Peter Stafford, Chirurg und Leiter der christlichen Missionsgruppe „Serge“ aus Virgina, der seit 2023 im kongolesischen Ituri lebte und arbeitete, steckte sich noch bevor der Ebola-Ausbruch dort bekannt wurde, bei einer Operation mit dem Virus an. Auf Bitten der US-Regierung wurde er in der Berliner Charité gesundgepflegt, seine Familie, die nicht infiziert war, durfte dort in die Quarantäne. Nun sind alle wieder heil und gesund in den USA.
Was anfangs aussah, wie eine humanitäre Geste, um einem Schwerkranken den anstrengenden Atlantikflug zu ersparen, hat einen doppelten Boden. Zu Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit traten die USA erneut aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus, reduzierten den Etat des Center for Disease Control (CDC), der föderalen Seuchenbekämpfungsbehörde, um 53 Prozent im Vergleich zu 2024 und entließen dort ein Viertel der Belegschaft. Auf einen Schlag haben sich die USA mit Kampf gegen Seuchen selbst entwaffnet. Und die humanitäre Geste der Bundesrepublik für einen amerikanischen Arzt und seine Familie war in Wirklichkeit Teil einer Strategie, die Seuchenbekämpfung auszulagern.
Das zeigt, was gleichzeitig in Kenia geschah, einem Land ohne Ebola, das aber unmittelbar an Uganda grenzt, wo es inzwischen auch Ebola-Fälle gegeben hat. Dort drückte die US-Regierung beim starken Mann des Landes, Präsident William Ruto die Gründung eines Quarantäne- und Behandlungszentrums auf einer US-Basis durch. Auf ihr sollen künftig alle US-Amerikaner eingesperrt und behandelt werden, die an Ebola erkranken - und zwar nur sie. Damit sie die Seuche nicht in die USA einschleppen, wo man dafür inzwischen gänzlich unvorbereitet wäre. Denn dort hat der obskurantistische Impfgegner und Verschwörungstheoretiker Robert Kennedy, den Trump zum Gesundheitsminister gemacht hat, die Seuchenprogramme eingestampft und sich in mehreren Landesteilen heftige Masern-Ausbrüche mit tausenden von Toten eingehandelt. Nun haben die Empörung und die Angst in Kenia Massenproteste ausgelöst und der Oberste Gerichtshof hat das Übereinkommen vorläufig gestoppt.









