Schon wieder ein CEO-Wechsel bei Ambri-Piotta: Der neue Mann wird aus dem HC Davos abgeworbenDie radikale Rundumerneuerung Ambris geht weiter: Ein Finanzexperte eines Ligakonkurrenten soll dabei helfen, die Millionenschulden abzubauen.17.06.2026, 09.37 Uhr2 LeseminutenIm Oktober 2025 protestierte die Curva Sud gegen den damaligen Präsidenten Filippo Lombardi. Jetzt gibt es den nächsten Führungswechsel.Jari Pestelacci / ImagoNicola Mona, John Mischkulnig, Andreas Fischer: Seit 2023 wirkten diese Männer als CEO des HC Ambri-Piotta. Die hohe Fluktuation ist bemerkenswert – und zeigt die Komplexität der Stelle. Wobei der Abgang des streitbaren Präsidenten Filippo Lombardi das Arbeitsumfeld etwas befriedet hat.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Nun gibt es den nächsten Wechsel. Die Chefetage um den im Februar ins Amt gewählten Präsidenten Davide Mottis hat entschieden, den 59-jährigen Deutschschweizer Andreas Fischer mittels Transfer zu ersetzen. Dass eine neue Führungsriege auf einen eigens eingestellten CEO setzt, ist ein bekannter Mechanismus. Vom HC Davos kommt Ivan Fanconi, der dort derzeit noch als Chief Financial Officer wirkt und in der Branche als kompetente Kraft gilt.Fanconi und Mottis kennen sich seit langem: Sie sassen bis 2023 gemeinsam im Verwaltungsrat des Swiss-League-Teams Bellinzona Rockets (heute: GDT Bellinzona Snakes). Auch Ambris Vizepräsident Massimo Frigerio war Teil jenes VR.Noch immer ächzt Ambri unter Schulden in Millionenhö heFanconi folgt auf Fischer, der in Ambri kein einfaches Los hatte. Nach seinem Amtsantritt im Sommer 2024 musste er vor der Belegschaft wiederholt als eine Art Blitzableiter für die Tiraden Lombardis herhalten und besass wenig Handlungsspielraum. Zuletzt half der ehemalige Schiedsrichterchef Fischer mangels Alternativen als Cheftrainer des Frauenteams aus.Viele Probleme Ambris bestehen unabhängig vom CEO: Notorisch fehlt es an Geld, in den vergangenen Jahren war es regelmässig schon nur eine Herausforderung, die Löhne und Sozialversicherungsabgaben pünktlich zu zahlen. Nach wie vor stapeln sich Verbindlichkeiten in Millionenhöhe aus dem Bau der 2021 eröffneten Gottardo-Arena, auch die Covid-Kredite des Bundes hat der Klub noch nicht abbezahlt.Formenton wohl doch nicht nach DavosEs bleibt viel zu tun rund um Ambri. Aber vielleicht hat die neue Crew um Mottis ja mehr Erfolg bei den umfangreichen Aufräumarbeiten. Innerhalb von weniger als einem Jahr ist in Ambri mit dem Amt des Präsidenten (Mottis für Lombardi), CEO (Fanconi für Fischer), Sportchefs (Lars Weibel für Paolo Duca) und Trainers (Jussi Tapola für Luca Cereda) praktisch jede Schlüsselposition neu besetzt worden.Nicht zustande kommen wird derweil der vor Monaten kolportierte Transfer des 2025 in Kanada vom Vorwurf eines sexuellen Übergriffs freigesprochenen Stürmers Alex Formenton, der laut Medienberichten den gegenteiligen Weg hätte einschlagen sollen: von Ambri nach Davos. Der HCD erhielt vor längerer Zeit eine Absage, für Formenton sollen sich die NHL-Organisationen von Florida und Las Vegas interessieren. Im Raum steht offenbar auch ein früher Rücktritt – Formenton ist erst 26, hat aber dem Vernehmen nach schon im Winter in Ambri mit dem Gedanken gespielt, die Karriere zu beenden.Passend zum Artikel