Schattig ist es hier, unter dem Blätterdach herrscht angenehme Kühle, das Motorenrauschen unten von der Straße wird schwächer, verweht vom sanften Wind in den Bäumen. Noch ein paar Schritte den Pfad hinauf, dann stehen wir im Allerheiligsten der deutschen Kunst. Es handelt sich um eine Ansammlung weißgrauer Kalkfelsen, verstreut unter alten Eichen, eine altgermanische Thingversammlung hätte man hier gut abhalten können, mitten in Latium. »Es mussten natürlich Eichen sein«, lächelt Golo Maurer, während wir über die seltsame Magie dieses deutschen Gedächtnisortes unter italienischer Sonne nachsinnen, die durch die Zweige dringt, die Hand am Fels, auf dem wir eben etwas herumgekraxelt sind.