Abgeordnetenhauswahl in Berlin: Wackelkandidat oder Spitzenkandidat?

Die CDU will Kai Wegner trotz Pannen und Umfrage-Misere zum Spitzenkandidaten küren. Doch Wegner könnte sich selbst eine Stolperfalle gestellt haben.

Regierungschef Kai Wegner soll nach Plan am 9. Juni erneut zum CDU-Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl werden

Jens Gyarmaty/laif

Es ist eingewisser Etikettenschwindel, als Kai Wegner zu Wochenbeginn bei einer Spitzenkandidatenrunde auf dem Euref-Campus auftritt. Denn offiziell ist Wegner noch gar nicht Spitzenkandidat der CDU. Das ist erst für den 9. Juni geplant – und schien ja auch lange eine bloße Formalie, gerne genutzt, um bei einem kurzen Abendparteitag schöne Bilder für den Wahlkampf zu produzieren. So wie schon an diesem Dienstagabend, als die Fraktion 1.300 Gäste zum Empfang in das Backstein-Ambiente der früheren Mälzerei in Tempelhof lud.