Jürgen Kesting – und an ihm kommt schwer vorbei, wer über die Oper des Belcanto etwas halbwegs Gescheites schreiben will – hat in seinem Essay „Die ewige Sekunde“ für die F.A.Z. eine wichtige Bemerkung Gioachino Rossinis mitgeteilt. Sie ist zentral für das Verständnis seiner Opern wie für die Probleme, die sein Gesangsstil für das Theater aufwirft. Rossini schrieb, die italienische Vokalmusik, zuvörderst seine eigene, sei „einzig ideal und expressiv, nie aber imitativ. Die Regungen des Herzens lassen sich zwar ausdrücken, nicht aber imitieren. Es geht nicht darum, die äußeren Anzeichen seelischer Regungen möglichst wahrheitsgetreu nachzuahmen, sondern darum, sie bei dem hervorzurufen, der zuhört.“
Poetischer Realismus: Rossinis "Tancredi" an der Oper Frankfurt
Wie bringt man in Gioachino Rossinis „Tancredi“ Poesie und Realismus zusammen? Manuel Schmitt und Giuliano Carella finden dafür an der Oper Frankfurt eine kluge Lösung.









