Die Stadt Zürich soll das alte Kispi-Areal kaufen und darauf Wohnungen erstellen, so die Linken. Aber es gibt ein ProblemAuf dem Grundstück ist das neue Zentrum für Zahnmedizin geplant. Das sorgt für Kritik.19.06.2026, 13.54 Uhr3 LeseminutenDas Grundstück des ehemaligen Kinderspitals umfasst 20 000 Quadratmeter und gehört dem Kanton. Es wird noch jahrelang leer stehen.Karin Hofer / NZZDer Kanton besitzt mitten in der Stadt Zürich ein begehrtes Stück Land. 20 000 Quadratmeter gross ist es, gelegen im Quartier Hottingen, unterhalb des Zürichbergs: das alte Kinderspital-Areal. Seitdem das Kispi im November 2024 in den Neubau in der Lengg am Stadtrand gezogen ist, liegt das Grundstück brach.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Pläne für eine Umnutzung gibt es durchaus. Der Kanton will auf dem Areal das neue Zentrum für Zahnmedizin bauen, das heute im Universitätsquartier steht. Doch weil derzeit die Mittel für den Bau fehlen und sich das Projekt verzögert, dürfte das ehemalige Kinderspital noch Jahre leer stehen. Fürs Erste sollen Teile der Liegenschaften als Asylunterkünfte genutzt werden. Studentenwohnungen wären nur möglich, wenn zuvor das Planungs- und Baugesetz geändert würde.Die Pläne des Kantons kommen nicht überall gut an. Eine im Quartier lancierte Petition der IG Kispi Hottingen fordert, auf den Neubau des zahnmedizinischen Zentrums zu verzichten. Stattdessen soll ein Gesamtkonzept ausgearbeitet werden. Es soll aufzeigen, wie die bestehenden Gebäude künftig genutzt und für das Quartier zugänglich gemacht werden können. Gemäss dem Online-Portal «Tsüri» erzielte die Petition in den letzten Monaten 1800 Unterschriften.Verhandlungen für Teilverkauf sind sistiertIn die gleiche Richtung zielt ein Argumentarium, das die Arbeitsgruppe für Städtebau Zürich – sie setzt sich zusammen aus Architekten und Städteplanern – im letzten Oktober veröffentlicht hat. Im Papier hält die Gruppe insbesondere fest, dass es aus ökologischer Sicht unsinnig sei, bestehende Bausubstanz zu vernichten, statt sie zu sanieren.Bald wird sich auch die städtische Politik damit befassen – einmal mehr, muss man sagen. Im Herbst 2024 überwies eine breite Mehrheit des Stadtparlaments einen Vorstoss an den Stadtrat mit der Forderung, sich für Alterswohnungen auf dem Kispi-Gelände einzusetzen.SP, Grüne und AL träumen aber auch von preisgünstigen Wohnungen und Raum für das lokale Kleingewerbe auf dem Areal – und fordern deshalb in einem weiteren Vorstoss, dass der Stadtrat das gesamte Grundstück oder mindestens Teile davon kaufen soll. Es habe Potenzial für ein «modellhaftes Quartier, das bei kluger Planung und Durchmischung der Generationen zahlreiche Bedürfnisse der Stadtbevölkerung befriedigen kann», so heisst es in der Begründung.Weil die Linken im Stadtparlament eine knappe Mehrheit halten, hat der Vorstoss gute Chancen, überwiesen zu werden. Doch selbst wenn der Stadtrat damit den Auftrag erhält, eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten: In den nächsten Jahren dürfte sich auf dem Gelände wenig bewegen.Baudirektion hält an dem Grundstück festZwar hat der Kanton Bereitschaft signalisiert, den nordöstlichen Teil an die städtische Stiftung Alterswohnungen zu verkaufen – so, wie es das Stadtparlament gewünscht hatte. Die Stiftung will auf dem Gelände Wohnraum für Senioren schaffen. Die Verhandlungen sind aber sistiert, weil sich das Projekt für das neue zahnmedizinische Zentrum verzögert. Dies hat der Stadtrat jüngst bekanntgegeben.Dass der Kanton der Stadt dereinst sogar das ganze Areal verkauft, dürfte reines Wunschdenken sein. Erst im Januar hatte die Baudirektion auf Anfrage der NZZ klargemacht, dass das alte Kispi-Areal weiterhin als Standort für das Zentrum für Zahnmedizin vorgesehen sei.Passend zum Artikel
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Auf dem Grundstück ist das neue Zentrum für Zahnmedizin geplant. Das sorgt für Kritik.
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