Frankreich lädt die Staats- und Regierungschefs der anderen G-7-Staaten nach Évian an den Genfer See ein. Schön. Da kann man sicher tolle Fotos machen. Schließlich hat genau dort schon Marcel Proust um die Jahrhundertwende die Sommerfrische verbracht. Praktisch ist zudem, dass die nächstgrößere Stadt Genf ist, also in der Schweiz liegt, weshalb sich die Eidgenossen um einen großen Teil der Logistik und Sicherheit für die Gäste kümmern müssen. Dabei sind die Schweizer zu dem Gipfel gar nicht eingeladen. Und die teils gewalttätigen Proteste finden auch noch in Genf statt, wo am Wochenende Autos brannten und Fassaden zerstört wurden. Soweit bisher bekannt ist, hat man in Paris nicht vor, sich an den so verursachten Kosten zu beteiligen. Das ist kein korrekter Umgang unter europäischen Partnern. Die Schweiz hat einen fairen Beitrag aus Frankreich verdient.