Sieben Jahre nach dem Untergang der Baselworld: Die MCH Group lanciert eine neue Schmuck- und UhrenmesseBasel bekommt mit Basilia wieder eine Messe für Schmuck und Uhren. Die MCH Group holt sich dafür einen Partner mit starkem Asien-Netz im Schmuckbereich. Ob Schweizer Uhrenhersteller daran Interesse haben, ist unklar.19.06.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenDie Baselworld 2019 war die Letzte ihrer Art. Nun versucht die MCH Group mit Basilia einen Neustart.Arnd Wiegmann / ReutersVor sieben Jahren traf sich die Uhrenwelt zuletzt in Basel. Die Baselworld 2019 war die letzte Ausgabe einer Messe, die über ein Jahrhundert den Takt der Branche bestimmt hatte – und danach rasch zerfiel, weil wichtige Aussteller wie Rolex, Patek Philippe oder TAG Heuer das Vertrauen in die damalige Führung verloren hatten.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Seither hat Genf das Zepter übernommen: Im Frühling versammeln sich die Uhrenhersteller an der Watches and Wonders, im Spätsommer folgen die Geneva Watch Days. Auch die Schmuckbranche hat mit der Gem Genève ein Format in der Rhonestadt etabliert.Nun will die MCH Group Basel wieder auf die internationale Landkarte der Uhren- und Schmuckbranche setzen. Am Donnerstag präsentierte die Messeveranstalterin, die auch hinter der Art Basel steht, ein neues Konzept: die Basilia Jewellery & Watch Fair.Für dieses Format spannt die MCH Group mit Informa Markets zusammen. Die Tochter des börsenkotierten Londoner Informa-Konzerns organisiert Fachmessen in mehr als dreissig Ländern und ist im asiatischen Schmuck- und Edelsteinmarkt gut vernetzt. Zu ihrem Portfolio gehört die Jewellery & Gem World Hongkong, eine der führenden Fachmessen der Branche.Basilia ist keine Baselworld 2.0. Die neue Messe soll Käufer aus Europa und den USA mit Herstellern, Lieferanten und Marken aus Asien und anderen Märkten zusammenbringen. Die MCH Group spricht von einer internationalen Handelsplattform – einer Fachmesse für Aussteller, Händler und Einkäufer. Der Fokus liegt auf Schmuck; Edelsteine und Uhren ergänzen das Angebot.Dennoch richtet sich das Konzept auch an die Uhrenbranche. Roman Imgrüth, bei der MCH Group für Exhibitions & Events verantwortlich, anerkennt, dass das oberste Segment der Uhrenindustrie seine neue Heimat in Genf gefunden habe. Doch unterhalb der grossen Luxusmarken sieht er Potenzial. Rund 70 Marken präsentieren sich heute an der Watches and Wonders, die Schweizer Uhrenwelt umfasst jedoch deutlich mehr Anbieter. Diesen Herstellern könnte Basel wieder eine Bühne bieten.Damit will die MCH Group eine Lücke schliessen, die nach dem Ende der Baselworld entstanden ist. Die Watches and Wonders richtet sich vor allem an Luxusmarken. Die Messe hat sich zwar etwas geöffnet, und kleinere Hersteller zahlen geringere Gebühren als die grossen Häuser. Doch der Platz bleibt begrenzt. Einige mieten während der Messe Hotelsuiten in Genf oder weichen auf kleinere Formate wie Time to Watches aus.Die MCH Group hofft offenbar, dass ein Teil dieser Marken nach Basel zurückkehren könnte. Der Preis dürfte dabei zentral sein: Laut Imgrüth wird das neue Format für die Teilnehmer günstiger sein als die alte Baselworld.Wie stark die Uhren tatsächlich im Fokus stehen, bleibt unklar. Celine Lau, Direktorin der Schmuckmessen bei Informa Markets Jewellery, erwartet eine Aufteilung von 50 Prozent Schmuck, 25 Prozent Edelsteinen und 25 Prozent Uhren.Die erste Basilia ist für April 2027 in der Halle 2 der Messe Basel geplant. Sie findet damit nicht in den grossen Hallen von Herzog & de Meuron statt, die extra für die Baselworld erstellt wurden, sondern in einem historischen, kleineren Messegebäude.Einen genauen Termin hat die MCH Group noch nicht genannt. Das hängt damit zusammen, dass die Watches and Wonders ihre Daten für 2027 noch nicht veröffentlicht hat. Offenbar will Basel seinen Kalender auf Genf abstimmen. Basilia soll etwas später beginnen, sich aber leicht mit der Watches and Wonders überschneiden. Wenn in Genf die Fachbesuchertage enden und die Publikumstage beginnen, soll Basel die Fachbesucher empfangen.Ob Basilia, wie einst die Baselworld, auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich sein wird, ist offen. Imgrüth sagt, man werde auf die Wünsche der Aussteller hören. Falls diese Publikumstage wünschten, sei das denkbar. Im Kern bleibt Basilia aber eine Fachmesse.Auch bei den Ausstellern bleibt vieles unklar. Im Communiqué ist von mehr als 400 Ausstellenden die Rede. Namen nennt die MCH Group noch nicht. Man habe viele Gespräche geführt, sagt Imgrüth. Wer tatsächlich kommt, werde erst bekanntgegeben, wenn die Verträge unterzeichnet sind.Passend zum Artikel
Baselworld 2.0? Die MCH Group will mit Basilia Schmuck und Uhren zurück nach Basel bringen
Basel bekommt mit Basilia wieder eine Messe für Schmuck und Uhren. Die MCH Group holt sich dafür einen Partner mit starkem Asien-Netz im Schmuckbereich. Ob Schweizer Uhrenhersteller daran Interesse haben, ist unklar.
MCH Group startet mit Informa Markets Basilia (April 2027, >400 Aussteller): Neue Schmuck- und Uhrenmesse in Basel, günstiger als die alte Baselworld. Kernziel sind mittlere Marken, verdrängt von Genfs teurer Watches and Wonders – klassisches Signal: Markkonzentration erzeugt Ineffizienzen und Gegenbewegungen.













