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Der tat gegen Kroatien zunächst etwas Unerhörtes – er verschoss einen Elfmeter. Aber weil Harry Kane eigentlich gar keine Elfmeter verschießen kann, tat ihm Kroatiens Torwart Dominik Livaković den Gefallen, und verließ die Torlinie zu früh. Kane durfte nochmal ran, traf mit 122 Kilometern pro Stunde, köpfte kurz darauf auch noch das zwischenzeitliche 2:1 und führte England zum umjubelten Sieg. Warum der in England eine besondere Art der Euphorie auslöst, hat unser Mitarbeiter Sven Haist hier aufgeschrieben:Im zweiten Spiel der England-Gruppe L lieferten sich Ghana und Panama ein, Pardon, über weite Strecken ereignisloses Match. Ehe die Afrikaner in der Nachspielzeit noch das Tor des Tages erzielten.Neben Kane war ein zweiter Bayern-Spieler der Protagonist des Abends. Luis Diaz erzielte für Kolumbien das 2:1 beim 3:1-Sieg seiner Mannschaft gegen Usbekistan. Damit hat die FC-Bayern-Offensivreihe Kane, Olise, Diaz einen höchst erfolgreichen ersten WM-Spieltag hinter sich. Olise bereitet bei Frankreichs Sieg zwei Tore vor.Und noch eine gute Nachricht aus der Nacht: Ana Candida Evora, die Mutter von Vozinha, dem heldenhaften Torhüter der Kapverden, darf nun doch in die USA reisen und das zweite Spiel ihres Sohnes sehen. Das bestätigte sie Reportern der britischen BBC. Vozinha sagte nach dem 0:0 gegen Spanien, seine Mutter hätte nicht in die USA reisen können, weil man das Geld fürs Visum nicht rechtzeitig hinterlegen konnte. Reisende von den Kapverden müssen vor dem Erhalt eines US-Visums 15 000 Dollar Kaution hinterlegen.Tah über Gebet auf dem Platz: "Es ist am Ende ein schönes Zeichen"Jonathan Tah will auch in der Zukunft nach den Spielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit Teamkollege Felix Nmecha und anderen Profis beten. „Ich bin dabei und wir werden das auch weiter fortführen, weil es am Ende, glaube ich, ein schönes Zeichen ist einfach“, sagte Tah bei MagentaTV. Es gehe um mehr als Fußball. „Es geht um Liebe, es geht um Nächstenliebe, es geht um Frieden, Dankbarkeit. Das sind die Werte, die wir nach außen vermitteln wollen.“Auf Initiative von Nmecha hatten der 25-Jährige, Tah und Gegenspieler nach dem 7:1 beim WM-Auftakt des DFB-Teams gegen Curaçao einen Gebetskreis auf dem Platz gebildet. Die Szene in Houston hatte für Aufsehen gesorgt. Nmecha spricht öffentlich oft über seinen christlichen Glauben und persönliche Ansichten. In der Vergangenheit hatten seine Social-Media-Posts mehrfach auch Kritik ausgelöst.Glücksspielbehörde leitet offenbar Prüfverfahren gegen Fifa-Sponsor einDie Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat offenbar ein Prüfverfahren gegen einen Fifa-Sponsor eingeleitet. Wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet, geht es dabei um den Wettanbieter ADI Predictstreet. Demnach prüft die Behörde, ob es sich „um unerlaubtes öffentliches Glücksspiel“ handelt und ob bei den Übertragungen der Fußball-WM in Deutschland unzulässige Werbung zu sehen ist.Nach Angaben der GGL verfügt das Unternehmen in Deutschland über keine Glücksspiellizenz. Werben dürfen hierzulande nur Anbieter, die auf der sogenannten „Whitelist“ geführt werden. ADI Predictstreet ist bei den WM-Spielen mit Bandenwerbung präsent sowie auf den Sponsorenwänden bei offiziellen Interviews und