Wolfram Wickert heißt der Mann, der als Einziger auf dem CDU-Parteitag den Mumm hatte, klar auszusprechen, was wohl allen 275 Delegierten seit Wochen durch den Kopf ging: Wann haben wir den richtigen Zeitpunkt verpasst, um Kai Wegner abzusägen?

Der 85-jährige Wickert sprach nicht nur mutig aus, dass Wegner ein ungeeigneter Kandidat für die CDU sei. Nein, er kandidierte dann auch noch selbst, um den Delegierten eine Chance auf Widerspruch und Meinungsäußerung zu geben. Doch nur 18 Delegierte nutzten diese Gelegenheit. Tags darauf haben wir mit dem Helden und Party-Breaker des so sorgfältig orchestrierten CDU-Parteitags gesprochen.

Annette Riedl/dpa

Zur Person

Wolfram Wickert arbeitete von 1970 bis 1975 an der deutschen Botschaft in Neu-Delhi und schrieb anschließend politische Analysen für die Bundeskanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl. Heute ist er in der Senioren-Union der CDU in Berlin-Mitte aktiv. Wickert ist zudem ein renommierter Künstler und Maler. Sein Bruder ist der ehemalige „Tagesthemen“-Moderator Ulrich Wickert.