Tim SchellenbachWadephul: Ankündigung Irans kann „wichtiger Schritt“ sein Bundesaußenminister Johann Wadephul hat die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten begrüßt. „Die heutige Erklärung Irans, die Angriffe seien beendet, kann ein wichtiger Schritt sein“, sagte ​Wadephul in Berlin. „Wir werden jetzt genau beobachten, wie belastbar die Äußerung ist.“ Vor allem erwarte die Bundesregierung, „dass der Iran auch entsprechenden Einfluss auf die Hizbullah nimmt, dass diese Terrororganisation nicht weiter von libanesischem Territorium Israel, insbesondere den Norden Israels, angreifen.“Iran meldet 15 VerletzteBei den jüngsten Angriffen auf Iran sind nach iranischen Angaben bislang 15 Menschen verletzt worden. Eine der verletzten Personen sei derzeit noch im Krankenhaus, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Rettungsdienste des Landes. Es gebe bislang keine Toten infolge der Angriffe. 14 der Verletzten stammten demnach aus der für die iranische Petrochemie wichtigen Provinz Chusestan am nördlichen Ende des Persischen Golfes. Einer der Verletzten stamme den Angaben zufolge aus der Hauptstadt Teheran. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Iran sperrt gesamten LuftraumIran hat nach der jüngsten militärischen Eskalation mit Israel seinen gesamten Luftraum gesperrt. Das Flugverbot gelte bis auf weiteres, hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Sämtliche Verbindungen an allen iranischen Flughäfen seien gestrichen. Zuvor hatte die iranische Luftfahrtbehörde nur für Teile des Landes ein Flugverbot verhängt.Hizbullah feuert Raketen auf israelische Soldaten im Libanon Die libanesische Hizbullah-Miliz hat mehrere Raketen auf israelische Soldaten im Süden Libanons gefeuert. Die israelische Armee teilte mit, es seien drei Geschosse identifiziert worden. Ein Teil davon sei abgefangen worden, bevor sie auf israelisches Gebiet fliegen konnten. In mehreren Ortschaften im Norden Israels gab es nach Militärangaben Raketenalarm. Den Angaben zufolge wurde niemand verletzt. Vor den neuen Hizbullah-Angriffen hatten libanesische Medien über israelische Angriffe im Süden Libanons berichtet. Tim SchellenbachLibanon: Fast 3500 Angriffe Israels während WaffenruheIsrael hat Libanon nach offiziellen libanesischen Angaben seit Verkündung der Waffenruhe im April fast 3500 Mal angegriffen. Das teilte der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam nach einer Kabinettssitzung in Beirut mit. Das sei die Zahl der israelischen Verstöße gegen die faktisch kaum wirksame Waffenruhe, die am 17. April in Kraft trat, bis zum vergangenen Sonntag. Rund 30 Soldaten der staatlichen Armee und fast 20 weitere Sicherheitskräfte seien seit Beginn des Irankriegs Ende Februar und der erneuten Eskalation in Libanon getötet worden, teilte Salams Büro mit.Iran erklärt Angriffe auf Israel für beendet Irans Streitkräfte haben ihre Angriffe auf Israel für beendet erklärt. Die Islamische Republik habe zur Unterstützung Libanons Israel eine „schmerzhafte Antwort“ erteilt, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Militärführung. „Vor diesem Hintergrund wird die Einstellung der Operationen der Streitkräfte bekanntgegeben.“ Der iranische Präsident Massud Peseschkian versicherte seinerseits, dass Iran am Verhandlungstisch bleibe. „Die Verteidigung und die Diplomatie sind die zwei Pfeiler der nationalen Stärke“, schrieb er im Onlinedienst X. „Wir haben weder das Schlachtfeld noch den Verhandlungstisch verlassen.“ Trump: Israel und Iran streben „sofortige Waffenruhe“ an Israel und Iran streben nach den Worten von US-Präsident Donald ​Trump eine „sofortige Waffenruhe“ an. Die abschließenden Verhandlungen über einen Frieden schritten voran, erklärt Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. „Beide Seiten, Israel und Iran, streben eine sofortige Waffenruhe an! Die finalen Friedensverhandlungen laufen, sofern ihnen nicht Ignoranz ⁠oder Dummheit in die Quere kommen. Die Blockade bleibt bis zum Abschluss eines endgültigen Abkommens in vollem Umfang bestehen. Es sollte schnell gehen.