Netanjahu bestätigt FeuerpauseDer israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine Feuerpause nach der jüngsten Konfrontation mit Iran bestätigt. Nach israelischen Angriffen in Iran habe Teheran das Feuer eingestellt, sagte Netanjahu in einer Video-Botschaft. Sollte Iran einen Fehler begehen und Israel erneut angreifen, werde man in aller Härte reagieren, kündigte Netanjahu an. „Israel hat das volle Recht zur Selbstverteidigung und wir setzen es, wenn nötig, um.“ Iran und die libanesische Hizbullah-Miliz seien deutlich geschwächt, doch Israels Konflikt mit ihnen sei noch nicht beendet, erklärte Netanjahu. Beide hätten in den letzten 24 Stunden versucht, Israel eine „neue Gleichung“ aufzuzwingen. „Sie dachten, sie könnten von libanesischem und iranischem Gebiet auf Israel schießen und dass wir nicht reagieren.“ Dies sei inakzeptabel und werde nicht passieren, betonte er. Jemenitische Rakete in Saudi-Arabien abgestürztEine aus dem Jemen abgefeuerte ballistische Rakete ist nach Angaben des saudischen Verteidigungsministeriums in Richtung eines „regionalen Staates“ gestartet worden, jedoch aufgrund eines technischen Defekts vom Kurs abgekommen. Sie sei in einem unbewohnten Gebiet nahe der saudisch-jemenitischen Grenze niedergegangen. Nach Angaben des Ministeriums führten die technischen Probleme zunächst zu ungenauen Einschätzungen über das eigentliche Ziel des Angriffs. Die mit Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hatte am Morgen erstmals seit Wochen wieder einen Angriff auf Israel für sich beansprucht. Sie habe mehrere Raketen auf Israel gefeuert, teilte Militärsprecher Jahja Sari mit. Irak und Syrien öffnen Luftraum Der Irak hat seinen vorübergehend geschlossenen Luftraum nach den jüngsten Angriffen im Irankrieg früher als erwartet wieder geöffnet. Die aktuelle Lage werde genau beobachtet, teilte die Behörde für zivile Luftfahrt der Staatsagentur INA zufolge mit. Im irakischen Luftraum würde das „höchste Maß an Sicherheit“ gelten. Eigentlich wurde im Irak wegen der jüngsten Angriffe eine Sperrung für 72 Stunden verkündet, die bis Mittwochabend gedauert hätte.Auch Syrien hat seinen Luftraum wieder geöffnet, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf die zuständigen Behörden meldete. Der Luftverkehr sowie der operative Betrieb am internationalen Flughafen Damaskus wurden ab dem Nachmittag wieder aufgenommen. Zuvor hieß es, der Luftraum solle noch bis 23 Uhr (21 Uhr MESZ) geschlossen bleiben.Israel droht Hizbullah mit AngriffenIsrael will nach den Worten seines Verteidigungsministers auf jeden Hizbullah-Angriff im Norden des Landes mit einem Gegenangriff auf die Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut reagieren. Diese gelten als Hochburg der mit Iran verbündeten Hizbullah-Miliz. „Für die Dahija (die südlichen Vororte von Beirut) gilt dasselbe wie für die Ortschaften im Norden Israels“, sagte Verteidigungsminister Israel Katz nach Angaben seines Büros. „Die israelische Armee wird ihre Einsätze in Libanon gegen die Terrororganisation Hizbullah fortsetzen“, sagte Katz ferner. „Wir weisen die Drohungen Irans entschieden zurück.“ Jeder iranische Versuch, einen Zusammenhang zwischen Libanon und Iran herzustellen und Israel anzugreifen, werde „mit großer Härte beantwortet werden“. Tim SchellenbachWadephul: Ankündigung Irans kann „wichtiger Schritt“ sein Bundesaußenminister Johann Wadephul hat die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten begrüßt. „Die heutige Erklärung Irans, die Angriffe seien beendet, kann ein wichtiger Schritt sein“, sagte ​Wadephul in Berlin. „Wir werden jetzt genau beobachten, wie belastbar die Äußerung ist.“ Vor allem erwarte die Bundesregierung, „dass der Iran auch entsprechenden Einfluss auf die Hizbullah nimmt, dass diese Terrororganisation nicht weiter von libanesischem Territorium Israel, insbesondere den Norden Israels, angreifen.“Iran meldet 15 VerletzteBei den jüngsten Angriffen auf Iran sind nach iranischen Angaben bislang 15 Menschen verletzt worden. Eine der verletzten Personen sei derzeit noch im Krankenhaus, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Rettungsdienste des Landes. Es gebe bislang keine Toten infolge der Angriffe. 