Robertson hatte zuvor die Begeisterung der Gastgeber für die schottischen Fans hervorgehoben: „Boston hat sich in sie verliebt. Jeder, der die Tartan Army trifft, verliebt sich in sie“, sagte er.Weil Schottland zwei Vorrundenspiele in Boston austrägt, sollen inzwischen rund 50.000 Fans aus der Heimat über den Atlantik geflogen sein. Seit Tagen prägen sie das Stadtbild. „Wir wünschten, wir könnten euch für immer hier behalten. Diese Partnerschaft versichert euch, dass ihr Boston immer als euer Zuhause betrachten könnt. Wir wollen, dass ihr wiederkommt. Wieder und wieder und wieder“, sagte Wu. (dpa)Florian ErbeDer iranische Fußballverband will angesichts der Reiserestriktionen während der Fußball-WM eine Beschwerde bei der FIFA einreichen. Wie der Verband mitteilte, sei ein Antrag auf eine Einreise in die USA zwei Tage vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Belgien am Sonntag (21.00 Uhr MESZ) abgelehnt worden. Demnach darf das „Team Melli“ erst am Samstag zum Spielort nach Los Angeles aufbrechen.Gemäß dem Programm des Trainerstabs müsste die Mannschaft jedoch „zwei Tage vor jedem Spiel in der jeweiligen Gastgeberstadt eintreffen und am Tag nach dem Spiel zum Basislager zurückkehren, um eine optimale technische und körperliche Vorbereitung zu gewährleisten“, heißt es in einer Mitteilung. Vor allem angesichts der frühen Anstoßzeit (12.00 Uhr Ortszeit) sei es das Ziel gewesen, den Spielern genügend Zeit zu geben, sich an die Spielbedingungen anzupassen.Der iranische Verband ist der Ansicht, „dass solche Einschränkungen nicht mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung aller teilnehmenden Mannschaften vereinbar sind und sich negativ auf die Vorbereitung der Mannschaften auswirken könnten.“ Der Verband werde daher „seine Unzufriedenheit offiziell zum Ausdruck bringen und über die entsprechenden Kanäle eine formelle Beschwerde bei der FIFA einreichen.“Die Iraner hatten ihr Teamquartier kurzfristig wechseln müssen und trainieren im mexikanischen Tijuana. Nach dem Auftaktspiel gegen Neuseeland (2:2) musste die Mannschaft von Trainer Amir Ghalenoei den Spielort Los Angeles noch am Spieltag wieder verlassen, was bei den Iranern zu großem Unmut geführt hatte. Zudem fehlen 15 Personen aus dem Staff, denen kein Visum für die USA erteilt wurde. (sid)Florian ErbeHaitis Trainer Sébastien Migné blickt voller Vorfreude auf das Duell mit Rekordweltmeister Brasilien. „Rennt, rennt, rennt“ sei seine Botschaft an die Spieler, sagte der Franzose vor der Partie in Philadelphia an diesem Samstag (2.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und MagentaTV). Er wolle ihnen zu verstehen geben, dass sie nichts verlieren, aber „alles gewinnen“ könnten. Es sei 52 Jahre her, dass Haiti letztmals an einer Fußball-WM teilgenommen habe, betonte der Coach noch mal. Nun auch noch gegen Brasilien zu spielen, sei „unglaublich“. Zum Auftakt hatte Haiti nur knapp mit 0:1 gegen Schottland verloren. „Wir haben es verdient, hier zu sein“, sagte Migné. Gegen Brasilien, das zum Start 1:1 gegen Marokko spielte, könne man jetzt noch etwas präsenter werden.Dank des Fußballs gebe es immer wieder „wunderbare Momente“, sagte Migné. Man wolle dafür sorgen, dass das Land stolz auf die Mannschaft sei. Die humanitäre Lage in Haiti ist katastrophal. Bandengewalt, Korruption, Hunger und politische Instabilität prägen das Leben. Migné bedauerte erneut, dass er – anders als er es von seinen Trainerstationen sonst gewohnt sei – nicht dort leben könne. Er hoffe, noch in seiner Zeit als Haiti-Coach dort hinzukommen. (dpa)Mehr ladenTickarooLive Blog Software