„Oh mei, auf oamoi sans dagwen, wia d’ Schwammerl sans aufganga, unter jedm Baum is oaner gsessn“ – so erinnerte sich eine Dame an die Ankunft der Maler und Malerinnen im Dachauer Moor. Das schreibt zumindest Norbert Göttler in seinem Buch „Malerluft und Malerlust“. Und tatsächlich: Trotz seiner Überzeichnung charakterisiert das Zitat die Blütezeit der Dachauer Künstlerkolonie recht treffend. Wie solche „Malerwinkel“ heranreiften und in die Kunstgeschichte Eingang fanden, das erläutert der Schriftsteller in seinem Buch. Auf Basis seiner Entdeckungen hat die Süddeutsche Zeitung sechs Künstlerorte ausgewählt, die bis heute jenen Charme besitzen, der einst Maler wie Kandinsky, Haushofer und andere anzog.
Die Fraueninsel im Chiemsee
Blick auf die Fraueninsel nach Süden von Gstadt aus.
(Foto: Johannes Simon)
Die Fraueninsel im Chiemsee wurde im Jahre 1828 von Maximilian Haushofer als Malermotiv entdeckt – welcher sich sowohl in die Insel als auch in die Tochter des Lindenwirts auf Frauenchiemsee verliebte. Ab 1860 machte die Eisenbahn der Linie München–Salzburg in Prien Station, woraufhin die kleine Nachbarin der Herreninsel zum kreativen Knotenpunkt wurde. Große Namen wie Adolf Lier, Christian Morgenstern, Daniel Fohr und Julius Köckert fanden sich auf der Insel ein und schufen manche ihrer bedeutsamsten Werke (siehe „Hochzeitsfahrt auf dem Chiemsee“ von Köckert).






