Siemens-Energy-Chef Christian Bruch (56) warnt davor, dass Deutschland beim Aufbau von Rechenzentren den Anschluss verpasst. „Wenn wir die Rechenzentren und die dazugehörige Wertschöpfung nicht ins Land holen, wird das Konsequenzen für unseren Wohlstand haben“, sagte Bruch. Siemens Energy baut keine Rechenzentren, ist aber ein Zulieferer der Branche.In Maintal bei Frankfurt hatte der US-Konzern Edgeconnex kürzlich den Plan gestoppt, ein Rechenzentrum zu errichten. Im Mittelpunkt der Kritik einer Bürgerinitiative stand das Vorhaben, ein Gaskraftwerk zu errichten, das den Strom für das Rechenzentrum erzeugen sollte. Über den Streit und den Stopp sagte Bruch in Hamburg: „Solche Dinge machen mich offen gesagt ratlos.“Bruch sagte, wer zu spät komme, den bestrafe das Leben. „Diese Gefahr sehe ich ganz konkret beim Thema Rechenzentren und KI.“ Der Konzernchef glaubt nach eigener Aussage, dass Europa im Bereich künstliche Intelligenz eine Chance haben kann. „Dafür müssen wir aber auch bereit sein, die notwendige Infrastruktur wie Rechenzentren tatsächlich zu bauen.“
Im Wettbewerb um Rechenzentrumskapazität nehmen die USA die führende Position vor China ein. Deutschland verfügt über eine Kapazität von knapp 3 Gigawatt, von denen rund 500 Megawatt auf KI entfallen. Künftig soll die Kapazität in der Bundesrepublik auf mindestens 6 Gigawatt ausgebaut werden, von denen mindestens 2 Gigawatt KI-Anwendungen vorbehalten sein sollen.










