Unser Autor war bei einem Schulmusikkonzert in Oldenburg für Schü­le­r*in­nen aus „ganz Niedersachsen“. Ganz Niedersachsen – oder nur die vom Gymnasium?

J etzt nicht die Stimmung vermiesen, es ist ja wirklich ein schöner Abend. Schü­le­r*in­nen machen Musik im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters. Das ist eine prächtige Kulisse, Neobarock, für Abbas Dancing Queen, den ersten Satz aus Schuberts Unvollendeter und die Kinder, die auf Eimern trommeln – wirklich goldig.

Es ist das Eröffnungskonzert der 21. Niedersächsischen Landesbegegnung Schulen musizieren. Alle zwei Jahre kommen Schulmusikensembles aus ganz Niedersachsen in einer Stadt zusammen, drei Tage Konzerte in Aulen, auf Pausenhöfen, in Theatern. Gute Sache, denkt man, zwar spielen Noten eine Rolle, aber benotet wird hier nichts, wie ja sonst im Schulsystem alles bewertet wird, was die Kinder und Jugendlichen machen.

Hier aber: singen, zupfen, blasen, streichen, manchmal ist das ganz schön schief, aber es ist alles handgemacht, es ist auf eine Weise echt und mit viel Leidenschaft, die jede Menge Applaus verdient.

Etwas jedoch schwebt durch den Raum, dumpf und ein wenig düster wie das Gebrumm der Tuba in einem der Blasorchester. Denn es ist hier an diesem Abend gar nicht „ganz Niedersachsen“ vertreten, sondern es sind nur ganz bestimmte Schulformen und andere nicht.