14 der Verletzten stammten demnach aus der für die iranische Petrochemie wichtigen Provinz Chusestan am nördlichen Ende des Persischen Golfes. Einer der Verletzten stamme den Angaben zufolge aus der Hauptstadt Teheran. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Iran sperrt gesamten LuftraumIran hat nach der jüngsten militärischen Eskalation mit Israel seinen gesamten Luftraum gesperrt. Das Flugverbot gelte bis auf weiteres, hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Sämtliche Verbindungen an allen iranischen Flughäfen seien gestrichen. Zuvor hatte die iranische Luftfahrtbehörde nur für Teile des Landes ein Flugverbot verhängt.Hizbullah feuert Raketen auf israelische Soldaten im Libanon Die libanesische Hizbullah-Miliz hat mehrere Raketen auf israelische Soldaten im Süden Libanons gefeuert. Die israelische Armee teilte mit, es seien drei Geschosse identifiziert worden. Ein Teil davon sei abgefangen worden, bevor sie auf israelisches Gebiet fliegen konnten. In mehreren Ortschaften im Norden Israels gab es nach Militärangaben Raketenalarm. Den Angaben zufolge wurde niemand verletzt. Vor den neuen Hizbullah-Angriffen hatten libanesische Medien über israelische Angriffe im Süden Libanons berichtet. Tim SchellenbachLibanon: Fast 3500 Angriffe Israels während WaffenruheIsrael hat Libanon nach offiziellen libanesischen Angaben seit Verkündung der Waffenruhe im April fast 3500 Mal angegriffen. Das teilte der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam nach einer Kabinettssitzung in Beirut mit. Das sei die Zahl der israelischen Verstöße gegen die faktisch kaum wirksame Waffenruhe, die am 17. April in Kraft trat, bis zum vergangenen Sonntag. Rund 30 Soldaten der staatlichen Armee und fast 20 weitere Sicherheitskräfte seien seit Beginn des Irankriegs Ende Februar und der erneuten Eskalation in Libanon getötet worden, teilte Salams Büro mit.Iran erklärt Angriffe auf Israel für beendet Irans Streitkräfte haben ihre Angriffe auf Israel für beendet erklärt. Die Islamische Republik habe zur Unterstützung Libanons Israel eine „schmerzhafte Antwort“ erteilt, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Militärführung. „Vor diesem Hintergrund wird die Einstellung der Operationen der Streitkräfte bekanntgegeben.“ Der iranische Präsident Massud Peseschkian versicherte seinerseits, dass Iran am Verhandlungstisch bleibe. „Die Verteidigung und die Diplomatie sind die zwei Pfeiler der nationalen Stärke“, schrieb er im Onlinedienst X. „Wir haben weder das Schlachtfeld noch den Verhandlungstisch verlassen.“ Trump: Israel und Iran streben „sofortige Waffenruhe“ an Israel und Iran streben nach den Worten von US-Präsident Donald ​Trump eine „sofortige Waffenruhe“ an. Die abschließenden Verhandlungen über einen Frieden schritten voran, erklärt Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. „Beide Seiten, Israel und Iran, streben eine sofortige Waffenruhe an! Die finalen Friedensverhandlungen laufen, sofern ihnen nicht Ignoranz ⁠oder Dummheit in die Quere kommen. Die Blockade bleibt bis zum Abschluss eines endgültigen Abkommens in vollem Umfang bestehen. Es sollte schnell gehen.“ Iran: Angriffe schüren Misstrauen in Verhandlungen mit USA Die iranische Führung bezweifelt, dass Israel seine Gegenangriffe nicht mit den USA abstimmt. Niemand glaube, dass Israel solche Angriffe ohne Koordination mit den Vereinigten Staaten durchführen könne, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai zu Reportern. Das schüre das Misstrauen in den Verhandlungen mit den USA. Libanon meldet israelische Angriffe im Süden des Landes Parallel zur jüngsten Eskalation mit Iran hat Israel seine Angriffe im benachbarten Libanon nach dortigen Angaben fortgesetzt. Die israelische Luftwaffe habe dort mehrere Orte im Süden bombardiert, berichtete die Staatsagentur NNA. Im Umfeld der Stadt Nabatija seien dabei mindestens vier Menschen getötet worden. Israel greife die Stadt auch mit Artillerie an. Zudem rückten israelische Bodentruppen mit Maschinengewehren im Süden vor. Auch der Hizbullah-Sender Al-Manar berichtete von neuen israelischen Angriffen auf etwa ein Dutzend Orte im Südlibanon. Die israelische Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht. Mehr ladenTickarooLive Blog Software