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Klammheimlich, kaum einer hat’s gemerkt, ist er ausgezogen. Schloss Bellevue, das Zentrum der bundespräsidialen Macht, nur noch ein leeres Gehäuse. Geschirr und Bücher verpackt, Teppiche eingerollt und fortgeschafft, einzig die Kronleuchter recken unverdrossen ihre Elektrokerzen ins hoheitliche Ambiente. Selbst die beiden Kissenbilder von Gotthard Graubner, anthroposophenbunte Riesenformate, wurden schon ins Depot verbracht. Wo sie eben noch hingen, tritt jetzt der alte Anstrich zutage, dunkelrosa, Haarrisse im Putz.

Acht Jahre soll es so bleiben: das Staatsoberhaupt ohne Staatsoberhaus, ohne klassizistisches Gepränge und postaristokratische Erlauchtheit. Acht Jahre, in denen das Schloss gründlich, sehr gründlich um- und aufgerüstet wird, die Büro-, die Sicherheits-, die Energietechnik, alles, was man für 600 Millionen Euro sanieren und polieren und auf den allerjüngsten Stand bringen kann. Was aber ist in der Zwischenzeit? Wie steht er jetzt da, der Bundespräsident – noch nackter als ohnehin?