Gut zwei Jahre ist es erst her, dass das Wirtshaus am Rosengarten nach Sanierung und unter der Führung zweier neuer Wirtinnen wiedereröffnet wurde. Ende November des vergangenen Jahres war dann aber schon wieder Schluss, seither stand das Ausflugslokal im Westpark leer. Das wird sich nun ändern, denn die Paulaner-Brauerei konnte neue Betreiber für das Projekt gewinnen, die sie am Donnerstag offiziell vorstellte.Dieses Mal sind es sogar drei: Clara Schleifer, Maurice Löw und Michael Zacharski werden künftig das Restaurant mit Terrasse und Biergarten bespielen. Das junge Wirte-Trio entspringt eigentlich einer Event-Agentur, die zuletzt während der Zwischennutzung des Gasteigs dort zum Teil das gastronomische Angebot verantwortet hat, etwa den Club „Live Evil“ oder den „Munch Market“ mit seinen zwei Kochstationen.Da jenes Zwischennutzungsprojekt aufgrund der anstehenden Sanierung des Gasteigs im Herbst endet, haben Zacharski, Schleifer und Löw mit dem Wirtshaus am Rosengarten eine neue Wirkungsstätte gefunden, in der sie sich langfristig gastronomisch verwirklichen möchten. „Wir wollen Biergarten neu denken“, erklärt Löw. Es soll ein „Kulturgarten“ für Jung und Alt entstehen, mit Bar, Kiosk und einer Bühne für Musikveranstaltungen. Auf Eintritt wolle man bei Events verzichten, und generell bestehe keinerlei Konsumzwang, denn ein Biergarten müsse ein Ort für alle sein, finden die neuen Wirte.Neu im Biergarten ist auch ein Holzpodest, das einen bewirteten Bereich markiert und von dem aus man besten Seeblick genießt. Rund 600 Gäste finden jetzt im Biergarten Platz. Zuvor waren es etwa viermal so viele. Man habe bewusst Plätze reduziert, erklären die Wirte, damit die Küche das durchschnittliche Biergarten-Niveau übertreffen könne. „Wenn die Qualität stimmt, kommen auch die Gäste“, meint Löw, der die Lage seines neuen Lokals als Chance und nicht als Herausforderung begreift.Dementsprechend fällt auch die Speisekarte für den Biergarten eher klein aus. Es wird mit regionalen Zutaten gekocht, aber nicht zwingend bayerisch. Es gibt Biergarten-Klassiker wie Obazda (10,90 Euro), Schweinsbraten (17,90 Euro) und Steckerlfisch von der Fischer Vroni, aber auch modernere sowie zum Teil rein pflanzliche Gerichte und Desserts, etwa ein Austernpilz-Schnitzel (16,90 Euro), veganen Apfelstrudel im Glas sowie ein Dunkelbier-Tiramisu (je 6,50 Euro). Dazu wird dreimal pro Woche frisch Kuchen gebacken.Schweinebraten steht natürlich auf der Speisekarte... Catherina Hess... genau wie Apfelstrudel im Mitnehmglas. Catherina HessStefan Falkenstörfer leitet sowohl die Küche im Biergarten als auch im Wirtshaus. Catherina HessDer junge Küchenchef Stefan Falkenstörfer, der zuletzt für ein großes Catering-Unternehmen gearbeitet hat, überblickt sowohl die Küche im Biergarten als auch die im Wirtshaus. Dort wird im Moment vorerst nur für den Biergarten gekocht. Das Restaurant soll im Herbst öffnen, sobald der Hauptgastraum des Pavillons mit rund 100 Plätzen sowie alle Veranstaltungsräume neu eingerichtet sind.Im Biergarten geht es schon diesen Samstag los, dann spielt auch das Wetter wieder mit. Von 10 Uhr an ist dort täglich geöffnet, warme Küche gibt es unter der Woche ab 16 Uhr und Freitag bis Sonntag ab 11.30 Uhr. Am 20. Juni wird es außerdem eine offizielle Eröffnungsfeier geben, und auch die Deutschland-Spiele bei der Fußball-WM sowie ausgewählte Spiele der K.-o.-Runde werden auf einer Leinwand im Biergarten übertragen.