In der Gastrobranche passiert es selten genug, dass jemand genau die Formel findet, auf die alle gewartet haben. Keine Nachahmung eines Erfolgskonzepts, sondern etwas genuin Neues, bei dem man denkt: Ach, sieh mal an! Warum hat das nicht schon längst jemand gemacht?Nun ist es geschehen. Endlich, sage ich, weil es sich um ein griechisches Restaurant handelt, für die man sich hierzulande oft fremdschämen muss. Keine Ahnung, was waschechte Griechen denken, wenn sie zwischen weiß-blauem Säulendekor vor einem Tellerchen rosa Taramas und einer gewaltigen Grillplatte Poseidon sitzen. Hübsche Folklore? Genau wie in der Heimat?
Leitspruch auch im Kollwitzkiez: „Simple is greek“
Die meisten griechischen Restaurants in Deutschland sind ein hartnäckiges Missverständnis, das sich seit den 60er-Jahren hält. Doch nun gibt es das File Asto in Kreuzberg. File Asto, was auf Griechisch so viel wie „Hey, lass gut sein“ bedeutet, strahlt diese Gelassenheit offenbar auch aus. Ich hörte, hier herrsche ein Vibe wie auf einer Kykladeninsel. Und alle, die dort waren, schwören: Es sei die erste griechische Küche, die nicht nur entfernt etwas mit der echten Küche Griechenlands zu tun habe.
Natürlich wollte ich längst dorthin. Urlaubsreif bin ich sowieso. Leider ist es nicht so leicht, einen Tisch zu bekommen – die Leute rennen dem Lokal in der Reichenberger Straße von Tag eins an die Bude ein.