Pressekonferenzen.ADI Predictstreet sieht derweil keinen Gesetzesverstoß. Das Unternehmen betreibe keine Marketing- oder Werbeaktivitäten, die auf Deutschland ausgerichtet seien, teilte ein Sprecher dem RND mit. Der Weltverband Fifa äußerte sich nach RND-Angaben bislang trotz mehrfacher Nachfrage nicht. ZDF-Sprecher Thomas Hagedorn erklärte dem RedaktionsNetzwerk, dass die Bilder vom Host-Broadcaster zur Verfügung gestellt werden würden. Der Sender sowie die ARD hätten „auf die Bandenwerbung in den WM-Stadien, die Teil der realen Umwelt ist, keinen Einfluss. Die Darstellungen stehen im Einklang mit dem Medienstaatsvertrag.“Die Fifa hatte die mehrjährige Partnerschaft mit dem Unternehmen, das zum Firmennetzwerk der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehört und einen sogenannten Prognosemarkt anbietet, am 2. April bekanntgegeben.Südafrikas Nationaltrainer will wegen Rot-Sperre protestieren – und verweist auf MessiSüdafrikas Nationaltrainer Hugo Broos hat den Fußball-Weltverband Fifa für die Rot-Sperre gegen seinen Spieler Themba Zwane scharf kritisiert. „Drei Spiele Sperre. Das ist viel, viel, viel zu hart. Vor allem, wenn ich sehe, was gestern bei Messi vorgefallen ist. Ich bin damit nicht einverstanden. Das frustriert mich“, sagte der Belgier vor dem vorentscheidenden Gruppenspiel gegen Tschechien am Donnerstag (18 Uhr/MagentaTV) in Atlanta. Der Coach kündigte einen Einspruch an. Die Disziplinarkommission der Fifa hatte eine Sperre von drei Spielen aufgrund der Schwere des Vergehens ausgesprochen. Zwane hatte beim 0:2 zum Auftakt gegen Mexiko die rote Karte für eine Tätlichkeit gesehen – allerdings erst nach Eingriff des Videoschiedsrichters. „Die rote Karte war übertrieben", meinte Broos. Lionel Messi war nach einem harten Foul mit offener Sohle auf der Wade seines Gegenspielers im Spiel gegen Algerien in der Nacht zum Mittwoch mit einer Ermahnung davongekommen, der VAR hatte nicht eingegriffen. Es gab nicht einmal Gelb für Messi.Sechs Tore, viel Spektakel: England gewinnt 4:2 gegen KroatienEs war das bislang beste Spiel bei dieser WM: Erst trifft Harry Kane doppelt für England, dann gleicht Kroatien zweimal aus. Doch Jude Bellingham und Marcus Rashford entscheiden die Partie. Hier geht’s zum Spielbericht:„Ich sehe nichts Falsches daran“: Rüdiger spricht über das WM-Gebet von Felix NmechaNationalverteidiger Antonio Rüdiger hat auf einer Pressekonferenz im deutschen WM-Quartier in Winston-Salem seinen Teamkollegen Felix Nmecha verteidigt. „Es ist etwas Persönliches. Er hat das gemacht, und ich sehe nichts Falsches daran“, sagte Rüdiger zu dem Gebetskreis, den Nmecha mit Jonathan Tah und Gegenspielern nach dem 7:1 für das DFB-Team gegen Curaçao gebildet hatte.Die Szene im WM-Stadion von Houston hatte unterschiedliche Kommentare ausgelöst. Nmecha spricht öffentlich oft über seinen christlichen Glauben und persönliche Ansichten. In der Vergangenheit hatten seine Social-Media-Posts mehrfach auch Kritik ausgelöst. Es seien doch „schöne Bilder“ gewesen, meinte Rüdiger. Im DFB-Team sei das religiöse Bekenntnis des Dortmunders kein Thema, versicherte Rüdiger. Der Abwehrspieler von Real Madrid war mehrfach selbst für seinen muslimischen Glauben in die Kritik geraten. Andere Internet-Kommentare richteten sich mehrfach gegen sein kontroverses Verhalten auf dem Platz. „Ich