Ein kühles Helles unter alten Bäumen, dazu der spröde Charme der Ostmoderne: An der Karl-Marx-Allee 93 wird derzeit kräftig gebuddelt, gehämmert und saniert. Der Biergarten James June auf dem Gelände des legendären Café Warschau soll wieder in jenem Glanz erstrahlen, den die Anlage in den Siebzigerjahren versprühte. Doch wer sich schon zur Vorsaison mit einer Bratwurst auf einer stilechten Waschbeton-Bank gesehen hat, muss sich noch ein wenig gedulden. Zunächst war von einer Eröffnung im Mai oder Juni 2026 die Rede; inzwischen nennt der Betreiber Juli 2026 als Ziel.
Ein Stück Ost-Berliner Gastronomiegeschichte
Um die Bedeutung des Ortes zu verstehen, lohnt ein Blick zurück in die Geschichte der einstigen Stalinallee. Nach seiner Eröffnung am 1. Mai 1953 entwickelte sich das von der staatlichen Handelsorganisation (HO) betriebene Café Warschau schnell zu einem der beliebtesten Anziehungspunkte der geteilten Stadt. Als eines von damals sieben sogenannten Nationalitätenrestaurants in Ost-Berlin bot es auf zwei Stockwerken Platz für bis zu 400 Gäste.Kellnerinnen mit weißen Häubchen und Schürzen servierten Kaffeegedecke und die Spezialität des Hauses: die berühmte Warschauer Torte mit Mandeln und Nüssen. Man traf sich zu Festen, lauschte Konzerten und nutzte das Haus als Tanzlokal. Während im Erdgeschoss des Hauptgebäudes seit 2011 das Computerspielemuseum sitzt und weitere Flächen von der Arbeiterwohlfahrt genutzt werden, rückt nun die Außenanlage wieder in den Fokus.









