Die italienische Bank Unicredit hat durch ihr zwischen 5. Mai und 16. Juni geltendes Übernahmetauschangebot 12,5 Prozent aller Commerzbank-Aktien erlangt. Diesen Andienungswert teilte Unicredit am Freitagnachmittag mit. Unicredit hält schon 26,8 Prozent aller Commerzbank-Aktien und überschreitet nun die Schwelle von 30 Prozent, an der üblicherweise das gesetzlich erforderliche Übernahmeangebot fällig wird. Dem ist Unicredit mit dem freiwilligen Übernahmeangebot zuvorgekommen.Die Commerzbank-Führung lehnt das Übernahmeangebot Unicredits ab, weil es keine Prämie enthält. Tatsächlich bedeutete das Umtauschverhältnis von 0,485 Unicredit-Aktien für eine Commerzbank-Aktie über weite Strecken des Angebots gemessen an den aktuellen Börsenkursen, dass Commerzbank-Aktionäre besser fahren würden, wenn sie ihre Aktien über die Börse verkaufen, als sie Unicredit anzudienen. Daher gab es starke Anzeichen, dass vor allem Banken ihre Commerzbank-Aktien zum Tausch eingereicht haben, die ohnehin schon mit Unicredit über Terminkontrakte verbunden waren. Die japanische Bank Nomura hat das entsprechend gemeldet.Die Bundesregierung, die noch einen Staatsanteil von zwölf Prozent an der Commerzbank hält, hat das Unicredit-Angebot nicht angenommen und dies unter anderem mit der fehlenden Attraktivität begründet. Diese hat sich allerdings verbessert. Am Freitagnachmittag kostete eine Commerzbank-Aktie 38,60 Euro, eine Unicredit-Aktie 80,80 Euro. Damit wäre eine Commerzbank-Aktie nach dem von Unicredit gebotenen Aktientauschverhältnis 39,20 Euro wert, also immerhin 60 Cent mehr als der Börsenkurs zum gleichen Zeitpunkt. Allerdings haben in Unicredit umgetauschte Commerzbank-Aktien keinen Anspruch auf Dividendenzahlung von voraussichtlich 1,72 Euro im zweiten Halbjahr 2026.Neue Frist für Unicredit-Angebot bis 3. JuliVom 20. Juni bis 3. Juli können Commerzbank-Aktionäre nun das Angebot der Unicredit quasi nachträglich noch annehmen und im Tausch für eine Commerzbank-Aktie 0,485 Unicredit-Aktien erhalten. Unicredit kommt mit seinem Anteil von 26,8 und den weiteren angedienten 12,5 Prozent auf insgesamt 39,3 Prozent an der Commerzbank. Daneben verfügt Unicredit noch über weitere meldepflichtige Long-Derivate. An deren Höhe hat sich zuletzt wenig geändert.Darüber hinaus hat die Wertpapieraufsicht Bafin durchgesetzt, dass Unicredit auch nicht meldepflichtige Short-Positionen melden muss. Nach der Mitteilung von Freitag hat Unicredit demnach nur noch „mehr als 96 Prozent“ ihrer 26,77 Prozent über Terminverträge abgesichert. So könnte die Bank ihre Anteile zu festen Preisen und Zeitpunkten wieder verkaufen. Bisher war davon die Rede, dass mehr als 98 Prozent der Anteile abgesichert seien.Dass Unicredit sich aber aus dem Aktionärskreis der Commerzbank zurückzieht, ist unwahrscheinlich. Vielmehr hat sich die italienische Bank mithilfe von verbündeten Banken wie Nomura und Citigroup sowie mutmaßlich weiteren Helfern wie den Banken Jefferies und Bank of America Verträge abgeschlossen, die ihr zu bestimmten Zeitpunkten Zugriff auf weitere 13 Prozent aller Commerzbank-Aktien ermöglichen. Ein weiteres verbessertes Übernahmeangebot muss Unicredit erst vorlegen, wenn sie mehr als 90 Prozent aller Commerzbank-Aktien erlangt.
Unicredit: Tauschangebot bringt 12,5 Prozent aller Commerzbank-Aktien
Die italienische Bank hat nun fast 40 Prozent aller Commerzbank-Aktien. Und die Commerzbank-Aktionäre bekommen eine weitere Frist bis 3. Juli, in der sie Unicredit ihre Aktien noch zum alten Tauschverhältnis andienen können.
Unicredit erwarb 12,5 Prozent Commerzbank-Aktien, hält 39,3 Prozent mit Derivat-Optionen für weitere Akquisitionen. Der Bankkonsolidierungsprozess signalisiert M&A-Dynamiken im Finanzsektor, relevant für Tech-Anbieter von Governance und Compliance.












