Die japanische Zentralbank (BOJ) hat ihren Leitzins am Dienstag mit sieben zu einer Stimme auf den höchsten Stand seit 31 Jahren angehoben und weitere Schritte in Aussicht gestellt. Der kurzfristige Zins steige von 0,75 auf ein Prozent, teilte die Notenbank in Tokio mit. Damit reagieren die Währungshüter auf den Preisdruck, der durch die drastisch gestiegenen Energiepreise infolge des Krieges im Iran ausgelöst wurde. Die Weitergabe der gestiegenen Ölpreise erfolge relativ schnell und berge das Risiko, dass die Inflation das Ziel von zwei Prozent deutlich übersteige, hieß es zur Begründung. Die Entscheidung fiel in Abwesenheit von Notenbankchef Kazuo Ueda (74), der derzeit im Krankenhaus behandelt wird. Sein Stellvertreter Shinichi Uchida (63) übernimmt nach dem zweitägigen Treffen die Kommunikation der Beschlüsse.
Weitere Schritte angekündigtTrotz der Straffung blieben die Finanzierungsbedingungen vorerst locker, erklärte die BOJ. Dennoch werde die Notenbank den Leitzins abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung weiter anheben. Ein schwacher Yen verteuert die ohnehin hohen Energieimporte für das Land zusätzlich. Dass Unternehmen die höheren Kosten bereits weitergeben, zeigte sich im Mai, als die Großhandelsinflation auf ein Drei-Jahres-Hoch von 6,3 Prozent kletterte. Im Fokus der Finanzmärkte steht nun, wie sich das Friedensabkommen zwischen den USA und Iran auf den weiteren Zinspfad auswirken wird. Die Zentralbank betonte, sie werde die Auswirkungen der Lage im Nahen Osten sowie die weltweite Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) genau beobachten.












