195 Wörter. Mehr hatte das ZDF nicht zu sagen, nachdem es gestern in München zum zweiten Mal vor Gericht gescheitert war. 195 Wörter als Antwort auf einen Fragenkatalog der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung und der Berliner Zeitung mit sieben Themenfeldern und mehr als zwei Dutzend Einzelfragen. Und ein Schlusssatz, der schon jetzt zum geflügelten Wort der deutschen Medienkrise zu werden droht: „Das ZDF wird das Urteil des OLG München sorgfältig auswerten.“
Ein Satz wie ein rhetorischer Stoßdämpfer – er verspricht Bewegung, ohne sich zu bewegen. Er signalisiert Ernsthaftigkeit, ohne zu konkretisieren. Und er hält sich die Möglichkeit offen, am Ende gar nichts zu tun.
Worum es geht: Der Fall Schönbohm
Zur Erinnerung: Am 7. Oktober 2022 strahlte das ZDF eine Folge des ZDF Magazin Royale von Jan Böhmermann aus, in der dem damaligen Präsidenten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, mutmaßliche Nähe zu russischen Nachrichtendiensten unterstellt wurde. Aufhänger war der von Schönbohm mitgegründete „Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.“, in dem auch ein Unternehmen mit Russland-Verbindungen Mitglied war – allerdings erst, nachdem Schönbohm seine Tätigkeit im Verein bereits ruhen ließ. Ein schwerer Recherchefehler, darf man meinen.








