Was ist da los im Bellevue? Wer ist dem Bundespräsidenten aufs Dach gestiegen, hat mit der Spritzpistole eine riesige Streetart-Szene mit den Lettern „Freiraum Kunst“ auf eine Folie gesprüht? Und die wachhabende Polizei vorm Amtssitz hat auch noch seelenruhig dabei zugeguckt, wie der Lichtenberger Maler Christian Awe da oben in seinem Overall seinen blau-weißen Farbenrausch betreibt, den man quasi auch als eine „Abdichtung“ betrachten kann. Es soll ja schon eine Weile reinregnen ins Staatsschloss. Darum beginnt alsbald die Rekonstruktion des „Sanierungsfalls“.
Nachts wird SOS gefunkt
Die Kunst ist los, im Berliner Amtssitz des ersten Mannes im Staate: Er hat ihn für 14 Tage der (330-jährigen!) Akademie der Künste überlassen. Und die hat flugs Mitglieder ihrer Sektion Bildende Kunst animiert, das bis auf die repräsentablen Kronleuchter leer geräumte Schloss vor dem Anrücken der Bauarbeiter mit ihren Werken zu füllen: Malerei, Skulpturen, Fotos, Videos. Ein demokratischer Akt. Und Hausherr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier muss sich nicht drum scheren, was wohl Architekt Boumann dazu gesagt hätte, dem anno 1785/86 der Prinz von Preußen (jüngster Bruder Friedrich des Großen) den Auftrag für den frühklassizistischen Bau erteilte.