weiß nicht, ehrlich gesagt, warum das so ist. Wie gesagt, für mich, so in der Social-Media-Welt, da bin ich der Buhmann. Das ist auch für mich okay“, sagte der Berliner. „Seriöse Kritik ist immer bei mir willkommen“, versicherte er.Felix Nmecha und die GlaubensfrageWenn sein Klubtrainer ihm prophezeit, dass er der nächste 100-Millionen-Euro-Abgang Borussia Dortmunds wird; wenn der Bundestrainer über ihn sagt, er bringe „alles mit, um einer der besten Mittelfeldspieler der Welt zu werden“; und wenn er dann das erste Tor der DFB-Elf bei der WM erzielt, kann Felix Nmecha nicht viel falsch gemacht haben, als Fußballer.Nmecha steht trotzdem in der Kritik. Nicht wegen seiner Performance auf dem Platz, sondern wegen seines Glaubens. Weil er Social-Media-Posts von fundamentalistischen Aktivisten gutgeheißen hatte, gab es 2023 in Dortmund Fans, die dagegen protestierten, ihn zu holen, und sei er noch so talentiert. Nmecha ist Teil des internationalen Netzwerks „Ballers in God", dem man eine Nähe zu evangelikalen Freikirchen nachsagt, die unter anderem meinen, Homosexualität „heilen“ zu können.Dass er an Gott glaubt, zeigte Nmecha am Sonntag auch auf dem Platz. Nach dem 7:1 gegen Curaçao bildete er mit seinem Teamkollegen Jonathan Tah und fünf Spielern von der Karibikinsel einen Kreis – und betete. Nmecha erklärte anschließend am Mikrofon:„Wir sind alle Christen, wir sind Brüder. Wir haben ein kleines Gebet zusammen gemacht.“Felix Nmecha, deutscher NationalspielerKaum jemand zweifelt an der Klasse des Fußballers Felix Nmecha, aber über seine Frömmigkeit wird diskutiert. David Kulessa und Philipp Selldorf sind der Frage nachgegangen, ob Nmecha nur ein sanfter Mensch oder ein christlicher Missionar ist. Den Text lesen Sie hier:Drohne beim Training? Südkorea befürchtet Spionage-VorfallIm mexikanischen Guadalajara bereitet sich die südkoreanische Fußball-Nationalmannschaft gerade akribisch auf das wichtige Spiel gegen WM-Gastgeber Mexiko vor, nun hat dort aber ein unerwünschtes Flugobjekt für mächtig Aufsehen gesorgt: Wie mehrere südkoreanische Medien übereinstimmend berichteten, soll das Training des Teams weniger als zwei Tage vor dem zweiten Gruppenspiel von einer Drohne ausgespäht worden sein.Entdeckt wurden die vermeintlichen Spionageversuche von einem südkoreanischen Sicherheitsmitarbeiter, im Anschluss brachten die zuständigen Sicherheitsbeauftragten das Objekt zum Absturz. Große taktische Geheimnisse soll das Fluggerät allerdings nicht aufgedeckt haben – die Mannschaft um Kapitän Heung-Min Son befand sich den Berichten zufolge noch mitten in ihrem Aufwärmprogramm. Auch der Fifa soll der Vorfall schon gemeldet worden sein.In der Nacht auf Freitag (3.00 Uhr MESZ) sind die „Taeguk Warriors“ wieder im Einsatz, im Estadio Akron, gelegen im Vorort Zapopan der Millionenstadt Guadalajara, geht es dann möglicherweise bereits um den Gruppensieg. In ihren Auftaktpartien feierten sowohl die Südkoreaner (2:1 gegen Tschechien) als auch die Mexikaner (2:0 gegen Südafrika). WM-Reporter im Gangsta’s ParadiseDa bucht man eine Unterkunft in vermeintlich bester Lage, keine zehn Autominuten vom Fußballstadion entfernt, und dann stellt sich heraus: Das Stadtviertel heißt zwar „Sunnyside“, gehört aber zu den gefährlichsten Ecken der USA. Genau das ist meinem Kollegen Philipp Schneider passiert, der