Hinweise auf baldige Rahmenvereinbarung verdichten sichEs verdichten sich Hinweise, dass die USA und Iran bald eine Rahmenvereinbarung unterzeichnen könnten. Die französische Regierung rechnet nach Informationen der F.A.Z. damit, dass eine entsprechende Zeremonie in Genf parallel zum Auftakt des G-7-Gipfels in Evian am Montag stattfinden könnte. Andere westliche Quellen erwarten, dass US-Vizepräsident J. D. Vance und Irans Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf sich bereits am Sonntag treffen könnten. Die Vereinbarung sieht unter anderem die Öffnung der Straße von Hormus vor.Auch Pakistan spricht von Fortschritten in VerhandlungenNach ersten Signalen über Fortschritte in den wochenlangen Verhandlungen über ein Ende des Krieges spricht nun auch der Vermittlerstaat Pakistan von Erfolgen. Außenminister Ishaq Dar und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußerten nach einem Telefonat am Freitag ihre Hoffnung auf eine „anhaltenden Verständigung und friedliche Lösung“ zwischen den Kriegsparteien, wie Dars Ministerium auf der Plattform X schrieb. Dialog und Diplomatie sei der einzige Weg für langfristigen Frieden, hieß es weiter. Über Islamabad waren in den vergangenen Wochen immer wieder Nachrichten zwischen den Kriegsparteien ausgetauscht worden. Im April hatten sie sich auch in der pakistanischen Hauptstadt getroffen. Am Donnerstag hatte der amerikanische Präsident Donald Trump angekündigte Angriffe auf den Iran abgesagt und von einem nahenden Abkommen gesprochen. Der Iran äußerte sich noch verhalten, sprach jedoch davon, dass ein Verhandlungstext überwiegend finalisiert sei.Vanessa AngermannIrans Außenministerium: Noch keine Entscheidung über Abkommen mit den USAIran hat nach eigenen Angaben noch keine endgültige Entscheidung über ein Abkommen mit den USA getroffen. „Bislang ist Iran zu keiner abschließenden Entscheidung über das Abkommen gelangt“, sagte am Freitagmorgen der Sprecher des Außenministeriums, Esmail Bakaei, gegenüber iranischen Medien. Er widersprach damit Angaben von US-Präsident Donald Trump. Philipp von ReinersdorffIsrael: Trump hat Berücksichtigung von Israels Sicherheitsinteressen zugesagtAngesichts einer möglichen Einigung der USA mit Iran auf ein Rahmenabkommen hat die israelische Regierung nach eigenen Angaben von Washington die Zusicherung bekommen, dass israelische Sicherheitsinteressen bei einem späteren Deal berücksichtigt werden. Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte am späten Abend mit, US-Präsident Donald Trump habe zugesagt, dass ein endgültiges Abkommen mit Teheran die Entfernung des von Iran angereicherten Urans sowie den Abbau iranischer Anlagen zur Urananreicherung umfassen werde.Trump habe Netanjahu auch zugesichert, dass eine Vereinbarung auch Irans Herstellung von Raketen einschränken sowie Teherans Unterstützung seiner Stellvertreter in der Region beenden werde. Gemeint sind damit unter anderem die palästinensische Terrororganisation Hamas sowie die libanesische Hizbullah-Miliz.Philipp von ReinersdorffTrump: Abschluss mit Iran vielleicht am Wochenende in EuropaUS-Präsident Donald Trump hat eine baldige Einigung mit Iran angekündigt – wie schon mehrere Male zuvor in den vergangenen Wochen. Ein Abschluss sei in den kommenden Tagen möglich, erklärt Trump. Vielleicht geschehe dies über das Wochenende und wahrscheinlich in Europa. Er werde mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sprechen. Vizepräsident JD Vance werde bei der Unterzeichnung zugegen sein. Die Straße von Hormus werde geöffnet werden, sobald die USA unterschrieben hätten.Trump feiert am Sonntag (14. Juni) in Washington seinen 80. Geburtstag. Danach will er zum G-7-Gipfel nach Frankreich fliegen. Im französischen Kurort Évian am Genfer See kommt die Gruppe führender demokratischer Wirtschaftsmächte, zu der die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan sowie die Europäische Union gehören, vom 15. bis zum 17. Juni zusammen.Sebastian GubernatorGhalibaf warnt USA vor „endlosem Sumpf“Der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf hat die USA vor „impulsiven“ Entscheidungen und einem „endlosen Sumpf“ gewarnt. „Unangemessene Strategien und impulsive Entscheidungen werden die gesamte Lage zum Schlechten wenden, die Energieinfrastruktur zerstören, die Märkte zum Einsturz bringen und euch in einen endlosen Sumpf stürzen, aus dem ihr jahrelang nicht herauskommen werdet“, erklärte Ghalibaf auf X. Zugleich drohte er: „Ihr werdet einen anderen Iran kennenlernen.“Kallas fordert diplomatische LösungDie EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas fordert angesichts der jüngsten Eskalation im Konflikt mit Iran eine diplomatische Lösung. Sie habe mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi gesprochen, teilte Kallas auf der Plattform X mit. Die wiederaufgenommenen Angriffe auf die Golfstaaten und ihre kritische Infrastruktur seien inakzeptabel. Der diplomatische Weg bleibe der beste Ausweg aus diesem Krieg.Es empört viele Inder, dass binnen weniger Tage mehrfach Tanker mit indischen Seeleuten von amerikanischen Raketen getroffen wurden. Unser Korrespondent Till Fähnders berichtet:Trump droht mit „vollständiger Kontrolle“ über Irans Öl Der amerikanische Präsident Donald Trump hat mit der Übernahme der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg gedroht. