Wenn sich die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen ab Montag im französischen Évian-les-Bains versammeln, tagt ein Klub, dessen Daseinsberechtigung selbst seine Mitglieder kaum noch ernsthaft verteidigen. Der Gastgeber Emmanuel Macron hat den Gipfel mit so vielen Gästen, Sonderformaten und entschärften Themen aufgeladen, dass Reuters-Korrespondenten bereits vor Beginn festhalten: Bahnbrechende Entscheidungen seien nicht zu erwarten, ein klassisches Abschlusskommuniqué werde es nicht geben. Macrons vorrangiges Ziel, so heißt es übereinstimmend, bestehe darin, US-Präsident Donald Trump überhaupt bis zum Ende des Gipfels in Évian zu halten.
Anwesend sind die Regierungschefs Kanadas (Mark Carney), Italiens (Giorgia Meloni), Japans (Sanae Takaichi), Großbritanniens (Keir Starmer), Bundeskanzler Friedrich Merz, Macron und Trump. Für die EU reisen Ratspräsident António Costa und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an. Trump sagte erst zu, nachdem der Gipfeltermin in die Zeit um seinen 80. Geburtstag am 14. Juni gelegt worden war – diesen feierte er in Washington mit einer Militärparade und einer Kampfsportveranstaltung auf dem Gelände des Weißen Hauses. Beim Vorjahresgipfel in Kanada war er vorzeitig abgereist und hatte das Treffen damit weitgehend zur Bedeutungslosigkeit verurteilt.