für die SZ aktuell die deutsche Nationalmannschaft begleitet – in diesem Fall nach Houston zum ersten Vorrundenspiel gegen Curaçao.Philipp schreibt: „Sunnyside, verrät eine Blitzrecherche über Houstons Problem-Stadtviertel, die einer auch vor der Buchung hätte unternehmen können, war 2015 der zweitgefährlichste Ort in den USA! Zum Opfer eines Gewaltverbrechens, die Info spuckt das Internet zackig aus, wird einer in Sunnyside (beliebtestes Tattoo der Gangmitglieder: „Sunnyside Pride“) demnach mit der Wahrscheinlichkeit, dass Nico Schlotterbeck in einem Vorrundenspiel der WM einen fatalen Fehlpass spielt: 1:11! Die häufigsten Straftaten, heißt es, sind Körperverletzung, Einschüchterung und Raub.“Die gesamte Kolumne lesen Sie hier:Nach Ebola-Quarantäne: Der Kongo steigt in die WM einZum ersten Mal seit über 50 Jahren wird die Demokratische Republik Kongo heute Abend bei einer Fußballweltmeisterschaft auf dem Platz stehen. Um 19 Uhr deutscher Zeit trifft die Mannschaft aus Zentralafrika in Houston auf Portugal. Bei der letzten WM-Teilnahme, 1974 in Deutschland, trat das Land noch als Republik Zaire an.Die Nationalmannschaft vertritt in Amerika ein Land, das gerade einen schweren Ebola-Ausbruch verkraften muss. Das hatte auch Einfluss auf die Fußballspieler: Vor ihrer Abreise in die USA hatte sich die kongolesische Nationalmannschaft wegen der US-Vorgaben für eine 21-tägige Quarantänezeit außerhalb des Landes aufhalten müssen, Testspiele wurden abgesagt. Das Team begab sich stattdessen in Belgien in gemeinsame Isolation.„Zum Schutz der Sicherheit der amerikanischen Bevölkerung“ gilt diese 21-Tage-Frist laut der US-amerikanischen Heimatschutzbehörde für alle Reisenden aus dem Ebola-Gebiet. Die heimischen Fans haben daher kaum eine Möglichkeit, den Auftakt gegen Portugal live im Stadion zu erleben. Die Profis, die es nun unter anderem mit Cristiano Ronaldo aufnehmen werden, leben allesamt im Ausland, sind aber dennoch „betroffen“ von der Situation, sagte der französische Trainer des kongolesischen Teams, Sébastien Desabre. Selbstbewusst sind sie dennoch:„Wir fahren mit unseren Stärken und unseren eigenen Waffen zur Weltmeisterschaft. Man wird mit uns rechnen müssen.“Cédric Bakambu, Stürmer der DR KongoEin Paraguayer pfeift das Deutschland-SpielWieder ein WM-Neuling an der Pfeife: Schiedsrichter Juan Gabriel Benitez aus Paraguay leitet das zweite Vorrundenspiel der deutschen Nationalelf am Samstag (22.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Toronto gegen die Elfenbeinküste. Das gab die Fifa am Mittwoch bekannt. Schon beim Endrunden-Auftakt des viermaligen Weltmeisters war ein WM-Debütant im Einsatz. Der Marokkaner Jalal Jayed hatte mit der Leitung der Partie gegen Curaçao (7:1) aber keine Mühe. Der 43 Jahre alte Benitez wird von seinen Landsleuten Eduardo Cardozo und Milciades Saldivar an den Seitenlinien unterstützt. Als Vierter Offizieller ist Khalid Alturais (Saudi-Arabien) im Einsatz. Die Video-Assistenten gab der Weltverband nicht bekannt. Der in Asunción geborene Benitez steht seit 2019 auf der Fifa-Liste. Er war 2024 bei der Copa América im Einsatz, bei der Klub-WM im vergangenen Jahr pfiff er das Gruppenspiel zwischen Borussia Dortmund und den Mamelodi Sundowns aus Südafrika (4:3). Nationalspieler Felix Nmecha hat daran gute Erinnerung – er traf damals