Die Wirtschaft in Ostdeutschland ist im ersten Quartal 2026 stärker gewachsen als im Westen. Das belegen neueste Berechnungen des ifo-Instituts zur Wirtschaftsleistung in den einzelnen Bundesländern, die am Dienstag veröffentlicht wurden. Demnach ist die Wirtschaft in den ostdeutschen Bundesländern (ohne Berlin) zwischen Januar und März im Vergleich zum Vorquartal im Schnitt um 0,6 Prozent gewachsen – die in den westdeutschen hingegen nur um 0,23 Prozent. Brandenburg (+0,9 Prozent), Sachsen und Thüringen (jeweils +0,7 Prozent) gehörten sogar zu den wachstumsstärksten Ländern der Republik. Was sind die Gründe dafür, dass es im Osten besser läuft?

Ostdeutsche Länder gehören zu den Wachstumsführern

Die stärksten Anstiege beim Wirtschaftswachstum verzeichneten Berlin und Brandenburg mit jeweils 0,9 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (jeweils 0,8 Prozent). In Hamburg und Schleswig-Holstein (jeweils -0,5 Prozent), Niedersachsen (-0,2 Prozent) sowie in Nordrhein-Westfalen (-0,1 Prozent) ist die Wirtschaftsleistung hingegen gesunken. Insgesamt wuchsen die neuen Bundesländer knapp 0,4 Prozent stärker als die im Westen der Bundesrepublik. Doch woran liegt das?

„Ich sehe es als einen kurzfristigen Effekt, der konjunkturell bedingt ist“, erklärt der ifo-Konjunkturexperte Robert Lehmann auf Anfrage dieser Zeitung. In den letzten Jahren habe die wirtschaftliche Schwächephase die ostdeutschen Flächenländer stärker getroffen. Das Wirtschaftswachstum in Ostdeutschland in den Jahren 2023, 2024 und 2025 habe ohne Berlin -1,3, -0,7 und 0,1 Prozent betragen. In Westdeutschland lagen die Wachstumsraten im selben Zeitraum hingegen bei -0,9, -0,5 und 0,2 Prozent.