Ein bisschen wirkt es, als hätte sich hier jemand ein Wohnzimmer herbeigezaubert, das aus einem Kinderbuch gefallen ist. Einige Wände sind lila gestrichen, eine andere ist über und über mit aufgeschlagenen Büchern bedeckt. In der Mitte des Raumes steht ein großes, cremefarbenes Sofa, davor ein höhenverstellbarer Couchtisch. Die Lampen erinnern an Fundstücke von Omas Dachboden. Und wer zur Decke blickt, entdeckt ein altes Teeservice, das dort in luftiger Höhe hängt– bereit fürs nächste Picknick kopfüber.

Die Winkelgasse, Café und Pub zugleich, liegt in der Maxvorstadt, an der Kurfürstenstraße. Eröffnet haben es Sarah Hillebrand und Benedikt Faust erst im April – ursprünglich war ein ruhiger Start über die Osterfeiertage geplant. Doch kaum hatten die ersten Harry-Potter-Fans das Café entdeckt, sprach sich der Ort schnell herum. Ein Geheimtipp ist die Winkelgasse seither nicht mehr.

Lila Wände, ein Teeservice, das kopfüber von der Decke hängt: Das Café Winkelgasse hat eine ganze besondere Einrichtung.

(Foto: Stephan Rumpf)

„Verzaubert, entrückt, ein bisschen weltfremd und cozy“ – so beschreiben die Betreiber ihr Konzept. Und tatsächlich wirkt hier vieles wie aus einem Tagtraum. Die Speisekarte kommt als eingerolltes Pergament, das Papier gelblich, die Ränder leicht eingerissen. Zucker und Servietten stehen auf einem Deckchen aus Stoff. Auf der Theke stapeln sich Dosen mit britischen Süßigkeiten und Blumenmotiven.