Der Nationalrat hat mit 100 zu 97 Stimmen beschlossen, den indirekten Gegenvorschlag zur «Blackout-Initiative» zurück an den Bundesrat zu weisen. Der Rat will vor einem definitiven Entscheid klarere Antworten zur Finanzierung neuer Atomkraftwerke.15.06.2026, 19.03 Uhr2 LeseminutenKernkraftwerk Gösgen-Däniken im Januar 2026 während der verlängerten Revision: Die Anlage war 10 Monate nicht in Betrieb – von Obergösgen aus fotografiert.Bruno Kissling / CH Media(biv) Heute sollte der Nationalrat über eine mögliche Kehrtwende in der Schweizer Atompolitik entscheiden: Zur Debatte steht die Frage, ob das bestehende Verbot für den Bau neuer Atomkraftwerke aufgehoben werden soll. Mit diesem Vorschlag will der Bundesrat der Stimmbevölkerung eine Alternative zur sogenannten «Blackout-Initiative» bieten. Doch die Grosse Kammer will zuerst mehr Informationen zur Finanzierung möglicher neuer Atomkraftwerke erhalten, bevor sie eine definitive Entscheidung trifft. Deshalb schickt sie die Vorlage zurück zum Bundesrat.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.In der zuständigen Kommission hatte sich eine knappe Mehrheit dafür ausgesprochen, das Neubauverbot im Kernenergiegesetz zu streichen und neue AKW wieder grundsätzlich zu ermöglichen. Damit würde die bisherige politische Linie der Schweiz infrage gestellt, die nach Fukushima den Atomausstieg über ein Bauverbot für neue Anlagen abgesichert hatte.Mitte als ausschlaggebende FraktionIm Rat stehen sich die politischen Lager entsprechend klar gegenüber: SVP und FDP unterstützen die Öffnung für neue Kernkraftwerke mit Verweis auf Versorgungssicherheit und Winterstrom. SP, Grüne und GLP lehnen eine Rückkehr zur Atomenergie ab. Die Mitte-Fraktion ist gespalten und kann mit einigen wenigen Stimmen den Ausschlag geben.Der Ständerat hatte der Vorlage im Frühling überraschend deutlich zugestimmt. Auch der Nationalrat hatte bereits über die Initiative und den Gegenvorschlag diskutiert – die Debatte dauert seit Stunden an.Passend zum Artikel