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Kommentar: Kevin Warsh ist nicht der Totengräber der US-Notenbank Dass der neue Fed-Chef entschlossen für Preisstabilität eintritt, verdient angesichts des politischen Drucks Respekt. Dabei geht Kevin Warsh taktisch geschickt vor.

Stefan Reccius 18.06.2026 - 14:45 Uhr Artikel anhörenÜbertragung der Pressekonferenz von Kevin Warsh in New York: Der neue Fed-Chef hat Eindruck an den Märkten gemacht. Foto: Richard Drew/AP/dpaEin Hauch von Revolution weht an der Wall Street. Der neue US-Notenbankchef Kevin Warsh hat die übliche Zinsprognose verweigert. Seine Enthaltung ist keine Petitesse, sondern eine Machtdemonstration: Warsh ist auf Geheiß von US-Präsident Donald Trump angetreten, die Geldpolitik aufzumischen.Unter dem Eindruck von Warshs denkwürdiger Premiere sind die Aktienkurse gefallen und die Renditen für US-Staatsanleihen gestiegen, der Dollar ist wieder gefragt. Die anfängliche Ernüchterung über Warsh hat jedoch einen banalen Grund: Investoren nehmen dem neuen Fed-Chef dessen Bekenntnis zum Inflationskampf ab und rechnen mit steigenden Zinsen.Warsh geht taktisch geschickt vor: Mit den von ihm eingesetzten Arbeitskreisen kann er Kritik an vermeintlicher Untätigkeit entschärfen, wenn es bei einer längeren Zinspause bleibt. Die Hürde für Zinsänderungen dürfte jedenfalls hoch liegen, solange die Fed unter Vorbehalt einschneidender Reformen arbeitet. Außerdem kann er so hinter den Kulissen viel Einfluss auf die Strategie nehmen.Trump-Watch Doch keine Marionette: Neuer Fed-Chef Kevin Warsh riskiert den Konflikt mit Trump – mit Volker Wieland 18.06.2026