Eine Ansammlung von Fußball-Nobodys aus einem afrikanischen Inselstaat hat den großen Favoriten Spanien zum WM-Auftakt blamiert. Das torlose Remis gegen den amtierenden Europameister wurde von den Spielern des Turnierneulings Kap Verde gefeiert wie ein Sieg, mit dem sie WM-Geschichte geschrieben haben.Einer von ihnen ist der vergleichsweise junge Sidny Lopes Cabral. Trotz seiner erst 23 Jahre hat er schon viel von der Fußballwelt gesehen.Geboren und fußballerisch ausgebildet in den Niederlanden, ging es für ihn dort in der A-Jugend nicht weiter. Folglich zog es Cabral nach Schweden, wo er in der U21-Mannschaft von Helsingborg spielte. Danach stellte er seine fußballerischen Qualitäten erstmals in Deutschland unter Beweis.

Von der Oberliga in die Champions League

Von 2022 bis 2024 kickte der linke Verteidiger nämlich beim FC Rot-Weiß Erfurt. Mit den Thüringern schaffte er vor fünf Jahren den Aufstieg aus der fünftklassigen Oberliga in die Regionalliga. „Wir alle sind mega stolz auf dich und haben damals schon gesehen, was in dir steckt“, sagte ein früherer Erfurter Mitspieler Cabrals der ARD.Nach seiner Station in Erfurt spielte der Kapverdier für Viktoria Köln in der 3. Liga. Mit den Domstädtern gewann er im vergangenen Sommer den Mittelrhein-Pokal, seinen bislang größten Erfolg. „Die Jahre in Deutschland haben aus mir den Spieler gemacht, der ich heute bin“, sagte Cabral der dpa.Für das große Fußballtalent geht die Reise weiter auf die Iberische Halbinsel. Während seiner Zeit bei Viktoria wurden die Scouts des portugiesischen Erstligisten Estrela Amadora auf ihn aufmerksam, zu dem er im Sommer 2025 wechselte. Und nur ein halbes Jahr später erlebte er den endgültigen Durchbruch. Benfica Lissabon mit Startrainer José Mourinho verpflichtete den afrikanischen Verteidiger für sechs Millionen Euro. Dort kam er zu zwei Einsätzen in der Champions League.