Was seit mehreren Jahren geplant wurde, ist am Freitagvormittag um 10.30 Uhr abgeschlossen worden: Der Bundespräsident ist in ein Ausweichquartier in Berlin-Moabit eingezogen. Mit dem Hissen der Standarte, dem Hoheitszeichen des Bundespräsidenten, ist ein Modulbau am Spreebogen nun der Amtssitz von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der bisherige Amtssitz, das Schloss Bellevue, muss grundlegend saniert werden.Aus dem Neubau heraus wird Steinmeier nun seine Arbeitsgeschäfte führen und dort Staatsgäste empfangen. Für die Sanierung sind derzeit bis zu acht Jahre veranschlagt. Für Steinmeier, dessen Amtszeit 2027 endet, wird es also keine Rückkehr mehr in das Schloss Bellevue geben. Und auch der Nachfolger oder die Nachfolgerin könnte erst in einer möglichen zweiten Amtszeit das Schloss Bellevue als Sitz nutzen.Das neue Bundespräsidialamt liegt am Spreebogen in Berlin-Moabit.ImagoVorausgegangen war ein durchaus ungewöhnlicher Umzug: 950 laufende Meter Akten, 900 Umzugskartons, aber auch Schreibtische, Stühle, Regale, Computer und Büropflanzen des Bundespräsidenten und seiner rund 220 Mitarbeiter mussten vom rund einen Kilometer entfernten eigentlichen Amtssitz transportiert werden.Zahlreiche bauliche und technische Mängel machten den Umzug aus dem Schloss Bellevue notwendig. Vor allem der Brandschutz muss auf den heutigen Stand gebracht werden, auch die komplette Gebäudetechnik und Versorgungsinfrastruktur wird erneuert.Büroturm statt Schloss: In der Wandelhalle finden die Empfänge des Bundespräsidenten statt.ReutersFest vorgesehen für den Umzug sind 601 Millionen Euro. Als Risikopuffer für nicht kalkulierbare Risiken sind laut Bundespräsidialamt weitere 259 Millionen Euro eingeplant. Inklusive der Kosten für das Ausweichquartier liegen die Umzugskosten bei knapp einer Milliarde Euro. Der Bund der Steuerzahler bemängelt diese als „keinen souveränen Umgang mit Steuergeld“. Nachdem das Bundespräsidialamt auszieht, sollen andere Bundesbehörden in das Gebäude an der Elisabeth-Abegg-Straße einziehen.Privat bleibt Steinmeier zumindest vorerst ein Umzug erspart. Er wohnt mit seiner Frau Elke Büdenbender in einer Dienstvilla in Berlin-Dahlem. Mit dem Ende seiner Amtszeit muss er allerdings auch dort die Koffer packen. Der einzige Bundespräsident, der auch im Schloss Bellevue wohnte, war Roman Herzog in seiner Amtszeit von 1994 bis 1999. Bei einer Sanierung 2004/2005 wurden aus der Wohnung wieder Arbeitsräume.
Schloss Bellevue: Steinmeier zieht in Neubau um
Schloss Bellevue muss saniert werden. Deshalb bezieht der Bundespräsident für acht Jahre einen Neubau. Ein ungewöhnliches Unterfangen.













