Was ein Mensch ohne Zöliakie im Stand Tante Lilibeth auf dem neu gestalteten Schwabinger Elisabethmarkt sieht: Eine Theke mit einer Kuchenauswahl. Daneben eine Vitrine mit Sandwiches. Und im Regal dahinter große und kleine Brote, helle und dunkle, mit oder ohne Körner, Brezen klassisch oder als Stange. Auf der anderen Seite stehen Nudelpackungen, Müsli, Grissini und Burger Buns.Was ein Mensch, der kein Gluten essen darf, nicht den winzigsten Krümel, sieht: ein Paradies der Möglichkeiten, die er sonst viel zu selten hat. Und die Gewissheit, dass kein Glutenbrösel auf das glutenfreie Angebot gefallen ist.Mit der Diagnose Zöliakie verschwindet die Spontaneität aus dem Leben der Betroffenen. Selbst Spuren von etwa Weizenmehl lösen Entzündungen im Darm aus. Wer außer Haus essen will, muss planen und fragen: Gibt es etwas in dem Café oder Restaurant für mich außer Wasser (ohne Brot)? Ist der Essig auf dem Salat mit Weizen versetzt (ja, das kommt vor)?Da ist die Freude des Vaters nachvollziehbar, der zu seiner Tochter auf dem Elisabethplatz sagt: „Du kannst alles wählen, alles ist glutenfrei!“ Und als sich eine Kundin bei den Wartenden entschuldigt, da sie Nachfragen zu Laktose hat, versichert Standbetreiberin Katrin Göttlinger: Wo, wenn nicht hier haben dafür alle Verständnis? Sie muss selbst auf Gluten verzichten und verkauft seit Anfang 2026, was ihr schmeckt, etwa Aera-Brot aus Berlin oder Pain au Chocolat.Für Menschen, die kein Gluten vertragen, ein ungewohntes Gefühl: eine Auswahl zu haben. Florian PeljakKatrin Göttlinger hat auch dank ihres glutenfreien Konzepts den Stand auf dem Elisabethmarkt bekommen. Florian PeljakAn Samstagen bietet Göttlinger neben den üblichen Kuchen, Croissants oder frischen Waffeln auch ein Frühstück an, vegetarisch oder klassisch. Zwar kann man sich in dem winzigen Stand nicht wie in einem Café niederlassen. Doch im schmalen Eingangsbereich stehen ein blauer Sessel und bunte Kinderliegestühle. Ansonsten ist dies ein Ort für Warmwetterfrühstücker, die sich an Stehtische im Freien stellen, auf die Sitzplätze zwischen den quaderförmigen Ständen verteilen oder hinaufsteigen zu den Bänken auf den beiden Dachterrassen.Bei schönem Wetter treffen sich die Marktbesucher zwischen den Ständen am Elisabethmarkt. Florian PeljakNoch ein Platz an der Sonne: auf einer der beiden Dachterrassen. Florian PeljakDas Frühstück ist in einer Pappschale leicht zu transportieren, darin ein Schälchen Müsli, Beeren, Marmelade, ein buntes Ei sowie eine Käseauswahl, die in der klassischen Variante mit zweierlei Schinken ergänzt wird (je 10,50 Euro). Dazu gibt es Semmeln oder Brot. Für den schnellen Snack ist der gegrillte Schinken-Käse-Toast gedacht (4 Euro), den kann man sich aber auch zu Hause machen und stattdessen lieber eine quadratische Nussecke (3,20 Euro) oder ein Croissant (4,80 Euro) ordern, denn das gibt es frisch und glutenfrei fast nirgends. Zwar ist es nicht so fluffig und wesentlich kleiner, schmeckt aber nach dem großen „Original“.Wer also sollte sich bei Tante Lilibeth, benannt nach Katrin Göttlingers Tante, zum Frühstück treffen? Frauen, Männer und Familien, die kein Gluten essen können – und Freunde, die mal wirklich gemeinsam frühstücken wollen, ohne Ausnahme. Und ohne Verzicht.Tante Lilibeth, Elisabethmarkt, Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag 11 bis 18 Uhr, Samstag 9 bis 16 Uhr; Frühstück klassisch und vegetarisch nur an Samstagen, sonst aber eine Gebäck- und Kuchenauswahl sowie belegte Brote. Am Samstag, 13. Juni, ist zudem bis 22 Uhr Sommerfest am Elisabethmarkt.
Cafés in München: Glutenfrei frühstücken auf dem Elisabethmarkt in Schwabing
Der Stand Tante Lilibeth am Elisabethmarkt bietet glutenfreie Brote, Kuchen und Frühstücksvarianten.






