Sie möchten kein Rezept oder Geschichte über Genuss und Ernährung mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter:Es ist das erste Gemüse des Jahres, das wir ohne Gewächshaus im Garten oder sogar aus einem großen Blumentopf ernten können: Rhabarber. In Mitteleuropa behandeln wir das Gemüse eher als Frucht, ähnlich wie wir umgekehrt Tomaten als Gemüse betrachten, obwohl es sich um Beeren handelt. In Afghanistan gibt es »Pakaura-e Rawasch«, also in Kichererbsenteig knusprig gebackenen Rhabarber als Gemüse (falls Sie das Rezept interessiert, schreiben Sie mir eine Nachricht an dasrezept@sz-magazin.de – Rhabarberchutney passt auch gut zu Rhabarber-Pakaura). Zu meinem ständigen Repertoire gehören aber eher Rhabarberkompott und -parfait oder Rhabarberstrudel und Haselnuss-Rhabarberkuchen Meine Schwester schwärmte kürzlich von den Rhabarberknödeln, die unsere Mutter regelmäßig für uns gerollt habe. Ich erinnere mich eher an ihre Aprikosenknödel, aber das Grundrezept ist gleich: einfach Aprikosen durch Rhabarberstückchen ersetzen und die Schokolade durch ein Stück Würfelzucker.Chutney aus Rhabarber balanciert auf dem schmalen Grat zwischen Frucht- und Gemüsezubereitung, ich habe schon sehr viele gekocht, aber meine aktuelle Version gefällt mir mit Abstand am besten. Es sind Kleinigkeiten, die den Unterschied machen: Am wichtigsten ist die Rhabarbersorte, späte rote Sorten sehen auch nach dem Kochen sehr viel schöner aus als frühe grüne Sorten. Manche Stängel haben nicht nur rote Schalen, sondern sind komplett rot durchgefärbt. Zusätzlich enthalten diese späten Sorten (zum Beispiel Canada Red, Holsteiner Blut oder Red Valentine) weniger Oxalsäure und dafür mehr Aroma. Der Juni ist also die beste Zeit, um Rhabarber einzukochen, kurz bevor die Saison dann zu Ende geht, weil die Pflanzen Ruhe brauchen. Unsere Fotos haben wir vor ein paar Wochen gemacht, da hat der Rhabarber schon ganz gut geschmeckt, die Farbe war aber noch nicht ideal.Das Chutney passt zu indischen Gerichten wie Dosas und zu allem, was vom Grill kommt. Ich finde die Kombination mit Rehsteaks, Hühnerkeulen oder Schweinenacken besonders gut. Und auf der Käseplatte macht sich das Chutney auch sehr gut, viel besser als zum Beispiel Feigensenf, finde ich.Rhabarber-ChutneyVorbereitungszeit20Min.Kochzeit25Min.SchwierigkeitmittelschwerMengefüretwa 1,25 l (z. B. für 5 Schraubdeckelgläser mit je 250 ml Inhalt)Zutaten800 g möglichst roter Spät-Rhabarber200 ml Granatapfelsirup (oder Grenadine-Sirup, Alternative: wenn Sie wirklich perfekt rot leuchtenden Rhabarber finden, können Sie stattdessen auch Holunderblütensirup verwenden. Selbst gemacht oder gut gekauft ist der in der Regel natürlicher als Grenadine und Co., der Holunderblütenduft passt gut ins Chutney)200 g (Thai-)Schalotten60 g frischer Ingwer100 g Erdbeeren125 ml Apfelsaft100 g getrocknete Rosinen oder Cranberrys4 Kaffir-Limettenblätter aus dem Asienladen (oder Zitrusblätter von Ihrem Balkon, ich mag Kumquatblätter am liebsten)1 Msp. Chiliflocken/Chilipulver1 TL Senfkörner1 TL Pimentkörner75 g Zucker1 Bio-Limette5 g Salz½ TL grob gemahlener PfefferZubereitung1.Schalotten schälen und in Scheiben schneiden. Rhabarber putzen, die Schalen können in der Regel dranbleiben, nur wenn sie einen wirklich zähen Eindruck machen vorsichtig abziehen. Rhabarber ebenfalls in Scheiben schneiden. Ingwer schälen und hacken. Beeren mit dem Apfelsaft pürieren, durch ein Sieb streichen. Limettenblätter in große Stücke reißen.2.Vorbereitete Zutaten mit Cranberrys, Gewürzen und Zucker in einem Topf bei schwacher Hitze mit Deckel 5 Minuten dünsten lassen.3.Grenadinesirup zugeben und dann ohne Deckel ca. 25 Minuten einkochen., oft umrühren, vor allem gegen Ende der Kochzeit.4.Die Limette waschen, Limettenschale abreiben, den Saft auspressen. Beides zum Chutney geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die kochend heiße Masse sofort in Schraubdeckelgläser füllen und verschließen.Das ist wirklich wichtig für Rhabarber-Chutney:Es gibt viele verschiedene Rhabarbersorten, die tiefroten aromatischen Sorten sind alle eher spät reif. Sie sind am besten geeignet für Chutney, Marmelade und auch für dekorative Rhabarberkuchen mit geometrischen Mustern.
Rezept für Rhabarber-Chutney von Hans Gerlach
Juni ist die Zeit, um Rhabarber einzukochen – als Chutney. Es passt zu Fleisch oder zur Käseplatte und ist ein gutes Mitbringsel zur Gartenparty.