für den BVB. Trinkpausen? Nicht in der Bundesliga und bei der UefaIn der 1. und 2. Bundesliga sowie in europäischen Wettbewerben soll es anders als bei der laufenden Fußball-WM keine generell angesetzten Trinkpausen geben. „Über Trinkpausen wird weiterhin je nach Wetterlage situativ entschieden“, wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf Anfrage der ARD-„Sportschau“ mitteilte. Die Europäische Fußball-Union Uefa erklärte auf Anfrage, dass ihr Vorgehen bei dem Thema im Europapokal ähnlich dem der Bundesliga sei. „Die Uefa plant nicht, diese Regularien für die kommenden Wettbewerbe zu verändern. Das schließt die Champions League und die EM 2028 ein“, hieß es. In der Bundesliga sind Trinkpausen im Regelwerk weiterhin keine Pflicht, aber bei Bedarf schon länger möglich. Bei großer Hitze können die Referees reagieren und den Teams solche Pausen ermöglichen. In den medizinischen Vorschriften der Uefa heißt es, dass bei Temperaturen ab 35 Grad oder wenn der Hitzeindex WBGT den Wert von 32 überschreitet, die Pausen genutzt werden sollen. Bei geringeren Werten kann der Schiedsrichter Trinkpausen erlauben, wenn er das für angebracht hält. So machte es etwa DFB-Schiedsrichter Daniel Siebert beim Champions-League-Finale in Budapest zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal. Was gegen die ständigen Unterbrechungen spricht, hat SZ-Sportchef Claudio Catuogno hier kommentiert: Napoleon-Effekt: Kleine Schiedsrichter bestrafen größere Spieler Ob ein Spieler bei der Fußball-Weltmeisterschaft eine gelbe Karte erhält, könnte auch davon abhängen, ob er größer als der Schiedsrichter ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Fernuniversität in Hagen. Der Wirtschaftswissenschaftler Hendrik Sonnabend hat nach eigenen Angaben einen „Napoleon-Komplex“ im Fußball entdeckt. Dieser beschreibt das Phänomen, dass kleinere Männer besonders dominant auftreten, um ihre geringere Körpergröße zu kompensieren – wie es auch dem französischen Kaiser Napoleon Bonaparte nachgesagt wird.Zusammen mit Mario Lackner von der Universität Linz hat Sonnabend das Größenverhältnis zwischen Schiedsrichtern und Spielern im Profifußball untersucht. Das zentrale Ergebnis: Schiedsrichter bestrafen Spieler, die größer sind als sie selbst, häufiger und härter. „Es werden öfter Fouls gepfiffen und häufiger gelbe Karten vergeben – offenbar als unbewusster Ausgleich fehlender körperlicher Dominanz“, fasst Sonnabend zusammen.Die zunächst in der Männer-Bundesliga nachgewiesenen Ergebnisse wurden anschließend gemeinsam mit dem Hagener Psychologen Tobias Wingen auf die Frauen-Bundesliga übertragen. Dabei zeigte sich derselbe Effekt: „Schiedsrichterinnen sanktionieren ebenfalls häufiger mit gelben Karten, wenn sie kleiner als die Spielerin sind“, sagt Sonnabend. „Dass sich der Zusammenhang bei Männern als auch in ähnlicher Größenordnung bei Frauen zeigt, hat uns überrascht.“Für internationale Turniere wie die Fußball-Weltmeisterschaft erwartet Sonnabend einen schwächeren Napoleon-Effekt, da besonders fähige und erfahrene Schiedsrichter eingesetzt würden. Zudem weist der Wissenschaftler darauf hin, dass Bundesliga-Schiedsrichter ohnehin im Durchschnitt größer seien als der Durchschnittsmann in Deutschland und die meisten Bundesliga-Spieler: „Das deutet auf eine Selektion nach Körpergröße hin.