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft werde man die Insel und andere Öl-Infrastrukturpunkte übernehmen und die „vollständige Kontrolle“ über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social und kündigte zugleich schwere Angriffe auf den Iran für die Nacht an.Damit erhöht Washington den Druck auf Iran in den stockenden Gesprächen über ein mögliches Rahmenabkommen über ein Ende des Krieges. Das Abkommen würde zunächst vertiefte Verhandlungen bedeuten. Obwohl eine Waffenruhe gilt, kam es in den vergangenen Tagen zu heftigen Angriffen.Auf der Insel Kharg im Persischen Golf befindet sich Irans wichtigster Ölhafen. Dort wird fast der gesamte Ölexport der Islamischen Republik umgeschlagen. Sie ist daher von strategisch großer Bedeutung. Ölpreis bleibt stabil trotz EskalationDer Ölmarkt hat bislang gelassen auf die Eskalation im Nahen Osten reagiert. Seit Ende Mai kostet Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee stabil weniger als 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Gegenseitige Angriffe der USA und des Iran sowie Meldungen über eine Sperrung der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus sorgten am Ölmarkt nicht für größere Preissprünge.Zum Start des Krieges Ende Februar hatte die faktische Sperrung der Straße von Hormus den Preis für Rohöl der Sorte Brent sprunghaft von etwa 75 Dollar bis auf etwa 120 Dollar je Barrel im März nach oben getrieben. Im Vergleich zur Anfangsphase des Iran-Kriegs zeigen sich auf dem globalen Ölmarkt nun aber wichtige Veränderungen. Rohstoffexperten erkennen eine Reihe von Faktoren, die den Anstieg der Ölpreise bremsen. China und Russland fordern Iran und USA zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufChina hat nach den jüngsten gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran einen sofortigen Stopp der Kämpfe gefordert. China rufe die betroffenen Seiten auf, die militärischen Einsätze „unverzüglich einzustellen“, sagte Pekings Außenministeriumssprecher Lin Jian am Donnerstag vor Journalisten. Die Kriegsparteien sollten „zum Dialog und zu Verhandlungen zurückkehren, auf die Vermittlungsbemühungen der beteiligten Länder eingehen und so bald wie möglich einen umfassenden und dauerhaften Waffenstillstand erreichen“.Ähnlich äußerte sich Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow. „Wir rufen alle Konfliktparteien zur Zurückhaltung und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf“, sagte Peskow bei seiner täglichen Pressekonferenz. Er warnte vor „weiteren negativen Folgen“ dieser „Eskalation der Spannungen“ für die Lage in der Region und für die Weltwirtschaft. Iran verurteilt US-AngriffeDas iranische Außenministerium hat die „großangelegten“ US-Angriffe der vergangenen Nacht scharf verurteilt. Teheran habe ein Recht auf Selbstverteidigung und Gegenschläge, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Auch sei die Feuerpause dadurch „praktisch bedeutungslos“ bedeutungslos geworden. Die US-Regierung trage die Verantwortung für die „gefährlichen Konsequenzen“ der Aggression, hieß es weiter. Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarde zielten die jüngsten US-Angriffe hauptsächlich auf den Süden des Landes, es wurden aber auch Orte nahe der Hauptstadt Teheran getroffen. Laut iranischen Medien wurden bei den Angriffen in der Provinz Teheran drei Menschen verletzt. Das Portal „Mehr“ berichtete zugleich unter Berufung auf offizielle Stellen, in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) sei in der Straße von Hormus ein Boot, das mit Grundnahrungsmitteln beladen gewesen sei, von einem Geschoss der USA getroffen worden. Die Besatzung sei gerettet worden.Das US-Militär sprach in der Nacht von Angriffen auf militärische Überwachungs- und Kommunikationsanlagen sowie Anlagen der Flugabwehr im Iran. Eigentlich gilt zwischen den Kriegsparteien eine Feuerpause. Uli PutzRevolutionsgarde greift US-Stützpunkt in Jordanien anJordanien hat nach eigenen Angaben in der Nacht 20 aus dem Iran abgefeuerte Raketen abgefangen. Dabei seien Trümmer herabgefallen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf das Militär. Es habe aber weder Verletzte noch Sachschaden gegeben. Das Militär beobachte die regionale Sicherheitslage fortlaufend, hieß es weiter. Verletzungen des jordanischen Luftraums würden nicht toleriert.Die iranischen Revolutionsgarde hatte nach eigenen Angaben einen US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien mit zwölf ballistischen Raketen angegriffen. Ziele auf dem Stützpunkt Al-Asrak seien US-Flugzeuge, wichtige militärische Einrichtungen sowie das Kontrollzentrum gewesen, berichten staatliche iranische Medien und die Nachrichtenagentur Tasnim.Drei Verletzte nach US-Angriffen in Provinz TeheranBei den US-Angriffen im Iran in der Nacht sind einem lokalen Medienbericht zufolge drei Menschen in der Provinz Teheran verletzt worden. Diese seien in Krankenhäuser eingeliefert worden, berichtete das Portal „Mehr“ unter Berufung auf die Notdienstzentrale weiter. 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Liveblog Irankrieg: Hinweise verdichten sich: USA und Iran vor Vereinbarung | FAZ
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