Die ostdeutsche Wirtschaft droht den Anschluss an den Westen wieder zu verlieren – trotz steigendem Wohlstand. Das ist das Kernergebnis des Wettbewerbsreports Ostdeutschland 2026, den die ifo Niederlassung Dresden am Donnerstag vorlegte. Studienautor Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der Niederlassung, warnt: „Der Aufholprozess in Ostdeutschland ist kein Selbstläufer mehr. Wenn Politik und Wirtschaft jetzt nicht entschieden gegensteuern, droht der Abstand wieder zu wachsen.“
Investitionsstau bei Unternehmen
Besonders deutlich fällt der Rückstand bei den privaten Investitionen aus. Zwischen 2019 und 2023 lagen sie pro Einwohner im Osten nur bei gut drei Vierteln des westdeutschen Niveaus. Ohne Wohnungsbau und öffentliche Infrastruktur sind es nur noch rund zwei Drittel. Je Erwerbstätigen investieren Firmen im Osten etwa ein Viertel weniger als im Westen.
Der gedämpfte Investitionswille passt zur aktuellen Stimmungslage. Der ifo-Geschäftsklimaindex Ostdeutschland war im April 2026 auf 86,2 Punkte gefallen. Die Lagebewertung verschlechterte sich branchenübergreifend in Dienstleistung und Bau.
Demografie zieht den Arbeitsmarkt nach unten