“Drei Jahre nach Wutrede: Tuchel nennt Turpin „Top-Schiedsrichter“ Wiedersehen macht Freude – jedenfalls meistens. Ob das auch für Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel gilt, sei dahingestellt. Zumindest gibt sich Tuchel Mühe, es so wirken zu lassen. Das Auftaktspiel der Engländer am Mittwochabend gegen Kroatien wird von Schiedsrichter Clément Turpin gepfiffen. Tuchel hatte Turpin als Coach von Bayern München vor gut drei Jahren massiv kritisiert. „Note sechs“, schimpfte er damals nach dem Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen Manchester City über Turpin. Dieser habe „absolut furchtbar“ gepfiffen: „Note sechs von der ersten Minute, von der ersten Entscheidung an.“ Der heute 52-Jährige monierte, dass jede kleine Entscheidung gegen seine Mannschaft ausgefallen sei. Nun erinnerte sich Tuchel zurück: „Er war mit meinem Verhalten während des Spiels nicht zufrieden, deshalb hat er mir die rote Karte gezeigt, und ich war mit seiner Leistung nicht zufrieden.“ Als Trainer sei es immer besser, so der Manager der „Three Lions“, „nicht über den Schiedsrichter zu sprechen. Das ist vielleicht nicht immer möglich – es war ein emotionaler Abend, ein sehr wichtiges Champions-League-Spiel.“ Angesprochen auf die bevorstehende neuerliche Begegnung mit dem französischen Schiedsrichter sagte Tuchel auf die Frage, ob besorgt sei: „Nein, er ist ein Top-Schiedsrichter.“Warum Tuchel auch bei seinem WM-Kader auf Harmonie setzt, lesen Sie hier:Alphonso Davies zurück im MannschaftstrainingSpielt Alphonso Davies? Spielt er nicht? Diese Frage trieb Kanada vor Davies’ Rückkehr in seine fußballerische Wiege in Vancouver um. Gegen Katar ist dort in der Nacht zum Freitag (0 Uhr im SZ-Liveticker) der erste Sieg in der WM-Geschichte des Mutterlandes des Eishockeys Pflicht, die K.-o.-Runde wäre dann ganz nah. Und mit Davies als Anführer auf dem Rasen wäre das ein ganzes Stück wahrscheinlicher. Allzu viele Hoffnungen sollten sich die Anhänger von „Les Rouges“ aber nicht machen.„Ich weiß nicht, ob er spielen kann, er hat nicht mit uns trainiert“, sagte sein Stellvertreter Stephen Eustáquio am Dienstag. Nach der Ankunft in Vancouver am Wochenende weilte der 25-Jährige im Stadion beim Sieg der Australier gegen die Türkei, am Montag befand er sich wegen seiner im April erlittenen Oberschenkelverletzung noch im Aufbautraining. Wie der kanadische Sender CBC und auch The Athletic berichteten, habe Davies am Dienstag die ersten 15 Minuten der Einheit mit dem Team absolviert.Ansonsten habe der Verband keine Informationen zu seinem Zustand herausgegeben. Im zugänglichen Teil des Trainings war Davies immerhin mit dem Ball am Fuß zu sehen – und mit seinem typischen Lachen im Gesicht. Auch Nationaltrainer Jesse Marsch hatte bereits vor dem Auftaktspiel gegen Bosnien-Herzegowina in Toronto (1:1), das Davies wegen der Blessur verpasste, Optimismus verbreiten wollen. Er sei „sehr hoffnungsvoll“, sagte der US-Amerikaner in Bezug auf ein baldiges Comeback seines wichtigsten Spielers.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
WM 2026: Vozinhas Mutter darf in die USA einreisen
Nachdem der Torwart der Kapverden emotional auf ihre Abwesenheit reagiert hatte, wird sie bei seinem zweiten Match im Stadion sein. Jonathan Tah kündigt an, den Gebetskreis bei der WM fortführen zu wollen.