“ Iran: Angriffe schüren Misstrauen in Verhandlungen mit USA Die iranische Führung bezweifelt, dass Israel seine Gegenangriffe nicht mit den USA abstimmt. Niemand glaube, dass Israel solche Angriffe ohne Koordination mit den Vereinigten Staaten durchführen könne, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai zu Reportern. Das schüre das Misstrauen in den Verhandlungen mit den USA. Libanon meldet israelische Angriffe im Süden des Landes Parallel zur jüngsten Eskalation mit Iran hat Israel seine Angriffe im benachbarten Libanon nach dortigen Angaben fortgesetzt. Die israelische Luftwaffe habe dort mehrere Orte im Süden bombardiert, berichtete die Staatsagentur NNA. Im Umfeld der Stadt Nabatija seien dabei mindestens vier Menschen getötet worden. Israel greife die Stadt auch mit Artillerie an. Zudem rückten israelische Bodentruppen mit Maschinengewehren im Süden vor. Auch der Hizbullah-Sender Al-Manar berichtete von neuen israelischen Angriffen auf etwa ein Dutzend Orte im Südlibanon. Die israelische Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht. Trump fordert von Israel und Iran, die gegenseitigen Angriffe einzustellenUS-Präsident Donald Trump hat ein Ende der Vergeltungsschläge zwischen Iran und Israel gefordert. „Israel und Iran müssen sofort aufhören zu ‚schießen‘“, schrieb Trump am frühen Montagmorgen auf Truth Social.US-Medien berichten, dass Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Sonntag in einem Telefonat dazu aufgefordert haben soll, von einem Vergeltungsschlag gegen Iran abzusehen.Iran meldet weitere Angriffe in verschiedenen Landesteilen Iran meldet weitere Angriffe in verschiedenen Landesteilen. In der Provinz Hamdan im Nordwesten habe es am Vormittag einen Angriff gegeben, berichtete die Agentur Tasnim, die den Revolutionsgarden nahesteht. Im Süden Teherans seien Explosionen zu hören gewesen, meldete die Nachrichtenagentur Nour-News. Ein Sprecher der Stadtverwaltung sagte, unterirdische Parkhäuser würden als Schutzräume vorbereitet. Bereits zuvor hatten iranische Medien von Explosionsgeräuschen und aktivierter Flugabwehr in der Hauptstadt Teheran berichtet.Spekulationen in sozialen Netzwerken über einen Angriff auf den Flughafen der Metropole Schiras wurden in einem Bericht der Agentur Mehr zurückgewiesen. Der Flughafen stellte am Vormittag den Betrieb auf weiteres ein, berichtete Tasnim. Iran feuert wieder Raketen auf Israel In Israel gab es nach erneutem Raketenbeschuss aus Iran am Vormittag wieder Alarm. In vielen Orten im Zentrum und im Norden des Landes waren die Einwohner aufgerufen, sich in Schutzräume zu begeben. Inzwischen durften die Menschen diese wieder verlassen. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.Iranischen Angaben zufolge wurden dabei auch Ziele in Haifa ins Visier genommen. Nach Angriffen auf petrochemische Anlagen im eigenen Land hätten die Revolutionsgarden „ähnliche Anlagen“ in der israelischen Küstenstadt angegriffen, teilten die Streitkräfte mit. Eine Stellungnahme von israelischer Seite liegt bisher nicht vor.Iran droht mit Schließung weiterer MeerengeNachdem die Huthi-Miliz im Jemen erstmals seit Monaten eine Rakete auf Israel abgefeuert hat, droht Iran damit, dass der jemenitische Verbündete den Schiffsverkehr in der Meerenge Bab al-Mandab einschränken könnte. Die Wasserstraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Ein Berater des Obersten Führers, Ali Akbar Velayati, schrieb auf der Plattform X, Irans Angriffe auf Israel seien nur „das erste Glied in der Kette unserer Antworten“. Der „Feind”, gemeint sind Israel und die USA, habe die Wahl: „Stoppt entweder das Draufgängertum oder tretet in eine neue Gleichung ein, in der beide Meerengen unter den Rahmen der disziplinierenden Abschreckung fallen.“ Iran sei gemeinsam mit seinen Verbündeten in der Lage, beide Meerengen zu schließen. Mehr ladenTickarooLive Blog Software